Ab wann dürfen Babys Brokkoli essen?

Als Baby hat mein Großer Brokkoli geliebt und teilweise unheimliche Mengen davon verschlungen. Der zweite dagegen verschmäht das gesunde Grün schon von Anfang an. Denn das ist auch schon die Antwort auf die Frage, ab wann Babys Brokkoli essen dürfen – im Prinzip von Anfang an. Wichtig ist nur, wann dieser Anfang ist.

Wenn Du Dein Baby, wie von der WHO empfohlen, erst nach den ersten 180 Tagen bzw. nach den ersten 6 Monaten mit Beikost vertraut machst, kannst Du Brokkoli ab Beikoststart anbieten. Für Babys, die ab dem 5. Lebensmonat mit Brei gefüttert werden, wird meist empfohlen, mit Brokkoli bis zum 7. Monat zu warten. Demnach sollte das Baby zuerst mindestens eine andere Gemüsesorte kennen lernen und gut vertragen. 

Ab wann kann ich einem Baby Brokkoli zu essen geben?

Brokkoli ist eine Kohlart, deshalb liegt die Vermutung nahe, sie könnte beim Baby zu Blähungen oder Bauchschmerzen führen. Tatsächlich könnte dies der Fall sein, wenn Du (zu) früh mit der Beikost beginnst und die Verdauung Deines Babys noch nicht ausgereift genug ist.

Während die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) einen Beikoststart ab dem 5. Lebensmonat empfiehlt, sind sich die meisten BLW-Experten und auch die WHO einig, dass das zu früh ist. Natürlich braucht nicht jedes Baby genau 6 Monate und ist dann sofort bereit für feste Nahrung. Einige Babys werden vielleicht mit 5,5 Monaten schon alle Beikostreifezeichen erfüllen, andere erst mit 9 Monaten.

Dass ein Kind aber viel früher so weit ist, halten die meisten für ausgeschlossen. Das gute am Ansatz der Beikosteinführung mit Baby Led Weaning ist, dass im Prinzip nichts passiert, wenn Du zu früh anfängst. Dein Baby wird es entweder noch gar nicht schaffen, Essen in den Mund zu befördern – oder noch nichts davon verschlucken, sondern einfach wieder ausspucken. 

Macht Brokkoli beim Baby Blähungen?

Brokkoli ist eine Kohlart, wird aber von den meisten Kindern besser vertragen als z.B. Weißkohl oder Grünkohl. Vor allem, wenn nur die weichen Röschen gegessen werden und nicht der harte Stunk. Das ist bei Babyled-Weaning Kindern häufig der Fall, denn der Stiel wird wie ein „Griff“ zum halten verwendet, während sich die feinen Röschen herrlich absaugen und -knabbern lassen. Auch zum Dippen in Suppe oder Sauce eignet sich Brokkoli damit perfekt. 

Während Brokkoli also bei den wenigsten Babys ab Beikostreife zu Problemen wie Blähungen führt, hat er durchaus positive Auswirkungen. Denn Brokkoli wirkt stuhlregulierend. Das bedeutet, dass er sowohl bei Verstopfung die Verdauung wieder in Fahrt bringt, als auch bei Durchfall hilft, den Stuhl einzudicken. 

Tipp: Auf die Qualität achten

Brokkoli ist ein verhältnismäßig günstiges Gemüse, das es sowohl frisch, als auch als Tiefkühlware gibt. Bedenke, dass in Tiefkühlware häufig mehr Vitamine erhalten bleiben, als in Frischware. Denn TK-Brokkli wird oft unmittelbar nach der Ernte eingefroren und Vitamine werden durch das Gefrieren nicht zerstört. Frischer Brokkoli dagegen muss unter Umständen lange Transportwege zurücklegen und lagert schon einige Tage, bevor er zu Dir nach Hause kommt. Durch Hitze, UV-Strahlung und Lagerzeit werden wertvolle Inhaltsstoffe allmählich abgebaut. 

Brokkoli hat Saison von Juni bis Oktober, in dieser Zeit kannst Du ihn auch frisch kaufen. Ansonsten würde ich eher zu TK-Ware in Bio-Qualität greifen. Den frischen Brokkoli solltest Du in jedem Fall im Kühlschrank lagern und schnell verzehren. Denn er schimmelt schnell bzw. trocknet aus. Grund hierfür ist, dass bei der Lagerung Enzyme gebildet werden, die den Brokkoli schneller verderben lassen. 

Nährstoffe und Vitamine

Brokkoli ist eigentlich ein richtiges „Superfood“, auch wenn ihn die wenigsten als solches wahrnehmen. Brokkoli enthält unter anderem folgende Nährstoffe und Vitamine: 

  • Kalium
  • Kalzium
  • Phosphor
  • Eisen
  • Zink
  • Natrium
  • Vitamin B1, B2, B6
  • Vitmain E
  • Vitamin C
  • Carotin (Provitamin A)

Außerdem ist er reich an sekundären Pflanzenstoffen wie Flavonoide und Glucosinolate. 

Gleichzeitig gilt Brokkoli als Gemüsesorte mit niedrigem Nitratgehalt. Nitrat ist nicht per se schädlich für Babys, allerdings solltest Du darauf achten, dass in der Ernährung nicht zu viel Nitrat enthalten ist – denn dann kann es unter Umständen ungesund werden.

Was genau es mit nitratreichem Gemüse für Babys auf sich hat, kannst Du hier nachlesen.  

Wenn Du auf der Suche nach babygeeigneten Rezepten mit Brokkoli bist, hier ein paar Anregungen: 

In meiner Lebensmittel-Fibel für Babys findest Du zahlreiche Infos zu verschiedenen Lebensmitteln. Wenn Du eines nicht findest, schreib mir unbedingt einen Kommentar oder eine Nachricht, damit ich das ergänzen kann!

Altersempfehlungen für andere Gemüsesorten


Foto: bigstockphoto.com - Natalia Deriabina

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