Babys und Reis

Alles, was Du wissen musst, wenn Dein Baby Reis essen will.

In vielen Regionen unserer Erde ist Reis das Grundnahrungsmittel und wird Babys ab Beikoststart gefüttert. Auch bei uns sind sich Beikostexperten einig, dass Babys Reis ab Beikosteinführung essen dürfen. Wann genau das ist und worauf Du bei Reis achten solltest, erkläre ich Dir hier kurz.

Ab wann dürfen Babys Reis essen?

Die WHO empfiehlt, Babys 6 Monate lang voll zu stillen und dann unter Einführung geeigneter Beikost mindestens 2 Jahre weiter zu stillen. Dasselbe gilt natürlich analog für Milchnahrung aus industrieller Herstellung. Da Reis ab Beikosteinführung geeignet ist, bedeutet das im Umkehrschluss: Babys dürfen ab dem 7. Lebensmonat Reis essen.

Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfiehlt einen Beikoststart zwischen dem 5. und 7. Monat. Dann dürften also Babys ab dem 5. Monat Reis essen.

Eltern, die ihre Babys breifrei, also mit dem Babyled Weaning Konzept an die Beikost heranführen, warten ab, bis ihre Kinder alle Beikostreifezeichen erfüllen. In dieser Ernährungsform dürfen Säuglinge dann sofort ganzen, aber natürlich weich gekochten Reis essen.

Wer schon vorher Beikost füttern will, muss unbedingt den Reis fürs Baby pürieren, denn diese Kinder dürfen vorerst nur Babybrei essen. Erst ab etwa 10 Monaten wird Reis auch als Ganzes empfohlen.

Welcher Reis ist gut für Babys?

Reis hat viel Stärke, kein Gluten und ist für die allermeisten Menschen gut verträglich. Wie bei anderem Getreide auch solltest Du immer Vollkorn (Naturreis, Wildreis) den Vorzug geben. Er hat mehr Ballaststoffe, Mineralien und Vitamine. Diese sitzen nämlich zu großen Teilen in der Hülle vom Korn, die beim weißen Reis entfernt wurde. Weißer Reis besteht fast ausschließlich aus Stärke und sein ernährungsphysiologischer Nutzen ist zweifelhaft.

Achtung: Arsen

Allerdings ist gerade ungeschälter Vollkornreis besonders häufig mit Arsen belastet, denn auch diese anorganische Verbindung reichert das Reiskorn in der Hülle an. Arsen gelangt durch das Wasser, in dem der Reis wächst, in die Pflanze und gelten als krebserregend. Verschiedene Tests zeigen immer wieder, dass auch spezielle Babyprodukte wie Reiswaffeln oder Reisbrei mit Arsen belastet sind, auch wenn es dafür mittlerweile noch strengere Grenzwerte gibt. Wie viel Arsen sich genau im Reis befindet, hängt nicht von der Marke oder Reissorte ab, sondern vom Anbaugebiet und vom verwendeten Wasser. Man kann also leider pauschal keine Empfehlungen geben.

Allerdings gibt es Methoden beim Kochen von Reis, die den Arsengehalt verringern. So sollte man Reis:

  1. über Nacht einweichen
  2. das Einweichwasser wegkippen und den Reis lange mit klarem Wasser spülen
  3. Reis in fünffacher Menge Wasser (also nicht mit der Quellreismethode!) kochen und das restliche Wasser wegkippen

Auf diese Weise kann der Arsengehalt im Reis zumindest verringert werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät, den Konsum von arsenbelasteten Lebensmitteln wie Reis nicht zu häufig bzw. regelmäßig zu betreiben (1).

Das heißt konkret: Während nichts gegen gelegentlichen Basmati Reis fürs Baby spricht, sollten eben auch andere stärkehaltige Lebensmittel aus Kartoffeln, Weizen, Hirse oder anderem Getreide auf dem Speiseplan stehen.

Reis bei Babyled Weaning

Breifreibabies bekommen also ab Beikostreife ganze, weichgekochte Reiskörner. Viele Eltern machen sich Sorgen, ihr Baby könnte sich am Reis verschlucken. Das ist zunächst einmal mit jedem Lebensmittel möglich, auch mit Brei. Konkret ersticken kann man am Reis allerdings nicht, dafür sind die Körner zu klein. Die Luftröhre eines Säuglings ist in etwa so dick wie ein Bleistift – es ist also kein Ersticken möglich.

Allerdings könnten Reiskörner eingeatmet werden und so in die Atemwege gelangen (Aspiration). Fremdkörper in den den Atemwegen können gefährliche Entzündungen, z.B. eine Lungenentzündung auslösen.

Deshalb dürfen Babys bei BLW eben erst essen, wenn sie motorisch wirklich dazu in der Lage sind.

Es bleibt noch die Frage, wie Babys Reis mit der Hand essen sollen: Thai-Reis, Sushi-Reis oder Milchreis werden beim Kochen klebrig und haften zusammen. (Milchreis muss man nicht mit Milch kochen, man kann ihn auch einfach als Beilage verwenden.) So können Babys sie gut mit den Händen essen.

Für größere Kinder, die bereits mit Löffel und Gabel üben, lässt sich klebriger Reis ebenfalls besser essen. Nicht klebriger Reis wie Langkorn- oder Basmatireis lässt sich für Kinder erst ab etwa 10 Monaten mit dem Pinzettengriff Korn für Korn auflesen. Besser ist es aber auch dann, wenn er mit einer Sauce verrührt ist, sodass er z.B. am Gemüse klebt und mitgegessen werden kann.

In meiner Lebensmittel-Fibel für Babys findest Du zahlreiche Infos zu verschiedenen Lebensmitteln. Wenn Du eines nicht findest, schreib mir unbedingt einen Kommentar oder eine Nachricht, damit ich das ergänzen kann!

Altersempfehlungen für andere Getreidesorten

Quellen:

  • Reis-Test: Zu viel krebserregendes Arsen in zwölf Marken. Magazin Juli 2020: Fischstäbchen | Autor: Johanna Michl, Annette Dohrmann | Kategorie: Essen und Trinken | 06.07.2020

Bild: bigstockphoto.com – ©Kay4yk

Auf Pinterest merken: