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Ab wann dürfen Babys Kartoffeln essen?

Du fragst Dich, ab wann Du Deinem Baby Kartoffeln geben kannst? Hier ist die Antwort ausnahmsweise mal ziemlich einfach: Von Anfang an. Die eigentliche Frage ist dann nur noch, ab wann Du überhaupt etwas anderes als Milchnahrung anbieten solltest, d.h. ab wann Du die Beikost für Dein Baby einführst.

Ab wann sind Kartoffeln für Babys erlaubt?

Der früheste Zeitpunkt, ab dem Experten die Beikosteinführung empfehlen, ist der 5. Lebensmonat, also wenn Dein Baby volle 4 Monate alt ist. Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfiehlt, zwischen dem 5. und 7. Monat mit der Beikost zu beginnen. Die wenigsten Kinder erfüllen zu diesem Zeitpunkt die Beikostreifezeichen, darum solltest Du keinesfalls mit Baby Led Weaning (BLW) starten, sondern Brei füttern. Häufig wird hier empfohlen, gleich nach dem reinen Gemüsebrei (Pastinake oder Karotte) in der zweiten Beikost-Woche einen Fleisch-Kartoffel-Brei einzuführen.

Ich persönlich halte nichts davon, Kindern so früh Fleisch zu füttern. Auch würde ich mit der Beikosteinführung warten, bis das Kind zumindest 6 Monate alt ist. Denn die WHO (Weltgesundheitsorganisation) empfiehlt ganz deutlich, Babys 6 Monate lang voll zu stillen, das heißt ausschließlich mit Muttermilch zu ernähren (alternativ natürlich mit PRE-Nahrung). Danach soll erst geeignete Beikost eingeführt werden, während man mindestens 2 Jahre lang weiter stillt.

Was steckt in der Kartoffel?

Kartoffel zählt, um mal in der Babybrei-Sprache zu bleiben, als Sättigungsbeilage, nicht als Gemüse. Auch in der herkömmlichen Ernährungsphilosophie sind Kartoffeln eher zu den Kohlenhydraten zu zählen, als zum Gemüse. Das heißt, sie haben viel Stärke bzw. Kohlenhydrate und weniger Ballaststoffe, Wasser und Mikronährstoffe.

Im Vergleich zu Nudeln oder Reis ist die Kartoffel aber immer noch die „bessere“ Variante, das heißt es sind mehr Mineralien (Kalium, Phosphor) und Vitamine (Vitamin C, B1, B2, B6) enthalten.

Das tolle an der Kartoffel: Die enthaltene Stärke bindet Säure – und genau damit hat die junge Verdauung von Babys häufig Probleme. Ein hoher Säuregehalt in Lebensmitteln ist es meistens, die zu einem wunden Babypopo führt oder Allergien auslöst.

Qualität und Zubereitung von Kartoffeln für Babys

Das tolle an der Kartoffel ist, dass sie sich sehr lange lagern lässt und so das gesamte Jahr über in guter Bio-Qualität verfügbar ist. Weil der Bio-Anbau in diesem Fall wirklich nicht kompliziert oder kostenintensiv ist, sind Bio-Kartoffeln heute für jedermann erschwinglich und in jedem Supermarkt erhältlich. Im Vergleich zur herkömmlich angebauten Kartoffel befinden sich darin viel weniger Schadstoffe durch Düngemittel und Pestizide. Auch dürfen Bio-Kartoffeln nicht chemisch nachbehandelt werden, damit sie bei der Lagerung nicht keimen oder schimmeln.

Für die Zubereitung von Kartoffelbrei ist es am einfachsten, gekochte Kartoffeln zu nehmen. Sie werden weich und sämig. Für BLW-Kartoffeln sollten sie allerdings nicht zu weich sein, darum eignen sich Pellkartoffeln oder Kartoffelsticks bzw. -spalten aus dem Backofen. In Pommes-Form passen sie perfekt in die Kinderfaust, sodass der herausstehende Teil gegessen werden kann.

Richtige Pommes aus der Fritteuse und mit Salz sind für Babys übrigens nicht geeignet. Nicht nur das Salz ist ungesund, auch das verwendete Öl gilt als potentiell krebserregend.

Passende BLW-Rezepte findest Du hier.

Kartoffeln für Kinder mit Schale?

In den meisten Gemüsesorten sitzen in der Schale die meisten Vitamine und Spurenelemente. So auch in der Kartoffel. Allerdings sitzt direkt unter der Schale manchmal auch noch etwas anderes: Der Giftstoff Solanin. Hierbei handelt es sich um einen pflanzeneignen Abwehrstoff gegen Fressfeinde, der sich auch beim Kochen nicht zersetzt. In hoher Dosis führt er zu Verdauungsbeschwerden, neurologischen Störungen und im schlimmsten Fall könnte man daran sogar sterben.

Auch wenn ich von keinem Fall weiß, wo das passiert ist, solltest Du auf Nummer Sicher gehen und die Kartoffeln für Dein Baby vor dem Kochen schälen. Grüne Stellen, Kartoffelkeime und beschädigte Stellen musst Du großzügig wegschneiden, denn hier sitzt besonders viel Solanin.

In meiner Lebensmittel-Fibel für Babys findest Du zahlreiche Infos zu verschiedenen Lebensmitteln. Wenn Du eines nicht findest, schreib mir unbedingt einen Kommentar oder eine Nachricht, damit ich das ergänzen kann!

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