Kekse für Babys

Was die Ernährung meiner Kinder angeht, bin ich relativ streng. Trotzdem waren Kekse eines der ersten Lebensmittel, die meine Kinder zu essen bekommen haben – natürlich nur selbst gebackene aus babygerechten Zutaten. Was die sogenannten Babykekse aus dem Supermarktregal angeht, bin ich etwas zurückhaltender. 

Ab wann dürfen Babys Kekse essen?

Herkömmliche Kekse, Butterkekse, Plätzchen, Lebkuchen und Co. sind richtige Zuckerbomben und damit für Babys absolut ungeeignet. Ab wann Babys Zucker bekommen sollten ist eine sehr umstrittene Frage. Ich persönlich schließe mich der Meinung vieler Experten an, die Zucker in regelmäßigen und größeren Mengen generell für ungesund und gesundheitsschädlich halten. Je später Kinder sich daran gewöhnen, umso besser. 

Ab wann sind Babykekse in Ordnung?

Doch wie sieht es mit Babykeksen, die speziell als solche ausgeschildert sind? Auch hier solltest Du vorsichtig sein. Häufig wird dazu geraten, Babys im ersten Lebensjahr keine Babykekse zu geben, auch wenn sie mit „ab 6 Monaten“ beschriftet sind. Denn die meisten enthalten schlicht und ergreifend weißen Industriezucker, genauso wie Kekse für Erwachsene. Zucker schadet den Zähnen und fördert Übergewicht. Säuglinge gewöhnen sich durch übersüße Speisen schnell an die Süße und verlieren ihre feine Geschmackswahrnehmung. 

Viele Babykekse sind aus diesem Grund „ohne Zuckerzusatz“. Aber woran liegt es dann, dass Babys sie meist lieber essen als das, was wir zuhause backen? Das hat in meinen Augen zwei Gründe: 

  1. Feines Weißmehl
  2. Süße aus Früchten

Je feiner gemahlen und gesiebt Mehr ist, desto „besser“ schmeckt es. Weißmehl besteht nur noch aus Stärke, die Hülle des Korns, in der sich Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe befinden, wurde sorgfältig entfernt und die wertvollen Öle im Kern durch Hitze und Druck zerstört, sodass das Mehl haltbar ist. So besteht es aus reiner Stärke, die chemisch nicht mehr weit entfernt ist von Zucker. Tatsächlich wird sie noch im Mund in Verbindung mit Speichel zu Zucker umgewandelt. Kein Wunder also, dass uns Produkte aus Weißmehl besser schmecken als Vollkornmehl. 

Aber auch die „Süße aus Früchten“ kann sehr viel Zucker bedeuten, nämlich Fruchtzucker (Fructose). Zu weißem Kristallzucker ist hier hinsichtlich der kariogenen Wirkung und den Auswirkungen auf die Gewichtsentwicklung kein Unterschied. Lediglich sind in Trockenfrüchten oder stark eingedicktem Obstbrei immer noch Ballaststoffe und Nährstoffe enthalten – je stärker verarbeitet, umso weniger natürlich. 

Sind selbst gebackene Babykekse besser?

Vermutlich fragst Du Dich jetzt, ob dasselbe nicht auch für Babykekse aus Deinem eigenen Backofen gilt? Immerhin ist hier auch Obst verarbeitet? Ja, auch in dem Obst, das Du zuhause zum backen von Babykeksen verwendest, ist natürlich Fruchtzucker. Allerdings kommt das Obst hier in einer viel natürlicheren, weniger Verarbeiteten Form vor. Wenn Du zum Beispiel eine Banane zermatscht, mit Haferflocken mischt und daraus Babykekse backst, dann sind das zwei grundsätzlich gesunde Zutaten. Denn in Haferflocken sind viele Mineralien wie Eisen enthalten und auch die Banane hat neben dem Fruchtzuckeranteil viele wertvolle Nährstoffe. 

Genauso kannst Du das Mehl so anpassen, dass es gesund für Dein Baby ist. Zum Beispiel kannst Du statt Weißmehl Vollkornmehl und statt Weizen andere Getreidesorten wie Hafer, Hirse oder Roggen verwenden. So wird ein Babykeks ein durchaus gesunder Snack für Dein Kind. 

Natürlich kannst Du auch die süßen Zutaten ganz weglassen und herzhafte Kekse für Dein Baby zum Knabbern backen! Auch Maiswaffeln, oder selbst gebackene Dinkelstangen oder Baby-Zwieback ohne Zucker können eine gute Alternative sein. Sobald die Kleinen den Pinzettengriff beherrschen, können sie auch Lebensmittel mit kleinerer Form wie Cornflakes oder Hirseflips gut essen. 

Babykekse im Test: Zu viel Zucker und Schadstoffe

Auch Schadstoffe wie Mineralölsrückstände oder Fettsäurerester, die die Ökotest 2019 in ihrem Babykeks Test gefunden hat, kannst Du durch selbst gebackene Babykekse vermeiden. Auch der Hohe Zuckergehalt von bis zu 26% wurde in fast allen Keksen bemängelt. Die einzige Babykekssorte, die nicht durchgefallen ist: Die Dinkel-Butterkekse von Babylove Bio. 

Das richtige Maß finden

In keinem Fall solltest Du Deinen Säugling von Babykeksen ernähren. Wichtig ist immer, dass Kinder mit dem Beikoststart möglichst vielfältig und ausgewogen essen. Dazu kann auch mal ein Babykeks gehören, solange ansonsten viel Gemüse, Getreide und andere gesunde Lebensmittel auf dem Tisch stehen. Hauptnahrungsmittel im ersten Jahr ist ja ohnehin die Milch – der Rest ist zum Ausprobieren und Kennenlernen. 

Bild: bigstockphoto.com – ©New Africa

Auf Pinterest merken: