Ab wann dürfen Babys Datteln essen?

Datteln sind sowohl frisch als auch getrocknet sehr süß und darum natürlich bei Kindern beliebt. Ab wann Dein Baby getrocknete Datteln essen kann und wofür Du die kleine Süßigkeit noch verwenden kannst, erkläre ich Dir jetzt. 

Ab wann dürfen Babys Datteln essen?

Datteln sind in keiner Form ein gefährliches Lebensmittel für Babys oder Kleinkinder. Theoretisch können Säuglinge also ab Beikostreife Datteln essen. Von Beikostreife spricht man, wenn alle Beikostreifezeichen erfüllt sind. Dazu zählen: 

  • Selbständiges Halten des Kopfes
  • mit wenig Unterstützung selbständiges Sitzen
  • Hand-Mund-Koordination ausgeprägt genug, um Dinge in den Mund zu stecken
  • Zungenstoßreflex hat aufgehört
  • Interesse am Essen und eindeutige Kaubewegungen

Babys, die schon vorher essen sollen, müssen mit Brei gefüttert werden und dürfen keine feste Nahrung bekommen. Datteln müssen also ebenfalls fein püriert werden. Datteln in den Babybrei zu mischen, wird ab etwa 7 Monaten empfohlen, um den Brei zu süßen. 

Ab wann getrocknete Datteln fürs Baby?

Wir kennen Datteln in aller Regel nur als Trockenfrucht, ohne oder selten auch mit Kern. Tatsächlich sehen frische Datteln natürlich etwas anders aus – sie sind gelb, rot, braun oder sogar schwarz in der Farbgebung und wachsen auf Dattelpalmen – natürlich nur in wärmeren Ländern wie Afrika oder dem Mittleren Osten. Bei uns gibt es daher kaum frische Datteln, sondern nur das haltbare Trockenobst. Das macht auch im Sinne der Umweltbilanz Sinn, denn getrocknete Datteln legen zwar denselben Weg zurück wie frische, allerdings können sie viel langsamer reisen, da sie haltbar sind. Auch wird insgesamt wenig weggeworfen im Gegensatz zu frischen Früchten. 

Schon frische Datteln als Obst sind sehr süß, als Trockenobst sind sie noch süßer – und auch nährstoffreicher. Das heißt, man muss viel weniger Gramm essen, um dieselbe Menge an Ballaststoffen, Mikronährstoffen und Zucker zu erhalten. Das liegt daran, dass den getrockneten Datteln das Wasser fehlt. 

Ab wann Du Deinem Baby Trockenobst in Kuchen, Brei, Keksen oder als Ganzes gibst, bleibt am Ende Deine Entscheidung. Ich würde damit anfangs sehr sparsam umgehen. Denn auch, wenn es sich hier nicht um isolierten Industriezucker handelt und der Nährstoffgehalt von Trockenobst beträchtlich ist: Getrocknete Datteln sind extrem süß, begünstigen Karies und treiben den Blutzucker in die Höhe. Weil Säuglinge biologisch darauf geprägt sind, süßen Nahrungsmitteln den Vorzug zu geben, würden sie vermutlich recht viel davon essen. In den ersten 1-2 Lebensjahren würde ich darum nicht zu viele „Süßigkeiten“ in Form von Trockenobst wie Datteln geben. 

Machen Datteln beim Baby Blähungen?

Datteln haben viele Ballaststoffe und viel Zucker und wirken darum stuhlauflockernd. In größeren Mengen allerdings können sie auch Blähungen verursachen. Denn so schnell kann der Körper die großen Zuckermengen einfach nicht abbauen. 

Inhaltsstoffe: Das steckt in der Dattel

Datteln haben von Natur aus wenig Fett, viel Zucker und viele Nährstoffe:

  • Mineralstoffe Kalzium, Magnesium, Phosphor, Kalium und Eisen
  • Antioxidantien und B-Vitamine (z.B. Vitamin A, Folsäure)
  • Tryptophan (Aminosäure)

Die Aminosäure Tryptophan wird im Körper in das Hormon Melatonin umgewandelt. Melatonin wird vom Körper auch ausgeschüttet, wenn es dunkel wird – es steuert damit den Tag-Nacht-Rhythmus. Datteln wirken sich damit auf den Organismus beruhigend aus und fördern das Einschlafen. Perfekt also als Snack vor dem Mittagsschlaf oder abends. 

Wichtig ist, dass die getrockneten Datteln ungeschwefelt sind. Schwefeloxid wird verwendet, um eine Oxidation, also eine Verfärbung der Früchte zu verhindern. Diese beeinträchtigt den Geschmack nicht, lässt die Früchte aber weniger appetitlich aussehen. Deutlich sehen kann man den Unterschied zum Beispiel bei getrockneten Aprikosen: Geschwefelte sind hellorange, während ungeschwefelte Aprikosen ein mittleres Braun haben. Geschwefeltes Trockenobst kann allergische Reaktionen hervorrufen, bei empfindlichen Menschen zu Magenproblemen oder Kopfschmerzen führen, auch Nebenwirkungen bei Asthmatikern sind bekannt.

Natürlich brauchen süße Früchte wie Datteln für Babys keinen zusätzlichen Zucker, wirf also einen Blick auf die Inhaltsstoffe. Auch ein Produkt mit Bio-Siegel ist zu empfehlen. Datteln sind im Anbau sehr empfindlich gegenüber Schädlingen, darum werden im konventionellen vermutlich viele Pestizide verwendet. 

Fazit: Von Anfang an, aber in Maßen

Wenn Du mich also fragst, ab wann Babys Datteln essen dürfen, dann lautet meine Antwort: Sobald sie essen. Du kannst die kleinen, süßen Früchte super zum Backen oder Kochen verwenden, um eine nährstoffreiche Alternative zum Industriezucker zu nutzen. Allerdings wäre ich in den ersten 12-24 Monaten mit getrockneten Datteln eher vorsichtig. Denn die Kinder sollen ja auch noch andere, weniger süße Lebensmittel kennenlernen. 

Wenn Du jetzt auf der Suche bist nach einem Dattel-Baby Rezept, kannst Du entweder ein „normales“ Rezept nutzen und selbst eine dir angemessen erscheinende Menge Trockenobst statt dem Zucker hinzugeben. Dabei kannst Du Plätzchen und Baby Kekse mit Datteln genauso kreieren wie Kuchen und Baby Muffins mit Datteln, Baby Waffeln mit Datteln, Baby-Nutella, Müsliriegel für Babys oder vegane Flapjacks und vieles mehr. Alternativ zu püriertem Trockenobst kannst Du auch Dattelmus oder Dattelsirup zum Süßen verwenden. 

Ab wann hat oder wird Dein Baby Datteln gegessen? Welche Erfahrungen hast Du gemacht? Teil sie mit anderen Eltern in den Kommentaren!

In meiner Lebensmittel-Fibel für Babys findest Du zahlreiche Infos zu verschiedenen Lebensmitteln. Wenn Du eines nicht findest, schreib mir unbedingt einen Kommentar oder eine Nachricht, damit ich das ergänzen kann!

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