Ab wann dürfen Babys Banane essen?

Wenn meine Mama auf mein 8 Monate altes Baby aufpasst und das Gefühl hat, dass er Hunger bekommt, gibt sie ihm meistens Banane. Kein Wunder, denn Banane schmeckt süß, ist gesund und lässt sich auch ohne Zähne gut essen. Doch wie ist das eigentlich, ab wann dürfen Babys Banane essen? Was gibt es zu beachten?

Glaubt man der WHO (World Health Organisation), so dürfen Babys ab dem vollendeten 6. Lebensmonat Banane essen. Denn vorher sollen Babys voll, das heißt ausschließlich, gestillt werden. Wenn das nicht möglich ist, lassen sich die Empfehlungen natürlich auf das Füttern mit PRE-Milch übertragen. Nach dem 6. Monat, so die WHO, sollen Mütter neben der Einführung geeigneter Beikost bis zum vollendeten zweiten Lebensjahr oder länger weiter stillen.

Eignet sich Banane für den Beikoststart?

Banane zählt sicherlich nicht zu den gefährlichen Lebensmitteln für Babys und Kleinkinder und kann darum theoretisch ab Beikostbeginn gegeben werden. Trotzdem findet man Banane nicht unter den typischen ersten Obst- und Gemüsesorten fürs Baby. Eltern, die Brei füttern, starten ja häufig ohnehin mit Gemüsebrei. Aber auch dann stehen Apfel oder Birne im Vergleich zu Banane viel weiter vorne auf der Liste. Warum?

Bekommt ein Baby von Banane Verstopfung?

Der Grund ist einfach erklärt: Bei manchem Babys führt Banane zu Verstopfung. Das gilt nicht pauschal für alle Babys, die meisten vertragen Bananen problemlos. Wenn Dein Säugling allerdings schon mit festem Stuhlgang oder Verstopfung zu kämpfen hat, kann Banane die Symptome noch verschlimmern.

Die ersten Male, wenn Du Deinem Baby Banane gibst, beobachte darum unbedingt, wie es darauf reagiert. Wenn Du den Verdacht hast, dass der Stuhl dicker wird, lass die Banane vorerst wieder weg.

Wie viel Banane Dein Baby verträgt, ohne Verstopfung zu bekommen, kannst du am besten herausfinden, indem Du anfangs nur kleine Mengen gibst.

Ab wann dürfen Babys Bananenbrei essen?

Babybreis, die Banane enthalten, sind häufig schon ab dem 4. Lebensmonat empfohlen. Dass diese Empfehlung grundsätzlich den neueren Erkenntnissen und der Empfehlung der WHO widerspricht und ich persönlich nichts davon halte, so früh mit Beikost anzufangen, möchte ich auch an dieser Stelle noch einmal erwähnt haben.

So ein Bananenbrei eignet sich in meinen Augen also immer erst ab dem 7. Monat. Die Banane in industriell hergestellten Babybreis ist in aller Regel gedünstet, also nicht mehr roh.

Ab wann dürfen Babys rohe Banane essen?

Rohes Obst wird in den meisten Ratgebern erst ab dem 8. Lebensmonat empfohlen, also nicht gleich zu Beikostbeginn. Das liegt daran, dass die meisten Obstsorten relativ viel Fruchtsäure und häufig auch Allergene enthalten. Einige Babys reagieren darum auf Obst mit Hautausschlag, einem wunden Popo oder allergischen Reaktionen. Je jünger das Baby, desto weniger ausgebildet ist der Verdauungstrakt – und desto stärker fällt die Reaktion aus.

Banane hingegen hat wenig Fruchtsäure und ich habe noch nie gehört, dass jemand allergisch darauf reagiert. Ich persönlich würde Banane darum von der allgemeinen Empfehlung zum rohen Obst ausnehmen und rohe Banane ab dem 7. Monat geben.

Banane als Fingerfood oder zerdrückt?

Ab wann Dein Kind die Banane in die Hand bekommt oder ob Du sie anfangs lieber mit der Gabel zerdrückst und dann fütterst, hängt von Dir ab. Wenn Du grundsätzlich nur Brei fütterst, wirst Du die Banane sicherlich lieber zerdrücken. Es spricht aber absolut nichts dagegen, sie als Fingerfood zu geben. Denn Banane lässt sich auch ohne Zähne gut essen. Dein Säugling kann sie zwischen den Kieferknochen oder mit der Zunge zerdrücken, weil sie so weich ist. Das ist eine gute Übung für das spätere richtige Essen, stärkt die Kiefermuskulatur und schult die Zungenfertigkeit.

Allerdings wird Banane sehr flutschig, wenn sie gequetscht wird. Sollte Dein Baby darum Probleme haben, sie festzuhalten, kannst Du ein wenig tricksen: Schäle nicht die Ganze Banane, sondern lass an einem Teil die Schale dran. Das kleine Händchen kann die Banane an dem Stück mit Schale dann problemlos halten, während das Kind an dem geschälten Teil abbeißt.

Ist Banane zu süß für den Anfang?

