Ab wann dürfen Babys Kastanien essen?

Eine Kastanie im Babymund sorgt bei vielen Eltern erst einmal für einen Schreckmoment. Dabei gibt es auch Esskastanien (Maroni). Ab wann die für Babys geeignet sind und wie es mit der Verschluckungsgefahr bei Kastanien tatsächlich aussieht.

Kastanien für Baby – ab wann?

Die normale Esskastanie oder Maroni eignet sich in zerkleinerter Form ab Beikoststart. Das heißt, in verarbeiteter Form, zum Beispiel als Maroni-Babybrei dürfen Babys ab 6 Monaten Kastanien essen. Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfiehlt einen Beikoststart frühestens im 5. und spätestens im 7. Monat. Die WHO dagegen rät, Säuglinge mindestens 6 Monate lang voll zu stillen und dann mit der Beikost zu beginnen.

Bei Baby Led Weaning, der breifreien Beikosteinführung, warten Eltern, bis die Kleinen alle Beikostreifezeichen zeigen und damit auch feste Nahrung zu sich nehmen dürfen. Manchmal dauert das weit über den 7. Lebensmonat hinaus.

Wichtig für die Kastanien für Babys sind folgende Punkte:

  • Kastanien können wie Nüsse sehr trocken und bröselig werden. Es besteht Aspirationsgefahr. Auch für Baby Led Weaning würde ich die Maroni darum zerkleinern.
  • Wenn Dein Baby einen empfindlichen Verdauungstrakt hat, solltest Du zunächst mit kleinen Mengen starten. Denn die Ballaststoffe in der Esskastanie können zu Blähungen und Bauchschmerzen führen.

Die Haut der Maroni (nicht die Schale) enthält besonders viele Ballaststoffe, darum solltest Du sie anfangs vielleicht abziehen (später können Kinder sie auch mitessen). Dann ist die Esskastanie leicht verdaulich.

Inhaltsstoffe von Kastanien

Esskastanien gehören zu den Nüssen, wie zum Beispiel auch Haselnüsse oder Walnüsse. Neben den Ballaststoffen enthalten Esskastanien viele Kohlenhydrate und wenig Fett (Walnüsse enthalten 20 Mal so viel Fett), darum schmecken sie mehliger als andere Nüsse. Der Energiewert von Kastanien ist damit nur halb so hoch wie der von anderen Nüssen.

Neben Phosphor und Kalzium enthalten Esskastanien auch Magnesium, Kalium, Mangan, Kupfer und Vitamin C und Folsäure (Vitamin B9).

Esskastanien sind immer glutenfrei und darum eine willkommene Abwechslung in der glutenfreien Ernährung für Babys. In der Geschichte verschiedener Völker wurde Mehl aus Esskastanien sogar als Ersatz für Getreide verwendet.

Sind Kastanien für Babys gefährlich?

Können Kinder Kastanien verschlucken?

Nun haben sowohl Esskastanien als auch die verwandte, nicht essbare Rosskastanie, eine für Babys und Kleinkinder wahnsinnig interessante Farbe, Form, Größe und Beschaffenheit. Wenn man sie lässt, sind die glatten, rundlichen Gegenstände flink im Mund verschwunden – und werden nicht immer bereitwillig wieder herausgegeben.

Nun fragen wir Eltern uns zu Recht: Kann es passieren, dass ein Baby eine Kastanie verschluckt?

Natürlich kommt es ein wenig auf die Größe an, immerhin gibt es ja auch sehr klein gewachsene Kastanien. Aber die normalen bis großen Kastanien können eigentlich kaum verschluckt werden. Stell Dir doch einmal vor, Du solltest selbst so ein Ding hinunter würgen. Ich bezweifle, dass das anatomisch möglich ist. Was jedoch passieren kann ist, dass die Kastanie im Rachenraum weit nach hinten rutscht, immerhin ist die Oberfläche glatt und rutschig im Mund. Und nicht jedes Baby verfügt bereits über sichere Zungenfertigkeiten.

So könnte es den Zugang zur Luftröhre im Rachen verschließen und das Baby oder Kleinkind ersticken. Also theoretisch. Tatsächlich gelesen habe ich von so einem Fall bisher nicht.

Mein Tipp darum: Lass Dein Kind sicherheitshalber niemals allein mit Kastanien im Mund spielen. So kannst Du sofort eingreifen, wenn es Hilfe braucht. Ganze Kastanien sind zum Glück so groß, dass Du sie im Zweifel durch Klopfen, Heimlich-Handgriff oder manuell wieder heraus bekommen solltest. Eine Garantie darauf gibt es natürlich nie.

Aspirationsgefahr durch Esskastanien

Was dagegen schon häufiger vorkommt ist, dass Kinder Teile der Kastanie einatmen. Das funktioniert ähnlich wie bei den Nüssen: Durch den Druck von Zähnen oder Kieferknochen zerfallen sie zu kleineren Teilen. Wenn zu viel davon im Mund ist bzw. das Baby husten muss oder zu abrupt einatmet, können kleine Teile in die Lunge geraten. Die wenigsten haben genau die richtige Größe, um ein Ersticken zu verursachen. Trotzdem müssen sie wieder entfernt werden. Laut einer Diplomarbeit von Christine Elsner an der Universität Graz haben 7% der Patienten, die wegen Verschluckens eines Fremdkörpers in die Notaufnahme kommen, sich an einer Maroni verschluckt.

Sind Kastanien für Babys giftig?

Nun gibt es neben den Esskastanien ja auch noch die viel weiter verbreiteten Rosskastanien. Diese sind auch bei Geschwisterkindern zum Basteln wahnsinnig beliebt. Rosskastanien sind nicht essbar und leicht giftig. Denn sie enthalten Saponine, die die Pflanze als Abwehrstoffe gegen Fressfeinde bildet. Allerdings musst Du Dir trotzdem keine Sorgen machen, wenn Dein Baby nach Herzenslust auf einer Kastanie herumkaut: Bis es zu einer echten Vergiftung kommt, müssten große Mengen davon gegessen, nicht nur gelutscht, werden.

In meiner Lebensmittel-Fibel für Babys findest Du zahlreiche Infos zu verschiedenen Lebensmitteln. Wenn Du eines nicht findest, schreib mir unbedingt einen Kommentar oder eine Nachricht, damit ich das ergänzen kann!

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