Babys und Ei

Alles, was Du wissen musst

Für viele gehören Eier zu den Grundnahrungsmitteln – im Teig, als Spiegelei zum Abendessen oder als hart gekochtes Ei auf dem Frühstückstisch. Meist dauert es nicht lange, bis auch das Interesse Kleinsten an der runden Speise geweckt ist. Doch ab wann dürfen Babys Eier essen? Oder sind Eier gar gefährlich für Säuglinge?

Ab wann dürfen Babys Eier essen?

Die meisten Empfehlungen lauten, Babys ab 9 Monaten Eier probieren zu lassen, wenn bereits 3 Breimahlzeiten gegessen werden. Manche empfehlen Hühnerei auch erst ab 1 Jahr.

Hart gekochtes bzw. komplett durchgegartes Ei gehört nicht zu den gefährlichen Lebensmitteln für Kinder. Darum ist es auch nicht schlimm, wenn Dein Baby schon vorher mal ein Löffelchen Ei probiert hat oder verarbeitetes Ei in zuckerfreien Pfannkuchen, Waffeln oder Baby-Muffins probiert hat.

Eier finden vor allem bei Baby led Weaning häufig auch schon früher Einsatz. Die Mengen, die ein Säugling unter 9 Monaten eigenständig isst, sind in aller Regel ohnehin gering.

Warum dürfen kleine Babys kein Ei essen?

Aber was spricht eigentlich dagegen, Babys auch vorher schon Ei anzubieten? Dahinter steckt vor allem der hohe Proteingehalt, der die unreifen Nieren belastet und den Wasserhaushalt durcheinander bringt.

Insgesamt solltest Du deshalb darauf achten, dass Säuglinge nicht zu viel zusätzliche Proteine (Eiweiß aus Fleisch, Ei oder Milchprodukten) aufnehmen. Das bedeutet nicht, dass Du diese Produkte gar nicht in die Kinderernährung integrieren darfst. Aber den tatsächlichen Eiweißbedarf decken Säuglinge in den ersten Beikostmonaten noch überwiegend über die Muttermilch bzw. Flaschenmilch.

Wie viele Eier dürfen Babys essen?

Die Empfehlung lautet, im ersten Lebensjahr maximal 1-2 Eier pro Woche zu geben. Dazu gehören auch verarbeitete Eier in Pfannkuchen, Aufläufen oder anderen Gerichten.

Natürlich ist es hier schwerer nachzuvollziehen, wie viel vom verarbeiteten Ei ein Baby tatsächlich zu sich genommen hat.

Aber keine Sorge, 1-2 Eier sind lediglich ein Richtwert. Wenn Dein Baby schon mal 3 Eier auf einmal gegessen hat, passiert überhaupt nichts. Bei diesen Themen geht es darum, die Nieren nicht auf lange Sicht zu überlasten.

Eier im Babybrei sind zum Beispiel auch eine gute Alternative zum Fleischbrei. Dann kannst Du das Fleisch durch das Ei ersetzen, es zählt nicht als “zusätzlich”.

Ab wann darf ein Baby Eigelb essen?

Wer jetzt denkt, das Eiweiß würde nur im Hühnereiweiß stecken und das Baby darum ausschließlich das Eigelb essen, der irrt sich. Denn tatsächlich enthält Eigelb sogar mehr Proteine als das Eiweiß im Hühnerei.

Ab wann darf ein Baby weiches Ei essen?

Das wichtigste beim Thema Ei: Es muss immer ganz durchgekocht (10 Minuten) oder gebraten (ganz fest) sein, damit eventuell enthaltene Salmonellen abgetötet werden. Diese sitzen häufiger auf der Schale der Eier, selten auch im Inneren. Durch ein Erhitzen auf über 70°C für mindestens 10 Minuten werden sie unschädlich gemacht.

Während Erwachsene eine Infektion mit Salmonellen meist problemlos überstehen, kann die Durchfallerkrankung für Säuglinge sehr gefährlich werden und bedarf medizinischer Betreuung.

Je älter Dein Kind wird, desto stärker wird auch das Immunsystem, um eine Infektion mit dem Salmonellen-Erreger zu bewältigen. Das heißt, nach dem ersten Geburtstag kannst Du etwas weniger akribisch darauf achten, dass das Ei immer ganz durchgegart ist.

Im Zweifel schadet es natürlich nie, auf rohes Ei zu verzichten und die Pfanne lieber eine halbe Minute länger auf dem Herd zu lassen.

Wann dürfen Babys Rührei essen?

Rührei wird laut vielen Rezepten an dem Punkt aus der Pfanne genommen, an dem es noch etwas weich ist. So schmeckt es den meisten am besten.

