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Ab wann dürfen Babys Apfel essen?

Dank unserem Obstkeller haben wir fast das ganze Jahr über frische Äpfel aus dem eigenen Garten. Apfel bietet sich als Einsteigerobst also geradezu an. Doch ab wann darf ich meinem Baby Apfel geben? Alles, was Du dazu wissen musst, fasst dieser Artikel zusammen.

Apfel gilt für Kinder, die mit Brei gefüttert werden, als das absolute Einsteigerobst. In den meisten Empfehlungen heißt es, Apfel ist für Kinder ab dem 5. Lebensmonat geeignet – also ab Beikoststart. Diese Empfehlung möchte ich folgendermaßen ergänzen: Der Beikoststart von Babys soll nach neuesten Empfehlungen der WHO erst nach Abschluss des 6. Monats sein. Vorher sollten Kinder im Idealfall voll, d.h. ausschließlich, gestillt werden. Apfel dürfen Babys also ab 6 Monaten essen.

Ab wann dürfen Babys rohen Apfel essen?

Von meinen Kindern hat sich noch nie eins an einem Apfel verschluckt. Allerdings habe ich schon oft gehört, dass Eltern genau davor Angst haben. Gibt es also eine erhöhte Erstickungsgefahr durch Apfel für Babys?

Grundsätzlich gefährlich sind Lebensmittel oder andere Gegenstände dann, wenn sie klein genug sind, um statt in die Speiseröhre in die Luftröhre zu gelangen. Noch gefährlicher ist es, wenn es sich um etwas Rundes, Glattes handelt, wie zum Beispiel Weintrauben. Kleinere Apfelstückchen kommen also schon in Frage, sind aber nicht ganz so gefährlich, wie man vielleicht denken könnte. Du musst rohen Apfel also nicht grundsätzlich von Deinen Kindern fern halten.

Mehr Sinn macht es, zu überlegen, ob Dein Kind sich generell noch häufig verschluckt und hustet, oder ob es das Essen schon recht gut beherrscht. Bis das sicher klappt, würde ich immer dann aufpassen, wenn sich aus einem Apfel große Stücke lösen lassen. Sei es durch die ersten Zähnchen oder weil die Apfelschnitze das gut zulassen.

Ab wann roher Apfel für Dein Baby geeignet ist, hängt also vom Entwicklungsstand ab.

Wichtig ist, wie bei jedem Essen, dass die Kleinen niemals alleine gelassen werden. Das gilt aber für Kinder jeden Alters. Gleichzeitig solltest Du dafür sorgen, dass Dein Baby sich wirklich aufs Essen konzentriert und nicht lacht oder erschreckt wird. Herumalbernde Geschwisterkinder und kleine Apfelstückchen sind also keine gute Idee.

Was auch keine gute Idee ist: Dem Baby in deinen Augen zu große Apfelstückchen aus dem Mund zu fischen versuchen. Zum einen kannst Du schlecht beurteilen, welche Größe überhaupt für Verschlucken in Frage kommt und zum anderen besteht dann die Gefahr, dass sich Dein Baby erst recht daran verschluckt. Es wird sich aufregen, ruckartiger einatmen und eventuell weinen. Auch könnte es passieren, dass Du mit dem Finger das Apfelstück zu weit nach hinten schiebst. Besser wäre also, Dein Baby einfach in Ruhe zu lassen und zu beobachten.

Apfel für Babys dünsten?

Komplett umgehen kannst Du die Gefahr natürlich, wenn Du den Apfel vorher dünstest. Wenn er nicht zu weich gekocht ist, kannst Du ihn trotzdem als Fingerfood, also auch bei Baby Led Weaning, geben. Für Breibabys wird er ja ohnehin fein püriert. Genau solche Babys brauchen übrigens vermutlich etwas länger, bis sie rohen Apfel sicher essen können. Denn ihnen fehlt die Übung und die Erfahrung, die breifreie Kinder recht früh bekommen.

Auch geriebener Apfel fürs Baby macht in diesem Zusammenhang Sinn – Verschlucken fast ausgeschlossen. So kann Dein Baby rohen Apfel probieren, ohne dass Du Dir Sorgen machen musst. Denn gedünstet verliert Obst natürlich immer einige Nährstoffe, die durch die Hitze und das Wasser bzw. den Wasserdampf zerstört werden.

