Ab wann dürfen Babys Kefir trinken?

Kefir ist ein durch den sogenannten Kefirpilz (Hefepilz) fermentiertes Milchprodukt, das als sehr gesund für den Darm gilt. Allerdings liest man immer wieder, Kefir sei für Kinder und Schwangere ungeeignet, weil er bis zu 2% Alkohol enthalte. Was stimmt denn nun? Die Antwort, ab wann Kinder Kefir trinken dürfen, wird dich überraschen. 

Kefir fürs Baby – ab wann?

Kefir wird in aller Regel aus Kuhmilch hergestellt und eignet sich darum nicht für Kinder unter 12 Monaten. Das hat verschiedene Gründe, der Alkoholgehalt ist allerdings in der Regel keiner davon. 

Laut neueren Forschungen enthalten Kuhmilchprodukte sowie Rindfleisch Erreger (BMMFs), die das Risiko für eine Krebserkrankung im späteren Leben erhöhen. Solange das Immunsystem von Säuglingen noch schwach ist, ist eine Infektion wahrscheinlicher, später kann der Körper die Erreger meist erfolgreich abwehren. Solange Kinder gestillt werden, bietet vermutlich die Muttermilch einen Schutz gegen die Infektion – deshalb empfiehlt das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), möglichst lange zu stillen und Kuhmilchprodukte  möglichst spät in die Ernährung von Kindern zu integrieren. Ein Grund für Erwachsene, auf Kuhmilchprodukte zu verzichten, sieht das DKFZ nicht. 

Aber auch abseits davon empfehlen Beikostberater, im ersten Lebensjahr maximal 200ml Kuhmilch pro Tag als Zutat im Brei zu geben. Hintergrund ist der hohe Proteingehalt von Kuhmilch, da bildet Kefir keine Ausnahme. Die Nieren von Babys sind, anders als bei Kälbern, nicht auf den Abbau von so viel Eiweiß ausgelegt und werden auf Dauer überlastet. 

Hat Kefir Alkohol? 

Nun zu der viel diskutierten Frage nach dem Alkoholgehalt von Kefir. Tatsächlich wandeln die Kefirknollen (Hefebakterien) den in der Milch enthaltenen Zucker (Laktose) in Milchsäure, Kohlensäure und Alkohol um. Je nach Herstellungstemperatur kann der Alkoholgehalt zwischen 0,3 – 2% liegen. Das heißt, der fertig fermentierte Kefir enthält kaum bis gar keinen Milchzucker und kann ggf. sogar von Menschen mit Laktoseintoleranz vertragen werden. Dafür enthält er ein wenig Alkohol. Babys und Kinder sollten den so hergestellten Kefir genauso wenig trinken wie Schwangere oder Alkoholabhängige. 

Nun hat der traditionelle Kefir, der unter Einsatz eines Kefirpilzes entsteht, wenig mit dem Kefir zu tun, den wir im Supermarkt in der Kühltheke kaufen. Dieser Kefir hat immer den Zusatz „mild“. Dahinter verbirgt sich eine andere Herstellungsweise für industriell hergestellten Kefir. Statt einer Kefirknolle wird mit verschiedenen Bakterien und Hefen gearbeitet, sodass die Zusammensetzung und der Geschmack verlässlich kalkuliert werden können. Der originale Kefirgeschmack geht dadurch verloren, genauso wie die komplexe Zusammensetzung der Mikroorganismen (Probiotika). 

Auch die Mikronährstoffe, mit denen sich das Kefirgetränk ansonsten rühmt (Vitamin A und D, B-Vitamine, Folsäure, Kalzium, Magnesium, Eisen und Jod) sind nicht vollumfänglich enthalten. Trotzdem liefert Kefir wie alle fermentierten Milchprodukte wertvolle Probiotika, also Bakterienkulturen, die die Verdauung und eine gesunde Darmflora unterstützen. 

Und einen Vorteil hat der industriell hergestellte „Kefir mild“: Er enthält keinen bzw. einen zu vernachlässigenden Anteil an Alkohol und darf darum auch von Schwangeren und Kleinkindern in normalen Mengen getrunken werden. Ob und wie lange Du aus anderen Gründen darauf verzichten willst, Deinem Baby Kuhmilchprodukte zu geben, musst Du selbst entscheiden. 

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Bild: bigstockphoto.com – Romashkacom

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