Zuhause kannst Du natürlich ganz einfach dafür Sorgen, dass das Rührei ganz durchgebraten ist. Im Restaurant wird das schon schwieriger. Darum würde ich dort im ersten Lebensjahr auf Rührei fürs Baby verzichten.

Ansonsten findet man rohes Ei manchmal in selbst gemachter Mayonnaise oder selbst gemachter Sauce Hollandaise (Fertigprodukte sind haltbar gemacht und enthalten kein rohes Ei), Kuchenteig, Waffelteig, Tiramisu (wegen Kaffee, Kuhmilchprodukten und Zucker für Babys ohnehin ungeeignet) oder auch selten in Speiseeis oder Mousse au Chocolàt.

Sind Eier gesund?

Bei der Frage, ob Eier für Menschen und Säuglinge gesund sind, scheiden sich die Geister. Es gibt plausible Theorien, denen zufolge tierische Produkte wie Eier, Fleisch, Fisch und Milch für sehr viele unserer Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebsleiden verantwortlich sind. Demnach wäre die vegane Lebensweise die gesündeste.

Andererseits stecken im Ei unglaublich viele Nährstoffe – nämlich alle, die ein kleines Hühnerkind für die Entwicklung vom befruchteten Ei zum Küken benötigt. Vieles davon benötigen auch wir Menschen, wenn auch nicht genau in dieser Zusammensetzung:

  • Vitamin A
  • Vitamine B1, B6, B12,
  • Vitamin D
  • Vitamin E, K
  • Lecithin
  • Kalzium, Jod
  • Eisen

Eier sind eine gute Eisen, Jod- und Eiweißquelle in der vegetarischen Ernährung. Das enthaltene Fett liefert wichtige Energie.

Zwar stimmt es, dass Eier viel Cholesterin enthalten, allerdings sind die angeblichen gesundheitlichen Nachteile von Cholesterin mittlerweile umstritten. Vor allem bei gesunden Menschen und in Maßen gilt es als unbedenklich.

Wenn Du Eier für Deine Kinder kaufst, sind Bio-Eier immer die bessere Wahl. denn dort werden keine Farbstoffe eingesetzt, um den Dotter gelber zu machen. Der häufig verwendete Farbstoff Canthaxanthin zum Beispiel kann in großen Mengen die Netzhaut schädigen. Auch wenn Dein Baby sicherlich keine so großen Mengen zu sich nehmen wird, würde ich trotzdem darauf verzichten, wenn möglich.

Hühnereiweiß-Allergie bei Kindern

Wenn Du irgendwo noch auf die Empfehlung stoßen solltest, dass Eier unter 2 Jahren oder sogar bis zum 3. Geburtstag tabu sind, das hat folgenden Grund: Hühnereiweiß ist starkes Allergen.

Lange dachte man, dass man der Entwicklung von Allergien vorbeugen könne, indem man potentielle Allergene wie das Hühnerei möglichst lang vermeidet. Allerdings hat sich diese Meinung in den letzten Jahren verändert, nachdem Studien nahelegen, dass es sich genau anders herum verhält.

Wer früh, aber in Maßen mit Allergenen in Kontakt kommt, entwickelt mit geringerer Wahrscheinlichkeit eine Allergie.

Mögliche Symptome einer allergischen Reaktion auf Ei:

  • geschwollene, rote Augen
  • juckende bzw. brennende Augen (Baby reibt sich die Augen)
  • (teils juckender) Ausschlag im Gesicht oder an anderen Körperstellen, Nesselsucht
  • Neurodermitisschübe
  • laufende Nase, Niesen
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Durchfall
  • geschwollene Schleimhäute in Mund und Nase
  • Schwellungen im Mundbereich
  • erhöhter Puls
  • Schwitzen
  • Atemnot

Bei einer heftigen allergischen Reaktion solltest Du sofort den Krankenwagen rufen, wenn Dein Baby zum Beispiel Probleme hat, zu atmen oder das Bewusstsein verliert. Bei den ersten Kontakten mit einem Allergen ist so eine starke Reaktion aber eher unwahrscheinlich. Bei den meisten baut eine Allergie sich langsam auf.

Wenn Du den Verdacht hast oder sicher weißt, dass Dein Baby allergisch auf Ei reagiert, solltest Du mit dem Kinderarzt sprechen. Zunächst einmal solltet ihr auch Hühnerei in jeder Form verzichten. Oft “verwächst” sich die Allergie dann in den ersten 5 Lebensjahren. Das heißt, irgendwann reagiert der Körper nicht mehr allergisch.

Ab wann hat oder wird Dein Baby Eier bekommen? Welche Erfahrungen hast Du gemacht? Teil sie mit anderen Eltern in den Kommentaren!

In meiner Lebensmittel-Fibel für Babys findest Du zahlreiche Infos zu verschiedenen Lebensmitteln. 

Bild: bigstockphoto.com – ©Quality Stock Arts

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