Für absolute Anfänger solltest Du Apfel also vorher dünsten oder reiben – oder akzeptieren, dass nicht wirklich viel im Magen landet. Spaß hat das Baby wahrscheinlich trotzdem, er wird einfach den Geschmack auslutschen. Unser Baby liebt zum Beispiel einen geschälten Apfel am Stück. Der schmeckt auch beim Anlecken und man kann noch den Stengel und die Unterseite mit erkunden.

Ist Apfel allergieauslösend?

Äpfel, vor allem die neueren Züchtungen, wie Pink Lady oder Jonagold, enthalten auch Allergene. Wenn Dein Baby genetisch vorbelastet ist und darum zu Allergien oder Neurodermitis neigt, könnte es euch also so gehen wie uns: Unser Sohn verträgt rohen Apfel nur sehr eingeschränkt. Er reagiert darauf mit Hautausschlägen und innerer Unruhe. Gekocht, zum Beispiel als Apfelmus, verträgt er sie hingegen. Das liegt daran, dass die Allergene im Apfel teils wasserlöslich sind.

Ab wann dürfen Babys Apfelmus essen?

Für Babys, die mit Brei gefüttert werden, ist meist Apfel oder Birne das erste Obst, das sie kennen lernen. Also im Prinzip nichts anderes als Apfelmus. Es heißt dann eben Apfelmus und ist ab Beikoststart geeignet.

Aber Vorsicht: Was im Supermarkt als Apfelmus verkauft wird, hat immer Zuckerzusatz. Das ist für Babys ungeeignet, schon allein wegen des Zuckers. Gleichzeitig ist es aber selten so schonend hergestellt und nicht immer in Bio-Qualität erhältlich.

Ab wann dürfen Babys Apfelsaft trinken?

Ab Beikostbeginn sollten Babys auch zusätzliche Flüssigkeit erhalten. Allerdings ist das beste Getränk zu jedem Zeitpunkt stilles Wasser. Säfte, auch Apfelsaft, hat ernährungsphysiologisch keinerlei Mehrwert. Dein Baby braucht ihn nicht und sollte sich auch für die spätere Ernährung nicht unbedingt daran gewöhnen.

Die Fruchtsäure und der Fruchtzucker aus dem Apfelsaft umspülen eventuell schon vorhandene Zähnchen und greifen sie an. Wenn überhaupt würde ich nur eine stark verdünnte Apfelschorle anbieten.

Nährstoffe und Eigenschaften des Apfels

„An apple a day keeps the doctor away.“ – so verspricht ein englisches Sprichwort Gesundheit durch täglichen Verzehr eines Apfels. Tatsächlich haben Äpfel eine hohe Nährstoffdichte, unter anderem viel Vitamin C und Vitamin A. Auch Kalium, Kalzium und Magnesium sind enthalten.

Wirklich wertvoll für die Babyernährung macht den Apfel seine unterstützende Wirkund auf die Verdauung. Vielleicht hast Du auch schon mal gehört, dass geriebener Apfel stuhleindickend, gekochter Apfel stuhlauflockernd wirkt. Das scheint zunächst einmal widersprüchlich. Tatsächlich enthält Apfel aber verschiedene Ballaststoffe, die einen wasserlöslich, die anderen wasserunlöslich. Der lösliche Ballaststoff Pektin wird besonders wirksam, wenn er mit Luft in Berührung kommt – wie bei geriebenem Apfel. Außerdem sitzt das meiste Pektin in der Schale des Apfels. Pektin gilt als pflanzliches Geliermittel – auch außerhalb des Darms hat es also eine eindickende Wirkung.

Die wasserunlöslichen Ballasstoffe und der enthaltene Fruchtzucker sorgen dafür, dass Apfel die Verdauung fördert. Für Babys, die durch Karotten oder Banane zu Verstopfung neigen, kann die Kombination mit Apfel Wunder wirken.

In meiner Lebensmittel-Fibel für Babys findest Du zahlreiche Infos zu verschiedenen Lebensmitteln. Wenn Du eines nicht findest, schreib mir unbedingt einen Kommentar oder eine Nachricht, damit ich das ergänzen kann!

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Bild: bigstockphoto.com – Romashkacom