Immer wieder stoße ich auf das Argument, die Banane oder Obst im Allgemeinen seien zu süß für den Beikoststart. Die kleinen Esser würden sich dadurch an den süßen Geschmack gewöhnen und Gemüse oder anderes Obst verschmähen. Meiner Erfahrung entspricht das nicht und es leuchtet mit auch nicht wirklich ein.

Meine beiden Kinder haben ab Beikoststart Banane bekommen. Keiner der beiden hat im Babyalter anderes Obst oder Gemüse abgelehnt. Im Gegenteil. Vor allem der Kleinere liebt alles, was grün ist und mit Essig in Berührung war.

Was aber, wenn das Baby zwar Banane, aber kein anderes Obst mag? Kommt das dann nicht davon, dass es durch die süße Banane „verwöhnt“ wurde? Ich denke nicht. Viermehr glaube ich, es gibt einfach Babys, die weniger experimentierfreudig sind und darum allgemein nicht gerne Obst essen. Denn die meisten Obstsorten enthalten, wie gesagt, viel Fruchtsäure und die ist dem Namen nach sauer. Während sie diese Geschmacksrichtung ablehnen, essen sie Banane schon, weil die eben süßer ist.

Und Babys sind von Natur auf süß geprägt, dazu brauchen wir sie nicht zu „verwöhnen“. Das macht evolutionär auch total Sinn, denn süß bedeutet für ein Baby oder Kleinkind in der Natur auch „sicher“. So ist das Fruchtwasser im Mutterleib süß und auch die Muttermilch. Natürliche Nahrungsmittel, die giftig oder ungenießbar sind, sind so gut wie nie süß, sondern sauer, bitter oder herb. Gemüse, Kräuter und säuerliches Obst treffen darum nicht den Geschmack vieler Babys.

Nährstoffe und Eigenschaften der Banane

Banane ist, wie die meisten Obstsorten, sehr gesund – für Erwachsene wie auch für Kinder. Darum musst Du Dir keine Sorgen machen, wenn Dein Baby gerne Bananen isst. Allerdings sollte Dir klar sein, dass Banane sehr sättigend ist und darum die nächste Mahlzeit vielleicht kleiner ausfällt. Sieh die Banane daher nicht als kleinen Obstsnack, sondern fast schon als kleine Mahlzeit.

Wenn man sich die Nährstoffe der Banane ansieht, ist sie ein richtiges Superfood. Banane enthält viel Vitamin B6, Vitamin B12 und Vitamin C, Folsäure und die Mineralstoffe Kalium und Magnesium.

Durch die Botenstoffe Serotonin, Noradrenalin und Dopamin macht die gelbe Frucht ganz nebenbei auch glücklich.

Banane enthält:

  • Vitamin B6
  • Vitamin B12
  • Vitamin C
  • Folsäure
  • Kalium
  • Magnesium

3 Rezeptideen mit Banane für Babys

Die meisten Eltern wollen nicht, dass ihre Babys schon früh an weißen Industriezucker gewöhnt werden und ernähren sie darum mindestens das erste Lebensjahr zuckerfrei. In meinen Augen macht das auch durchaus Sinn, denn zu viel Zucker ist nicht nur für Babys schädlich.

Banane wird darum oft als Süßungsmittel für Babynahrung verwendet.

Bananen-Haferflocken-Pfannkuchen

Wenn es Dir lieber ist, kannst Du Milch und Ei in diesem Rezept auch weglassen und stattdessen etwas Hafermilch oder mehr Banane nehmen. Wichtig ist, dass die Masse sehr feucht ist und sich zu einem Pfannkuchen verteilt.

bananen haferflocken pancakes

Hier geht es zum Rezept für die Bananen-Haferflocken-Pfannkuchen.

Bananen-Porridge

Mein Sohn sagt dazu „warmes Müsli“ und will es auch mit seinen 4,5 Jahren fast jeden Morgen. Auch für das Baby ist Porridge ein tolles Frühstück. Damit etwas Abwechslung reinkommt, koche ich Beeren, Apfel – oder eben Banane mit.

Bananen Porridge

Zum Rezept für Bananen-Porridge kommst Du hier.

Bananen-Brombeer-Muffins

Muffins sind vor allem für Baby-Led Weaning Kinder eine tolle Sache. Denn man kann sie gut in der Hand halten und sie machen verhältnismäßig wenig Sauerei.

Das Rezept für die Bananen-Brombeer-Muffins gibt es hier.

Dein Baby mag keine Banane? Das kommt sicherlich noch – und in verarbeiteter Form, wie zum Beispiel in den 3 Rezeptideen oben, mag es sie ganz bestimmt!

In meiner Lebensmittel-Fibel für Babys findest Du zahlreiche Infos zu verschiedenen Lebensmitteln. Wenn Du eines nicht findest, schreib mir unbedingt einen Kommentar oder eine Nachricht, damit ich das ergänzen kann!

Altersempfehlungen für andere Obstsorten


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Bild: bigstockphoto.com – DVen

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