Kakao für Babys

Kakao gehört bei mir in der Küche zur Grundausstattung – auch für meine Kinder. Allerdings ist die Rede nicht von “Trinkschokolade”, auch als “Kaba” bekannt, sondern von reinem Kakaopulver ohne Zucker. Das dürfen Babys schon relativ früh essen bzw. trinken, wenn es ihnen denn schmeckt. Warum Babys Kakao nicht abends trinken sollten und warum Trinkschokolade als Getränk für Babys völlig ungeeignet für Kinder ist? Lies selbst.

Ab wann darf Baby Kakao trinken?

Wenn sich diese Frage auf den Trinkkakao “Kaba” bezieht, dann sollten Babys keinen Kakao trinken. Kleinkinder genauso wenig. Denn Kaba ist hoch zuckerhaltig und meist voll mit sonstigen Zusätzen. Wer ihn nach Packungsanweisung zubereitet, rührt seinem Säugling bis zu sieben Stück Würfelzucker in Kuhmilch. Das sind viele Kalorien aber kaum Nährstoffe.

Auch die zuckerreduzierten Sorten sind kaum besser, hier wurde “Zucker” (weißer Industriezucker) einfach durch ein Ersatzprodukt ausgetauscht. Such am besten auf der Zutatenliste nach “-sirup”, “Maltrodextrin” oder anderen Begriffen, hinter denen sich Süßungsmittel verstecken.

Auch Kuhmilch und Milchprodukte sollten Kinder frühestens nach dem ersten Geburtstag bekommen. Selbst, wenn man von anderen schädlichen Inhaltsstoffen in Kuhmilchprodukten und neueren Erkenntnissen absieht und den traditionellen Empfehlungen von Beikostberatern folgt: Im ersten Lebensjahr solltest Du maximal 200 ml verarbeitete Vollmilch pro Tag zu geben. Kuhmilch zum Trinken sollte gar nicht vorkommen.

Backkakao fürs Baby – ab wann?

Ganz anders sieht es aus mit reinem Kakao in Pulverform, wie es ihn unter anderem als Backkakao zu kaufen gibt – egal, ob Du den dann zum Backen verwendest oder zu einem Trinkkakao verarbeitest. Kakaopulver ohne Zuckerzusatz gilt durchaus als gesund, denn er enthält wertvolle Antioxidantien, Eisen, Magnesium und Kalzium sowie ungesättigte Fettsäuren. Die Aminosäuren Tryptophan und das Phenylethylamin im Kakao sorgen außerdem dafür, dass wir uns glücklich und ausgeglichen fühlen. Dass Schokolade, die ja als Inhaltsstoff auch Kakao enthält, als ungesund gilt, liegt vor allem an ihrem hohen Zuckergehalt.

Allerdings gibt es auch Bestandteile der Kakaobohne, die als ungesund diskutiert werden: Koffein  und Theobromin. Das sind psychotrope Substanzen, die eine anregende Wirkung auf das Nervensystem haben. Das ist auch der Grund, warum Kinder abends besser keinen Kakao trinken bzw. essen sollten und ihn außerdem nicht zu regelmäßig konsumieren sollten.

Wenn Du für Dein Baby etwas mit Schokolade, also Kakao backen willst, hier ein paar Rezeptideen:

Avocado-Schoko-Creme

Schokokuchen

Schoko-Kekse ohne Zucker

Maroni-Schokokekse

Welcher Kakao ist gut für Kinder?

Im Rahmen der Raw-Food Bewegung heißt es, dass roher Kakao gesünder sei, weil er mehr der oben genannten Stoffe enthält. Industriell verarbeiteter Kakao wird meist sehr hoch erhitzt und so gehen einige wertvolle Inhaltsstoffe verloren. Darüber, ob Rohkakao fürs Baby okay ist, konnte ich leider keine verlässlichen Informationen finden.

In jedem Fall aber solltest Du Kakao aus biologischem Anbau verwenden, denn nur so kannst Du sicher sein, dass sich keine unerwünschten Stoffe aus dem Anbauprozess wie Pestizide im Pulver befinden.

Außerdem würde ich, wenn möglich, leicht entöltes Kakaopulver bevorzugen. Leicht entölt bedeutet, dass noch mehr Kakaobutter (mindestens 20%) enthalten ist. Das verleiht mehr Geschmack und es sind mehr gesunde Fettsäuren enthalten. Stark entöltes Kakaopulver hat noch mindestens 8% Kakaobutter und den Vorteil, dass es sich auch in kalter Flüssigkeit leicht auflösen lässt.

Fazit: Ab wann Kakao zum Frühstück?

Wenn Du dich jetzt also fragst, ob es zum Frühstück schon mal Kakao für Dein Baby mit 8 Monaten geben soll, dann kann ich nur sagen: Das musst Du selbst entscheiden. Ich würde Kakao ohne Zucker für Babys jederzeit anbieten – als Ausnahme. Außerdem würde ich den Kakao in keinem Alter mit Kuhmilch anrühren, sondern mit PRE-Milch oder pflanzlicher Milchalternative (Hafermilch, Sojamilch, Erbsenmilch).

Wenn Du auf Kakaopulver wegen des Koffeingehalts am liebsten auch verzichten willst, kann ich Dir eine mögliche Alternative empfehlen, sowohl zum Trinken als auch zum Backen: Carobpulver. Dieses wird aus dem Johannisbrotbaum gewonnen und enthält keine Substanzen mit anregender Wirkung. Im Geschmack ähnelt es dem Kakao, ist aber milder. Es schmeckt süß-herb, ein bisschen wie natürliches Karamel. Auch Carob enthält viele gesunde Bestanteile wie Ballaststoffe, ß-Carotin, und Mineralstoffe.

Kakao in die Milchflasche? Bitte nicht!

Bei meiner Recherche war ich schockiert, wie viele Eltern ihren Kindern das Trinken von Kuhmilch schmackhaft machen wollen, indem sie zuckerhaltigen Trinkkakao in die Milch geben – manche sogar in die Nuckelflasche!

Auch, wenn viele das Kabapulver niedriger dosieren als vom Hersteller empfohlen, enthält es trotzdem noch Zucker, der die Zähne umspült die Zähne und ungesunde Gewohnheiten schafft. Wenn ein Kind keine Vollmilch von der Kuh als Getränk trinken will, dann ist das völlig in Ordnung und sogar gesund. Abgesehen von der Muttermilch bzw. Flaschenmilch aus Milchpulver sollten Kinder als Getränk vor allem Wasser, manchmal noch ungesüßten Tee, erhalten.

Kuhmilch ist kein Getränk, sondern ein Nahrungsmittel und der Verzehr sollte nicht durch Zucker anerzogen werden. Versuch stattdessen einfach weiterhin PRE-Nahrung oder Folgemilch, die eignet sich in der Zusammensetzung und Qualität wenigstens für Kinder. Die Empfehlung, dass Kinder Kuhmilch für gesunde Knochen (Kalzium) bräuchten, ist überholt und möglicherweise sogar widerlegt.

In meiner Lebensmittel-Fibel für Babys findest Du zahlreiche Infos zu verschiedenen Lebensmitteln. Wenn Du eines nicht findest, schreib mir unbedingt einen Kommentar oder eine Nachricht, damit ich das ergänzen kann!

Bild: bigstockphoto.com – ©ronstik

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