Ab wann dürfen Babys Kefir trinken?
Alles, was Du wissen musst
Kefir ist ein durch den sogenannten Kefirpilz (Hefepilz) fermentiertes Milchprodukt, das als sehr gesund für den Darm gilt. Allerdings liest man immer wieder, Kefir sei für Kinder und Schwangere ungeeignet, weil er bis zu 2% Alkohol enthalte. Was stimmt denn nun? Die Antwort, ab wann Kinder Kefir trinken dürfen, wird dich überraschen.
Kefir fürs Baby – ab wann?
Grundsätzlich ist Kefir für Babys ab Beikostreife nicht gefährlich, solange es sich um industriell hergestellten Kefir aus dem Supermarktregal handelt. Direkt empfohlen wird er von entsprechenden Fachgesellschaften aber auch nicht.
Für Säuglinge im ersten Lebensjahr werden täglich ca. 200ml Kuhmilch als Zutat im Brei empfohlen. Hintergrund ist der hohe Proteingehalt von Kuhmilch, da bildet Kefir keine Ausnahme. Die Nieren von Babys sind nicht auf den Abbau von so viel tierischem Eiweiß ausgelegt.
Alkohol ist dagegen im Kefir aus dem Supermarkt kaum enthalten. Nach dem ersten Geburtstag darfst Du milden Kefir darum im Rahmen der Familienkost bedenkenlos anbieten.
Hat Kefir Alkohol?
Aber wie ist das denn nun mit dem Alkoholgehalt von Kefir? Tatsächlich wandeln die Kefirknollen (Hefebakterien) den in der Milch enthaltenen Zucker (Laktose) in Milchsäure, Kohlensäure und Alkohol um. Das heißt, der fertig fermentierte Kefir aus Kefirpilz enthält kaum bis gar keinen Milchzucker und kann unter Umständen sogar von Menschen mit leichter Laktoseintoleranz vertragen werden. Dafür enthält er ein wenig Alkohol, das BZfE nennt für traditionellen Kefir etwa 0,05–1 %. Babys und Kinder sollten den so hergestellten Kefir sicherheitshalber genauso wenig trinken wie Schwangere oder Alkoholabhängige.
Nun hat der traditionelle Kefir, der unter Einsatz eines Kefirpilzes entsteht, wenig mit dem Kefir zu tun, den wir im Supermarkt in der Kühltheke kaufen. Dieser Kefir hat immer den Zusatz „mild“. Dahinter verbirgt sich eine andere Herstellungsweise für industriell hergestellten Kefir. Statt einer Kefirknolle wird mit verschiedenen Bakterien und Hefen gearbeitet, sodass die Zusammensetzung und der Geschmack verlässlich kalkuliert werden können. Der originale Kefirgeschmack geht dadurch verloren, genauso wie die komplexe Zusammensetzung der Mikroorganismen (Probiotika).
Auch die Mikronährstoffe, mit denen sich das Kefirgetränk ansonsten rühmt (Vitamin A und D, B-Vitamine, Folsäure, Kalzium, Magnesium, Eisen und Jod) sind nicht vollumfänglich enthalten. Trotzdem liefert Kefir aus industrieller Herstellung, wie alle fermentierten Milchprodukte, immer noch Probiotika, also Bakterienkulturen, die die Verdauung und eine gesunde Darmflora unterstützen können.
Und einen Vorteil hat der industriell hergestellte „Kefir mild“: Er enthält keinen bzw. einen zu vernachlässigenden Anteil an Alkohol und darf darum auch von Schwangeren und Kleinkindern in normalen Mengen getrunken werden.
Welcher Kefir ist für Kinder geeignet?
Für Kinder geeignet ist also
- Kefir aus industrieller Herstellung mit dem Zusatz „mild“
- Kefir ohne Aromen, Zucker oder andere Süßungsmittel.
Wie kann ich Kefir für BLW anbieten?
Kefir kann aus einem Glas, Tasse oder Becker getrunken werden, oder auch als Zutat in Pfannkuchen, Waffeln oder anderen Gerichten verwendet werden. Zum Beispiel könntest Du Kefir mit Himbeeren oder anderem geeigneten Obst vermischen und als Eis am Stiel einfrieren. Auch mit einem Obstsalat vermischt erzeugt Kefir einen interessanten Geschmack zum Löffeln.
Kefir mit den Händen essen ist dagegen schwierig – es sei denn, ihr Erwachsenen seid sehr tolerant beim Saubermachen und hattet ohnehin vor, das Baby zu baden.
> Rezept: Kefir-Waffeln ohne Zucker
Altersempfehlungen für andere Milcherzeugnisse
Quellen:
- BZfE – Buttermilch und Kefir
- Gesund ins Leben – Milch und Milchprodukte in der Beikostzeit
- Gesund ins Leben – Dürfen Säuglinge im 1. Lebensjahr Kuhmilch bekommen?
- DGE – Milch und Milchprodukte jeden Tag
- DGE – Milch und Milchprodukte
- DGE – Das Mikrobiom – Update für die Ernährungsberatung
- BZfE – Versteckter Alkohol in Lebensmitteln
- Verbraucherzentrale – Alkohol in Lebensmitteln: Wie erkenne ich versteckte Zutaten?
Bild: bigstockphoto.com – Romashkacom
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