Ab wann ist Mandelmus fürs Baby geeignet?

Ganze Nüsse bzw. ganze Mandeln gehören zu den gefährlichen Lebensmitteln für Kinder und sollten in den ersten Lebensjahren auf keinen Fall angeboten werden. Doch wie sieht es mit Nussmusen fürs Baby aus? Kann man Babys Mandelmus geben? Ab wann ist das erlaubt und warum ist das nicht gefährlich?

Mandelmus für Baby – ab wann?

Solange dein Baby keine allergische Reaktion zeigt, darf es Mandelmus ab der Beikostreife essen. Reif für die Beikost ist ein Kind, wenn es alle Beikostreifezeichen erfüllt. Dazu gehören auf jeden Fall

  • den Kopf selbst halten,
  • (mit leichter Unterstützung) aufrechtes Sitzen,
  • ausreichende Hand-Mund-Koordination, um Essen in den Mund zu stecken,
  • nachlassender Zungenstoßreflex

Bei vielen Kindern sind die Reifezeichen etwa um den 7. Lebensmonat herum erfüllt. Auch die WHO empfiehlt, Babys 6 Monate lang ausschließlich zu stillen und erst dann mit der Beikost zu beginnen. Kurz gesagt dürfen die meisten Babys also Mandelmus ab dem 7. Monat essen.

Ganze Mandeln sind tabu

Ganze Mandeln dagegen stehen wie alle anderen Nussarten auf der “roten Liste” für Babys: Es sind wirklich gefährliche Lebensmittel. Vor allem an Erdnüssen verschlucken sich Babys und Kleinkinder, aber auch Mandeln können in die Luftröhre geraten und zum Erstickungstod führen. Auch größere Stücke einer Nuss in den Atemwegen können zu Probleme führen. Sie können chirurgisch nur schwer entfernt werden und verursachen als Fremdkörper gefährliche Lungenentzündungen. Die meisten Experten empfehlen ganze Nüsse darum frühestens ab dem 3. Geburtstag. Manche sagen auch, Kinder sollten erst Nüsse essen, wenn sie “Nüsse” schreiben können – also im Grundschulalter.

Mandeln können Allergien verursachen

Nussmus dagegen ist ungefährlich – es sei denn, dein Baby entwickelt eine Allergie. Experten empfehlen heute nicht mehr, auf Lebensmittel mit hohem Allergiepotential komplett zu verzichten. Die beste Allergieprävention scheint zu sein, solche Lebensmittel in Maßen in die Ernährung zu integrieren. Das heißt konkret: Dein Baby darf hin und wieder Mandelmus essen, allerdings sollte es nicht täglich in großen Mengen in den Brei oder aufs Brot. Wie viel Mandelmus genau dein Baby essen darf, können dir auch Mediziner nicht definitiv beantworten.

Wenn dein Kind schon allergisch auf Nüsse reagiert, ist es für Prävention schon zu spät. Dann solltest du entsprechende Lebensmittel vorerst komplett meiden und dich von einem Arzt über das weitere Vorgehen beraten lassen.

Warum ist Mandelmus so gesund?

Tatsächlich ist Nussmus – und Mandelmus im Speziellen – sogar sehr gesund für Menschen jeden Alters. Mandeln enthalten gesunde, ungesättigte Fette bzw. Öle (Öl- und Linolsäure), langkettige Kohlenhydrate und Proteine. Es gibt Untersuchungen, die andeuten, dass Mandeln den oxidativen Stress in den Zellen mindert und den Blutzuckerspiegel senkt.

Außerdem stecken in der Mandel

  • Magnesium
  • Kalzium
  • Eisen
  • Kalium
  • Zink
  • Folsäure
  • Vitamin E

Welches Mandelmus für Babys?

Soviel vorab: sowohl braunes, als auch weißes Mandelmus ist für Babys geeignet und gesund. Aber warum gibt es eigentlich Mandelmus in zwei Farben? Was ist der Unterschied? Zunächst einmal denken die meisten, dass im braunen Mandelmus einfach die braune Hülle der Mandel mit verarbeitet wurde. Dann wäre das braune Mandelmus das natürlichere und vermutlich gesündere Produkt. Denn wie bei so vielen Pflanzen stecken in der Hülle zahlreiche Ballaststoffe und Nährstoffe. Allerdings ist das nur die halbe Wahrheit zum Thema weißes oder braunes Mandelmus. Denn tatsächlich werden die Mandeln für das braune Mus vor dem zerkleinern noch geröstet. Braunes Mandelnmus ist also höher verarbeitet und damit potentiell “ungesünder”. Der Unterschied ist aber wirklich marginal. Den meisten Babys schmeckt übrigens das weiße Mandelmus besser, denn es ist süßlicher und leichter verdaulich.

Hat Mandelmus Blausäure?

Grundsätzlich wird Mandelmus aus essbaren und ungiftigen Süßmandeln hergestellt. Diese enthalten keine Blausäure und sind für Babys und Kleinkinder dahingehend unbedenklich. Blausäure enthalten dagegen Bittermandeln – eine ganz andere Mandelsorte, die nicht roh gegessen werden darf. Aus Bittermandeln wird vor allem Bittermandelöl hergestellt, das essbar ist, weil sich die giftigen Bestandteile durch die Verarbeitung verflüchtigt haben. Bittermandeln enthalten Amygdalyn, das während des Verdauungsprozesses unter anderem in giftige Blausäure gespalten wird. Schon etwa 5-10 rohe Bittermandeln wären genug, um bei einem Baby eine lebensgefährliche Blausäurevergiftung hervorzurufen.

Tatsächlich tragen auch Süßmandelbäume vereinzelt bittere Mandeln, die Amygdalyn enthalten. Sie sind von normalen Süßmandeln optisch kaum zu unterscheiden und werden darum mit verarbeitet, auch beim Mandelmus. Allerdings beträgt der Anteil zwischen 0,5 und 3%. Für Menschen, die normale Mengen an Mandelmus essen, besteht also absolut kein Grund für Bedenken. Wäre Mandelmus wirklich gefährlich, wäre es als Lebensmittel in Europa nicht zugelassen.

Mandelmus Rezepte für Babys und Kleinkinder

Du kannst Mandelmus selber machen, allerdings empfiehlt sich dafür ein Hochleistungsmixer und etwas Erfahrung. Einfacher ist es, Mandelmus im Glas zu kaufen. Das gibt es mittlerweile nicht mehr nur im Biomarkt oder Reformhaus, sondern auch in vielen Supermärkten und in den gängigen Drogerien wie dm, rossmann oder müller.

Viele Eltern mischen einfach etwas Mandelmus in den Babybrei. Aber auch als Brotaufstrich eignet sich Mandelmus, ebenso wie als Topping für Müsli, Frühstücksbowls oder Smoothiebowls. Um es in richtigen Rezepten, zum Beispiel in Keksen oder Kuchen, zu verbacken, ist das Nussmus meiner Meinung nach viel zu lecker!

Auf Pinterest merken: