Womit anfangen bei BLW? – Der schnelle Guide für Einsteiger

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Du hast dich entschieden, bei Deinem Baby breifreie Beikost einzuführen. Nun fragst Du Dich vielleicht, wie genau das funktionieren soll? Womit anfangen bei Baby Led Weaning? Mit welchem Nahrungsmittel und in welcher Form?

Beikost: Womit anfangen am besten?

Vorne weg: Der Anfang der Beikost mit Baby Led Weaning (BLW) kann denkbar einfach sein – wenn Du Dich vorher mit ein paar Grundlagen vertraut machst. Erst dann solltest Du Deinem Baby das erste Fingerfood anbieten. Dazu gehören die Beikostreife, die richtige Konsistenz der Lebensmittel und einige Sicherheitsregeln. Wenn Du diese Punkte berücksichtigst, kannst Du Dein Baby in seinem eigenen Tempo an feste Nahrung heranführen.

Hole die wichtigsten Infos ein darüber, was Du NICHT geben solltest und handle dann nach gesundem Menschenverstand. –> Baby Led Weaning für Anfänger – der Guide

Wie anfangen mit dem Baby?

Ist mein Baby schon bereit für Beikost?

Häufig findet man als Altersangabe „für den ersten Brei“ ein Alter von 4-6 Monaten.  Wann Dein Baby mit Beikost beginnen kann, hängt aber nicht, wie dadurch suggeriert, primär vom Alter ab, sondern vor allem von seiner Entwicklung. In Deutschland empfiehlt das Netzwerk Gesund ins Leben, frühestens mit Beginn des fünften und spätestens mit Beginn des siebten Lebensmonats Beikost einzuführen. Die WHO empfiehlt einen Beginn mit etwa sechs Monaten. 

Beim Baby Led Weaning kommt hinzu, dass Dein Baby die angebotenen Lebensmittel selbst greifen, zum Mund führen und mit ihrer Konsistenz umgehen können muss. 

Ab wann ist ein Baby bereit für Baby Led Weaning?

Doch wie kannst Du wissen, dass Dein Baby bereit ist für Beikost mit BLW? Wann sollst Du anfangen mit Fingerfood? Immerhin kann ein Baby das ja noch nicht sagen. Folgende Anzeichen – man spricht von Beikostreifezeichen – können dabei helfen:

  • Dein Baby kann seinen Kopf sicher halten und mit wenig Unterstützung aufrecht sitzen.
  • Es greift gezielt nach Gegenständen und führt sie zum Mund.
  • Es interessiert sich für Lebensmittel und versucht, selbst danach zu greifen.
  • Es kann angebotene Nahrung zunehmend im Mund bewegen und schlucken, statt sie sofort wieder mit der Zunge herauszuschieben.

Nicht jedes Baby entwickelt diese Fähigkeiten zur gleichen Zeit. Entscheidend ist das Zusammenspiel der verschiedenen Reifezeichen.

Nicht jedes Verhalten Deines Babys, das andere in Zusammenhang zur Beikost bringen, ist automatisch ein Beikostreifezeichen. Insbesondere die folgenden Situationen bedeuten nicht, dass Dein Baby zusätzliche Nahrung zur Muttermilch / Säuglingsmilch benötigt:

  • Dein Baby beobachtet interessiert, wie andere essen. Tatsächlich beobachten Babys den ganzen Tag so viel wie möglich von dem, was andere tun. Auch essen.
  • Nächtliches Aufwachen. Alle Babys wachen in relativ kurzen Abständen (30-45 Minuten) aus dem Schlaf auf. Manche finden selbständig wieder zurück, ohne die Augen zu öffnen, andere weinen und rufen nach der Mutter. Das hat nichts mit Hunger zu tun.
  • Weniger Gewichtszunahme. Auch das ist ein absolut normaler Prozess. In den ersten Lebenswochen wachsen Babys meist rasend schnell. Mit 4-6 Monaten lässt dieses Wachstum etwas nach. Wenn du Angst hast, dass Dein Baby nicht genügend Kalorien zu sich nimmt, solltest Du statt dessen häufiger anlegen bzw. mehr Flaschenmilch füttern. Wenn Dein Baby jedoch über längere Zeit kaum zunimmt oder Du Dir Sorgen um seine Versorgung machst, solltest Du das kinderärztlich abklären lassen.

 

Beikostreifezeichen

Erstes Essen: Womit starten bei BLW?

Wenn Dein Baby bereit für Fingerfood ist, kannst Du ihm zunächst einzelne, weich zubereitete Lebensmittel anbieten. 

Besonders praktisch sind längliche Stücke, die es mit der Faust greifen kann und die ein Stück über die Hand hinausragen. Geeignet sind beispielsweise weich gedünstetes Gemüse, reife Banane oder Avocado. Das Essen sollte sich leicht zwischen Deinen Fingern zerdrücken lassen.

Setze Dein Baby zum Essen aufrecht und achte darauf, dass es seinen Kopf sicher halten kann. Wenn es bereits selbständig sitzen kann, kannst Du es dazu in den Hochstuhl setzen, ansonsten einfach auf dem Schoss sitzen lassen, mit dem Gesicht zum Tisch gewandt. Es sollte in jedem Fall während der gesamten Mahlzeit beaufsichtigt werden. Weitere Anregungen für geeignetes Fingerfood findest Du in meinen Fingerfood-Rezepten für Babys.

Bitte lies Dir unbedingt vorher die Liste an gefährlichen Lebensmitteln für Baby und Kinder durch. Meiden solltest Du unter anderem 

  • prallelastisches Obst und Gemüse (Weintrauben, Cocktailtomaten, große Blaubeeren, etc.)
  • Nüsse und große Saaten (z.B. Kürbiskerne)
  • Honig, Ahornsirup
  • rohe tierische Lebensmittel (Fleisch, Fisch, Ei nicht ganz durchgegart, Rohsalami, Rohmilchprodukte)
  • Harte rohe Lebensmittel wie Apfel- oder Karottenstücke
  • Stark gesalzene oder gezuckerte Lebensmittel

Beim Essenlernen kann es vorkommen, dass Babys würgen. Dieser Würgereflex hilft dabei, große Nahrungsteile wieder nach vorne zu befördern. So wird die Gefahr, sich an einem zu großen Stück zu verschlucken, minimiert. Da hat die Biologie sozusagen Schutzmechanismen etabliert. Würgen ist also nicht dasselbe wie Verschlucken mit blockierten Atemwegen.

Achte deshalb immer auf eine sichere Sitzposition, eine geeignete Konsistenz und darauf, Dein Baby beim Essen niemals allein zu lassen. Ich empfehle außerdem, einen Erste-Hilfe-Kurs für Säuglinge und Kleinkinder zu besuchen. Wenn Dir dafür die Zeit fehlt, mach das zumindest online oder als Buch!

Hier ein paar Beispiele für einfaches, gut geeignetes erstes BLW-Food:

Mit diesem ersten Fingerfood, mit diesem neuen „Spielzeug“, lässt Du Deinem Baby dann die Zeit, die es braucht, um es zu untersuchen. Denn am Anfang wird Dein Baby das Essen vermutlich erst einmal neugierig untersuchen. Es wird daran lutschen, darauf herumkauen und möglicherweise vieles wieder ausspucken. Das gehört zum Essenlernen dazu. Erst allmählich wird Dein Kind Gefallen daran finden, es auch zu schlucken.

Mehr musst Du also nicht tun. Zeit lassen, abwarten und nicht eingreifen. Sei nicht enttäuscht, wenn er / sie anfangs nach wenigen Minuten genug hat oder das Interesse weniger groß war, als erwartet. Versuche es einfach nach einigen Tagen wieder und dränge Dein Kind nicht weiter.

In den ersten Wochen ist es tatsächlich weniger wichtig, dass Dein Kind nennenswerte Mengen isst. Wichtig ist dagegen, dass Dein Säugling in dieser Zeit möglichst vielfältige Geschmäcker und Konsistenzen untersuchen darf, denn das prägt ein Leben lang. Auch wenn die Hauptnahrung weiterhin Milch ist, ist nun die Zeit, auch andere Lebensmittel kennen zu lernen. Warte damit nicht noch einige Wochen oder Monate, obwohl Dein Kind schon beikostreif ist!

Denn langfristig geht es bei der Beikost nicht nur darum, neue Geschmäcker und Konsistenzen kennenzulernen. Mit zunehmendem Alter benötigt Dein Baby neben Muttermilch oder Säuglingsmilchnahrung zusätzliche Energie und Nährstoffe, insbesondere Eisen.

Biete deshalb nicht ausschließlich Obst und Gemüse an, sondern nach und nach auch nährstoffreiche Lebensmittel wie gut durchgegartes Fleisch, Fisch ohne Gräten, vollständig gegartes Ei oder geeignete Hülsenfrüchte in sicherer Konsistenz.

Wenn Dein Baby über längere Zeit kaum feste Nahrung aufnimmt, ist es sinnvoll, die Nährstoffversorgung kinderärztlich oder durch eine qualifizierte Ernährungsberatung beurteilen zu lassen.

Was brauche ich und worauf muss ich sonst noch achten?

Lätzchen

aermellaetzchen PlayshoesVor allem, wenn das Essen Flecken hinterlassen könnte, kannst Du die Kleidung des Babys mit einem Lätzchen schützen. Weil vermutlich mit dem ganzen Körper „gegessen“ wird, empfehlen sich sog. Ärmellätzchen oder Ganzkörperlätzchen. Wenn Du Dein Baby auf dem Schoss hältst, zieh etwas an, was ohnehin in die Wäsche sollte und idealerweise schwarz ist bzw. Flecken bekommen darf. Manche Mütter haben spezielle Kleidung dafür, die sie immer wieder anziehen und um die sie sich keine Sorgen machen.

Hochstuhl

Hauck Alpha HochstuhlWenn Dein Baby schon im Hochstuhl sitzen kann, ist ein Hochstuhl mit Tablett anfangs sehr praktisch. Das Tablett reicht bis an den Körper des Babys, sodass herunterfallendes Essen gleich wieder darauf landet. Die meisten dieser Tablette sind abnehmbar und einfach zu reinigen. So kann das Baby gleich vom Tablett essen und Geschirr landet nicht samt Inhalt auf dem Boden.

Boden

Den Boden kann man entweder danach kurz wischen oder vorher entsprechend präparieren. Dazu eignet sich eine alte Tischdecke mit entsprechender Beschichtung, die man danach abwischen kann. Manche Eltern benutzen auch Zeitungspapier oder ein großes Bettlaken, das man ausschütteln und hin und wieder waschen kann.


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womit anfangen bei babyled weaning

4 Kommentare zu „Womit anfangen bei BLW? – Der schnelle Guide für Einsteiger“

  1. Interessanter Ansatz,
    für mich, 61 Jahre alt, ist diese Methode schwierig zu verstehen. Welche Erfahrungen gibt es zum Essverhalten, wenn das Kind z. B. 1,5 Jahre alt ist? Wann werden Löffel oder Gabel ins Spiel gebracht? Dann, wenn das Kind es von alleine erkennt, weil die Erwachsenen es vormachen?

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    • Hallo Margit,
      das Essverhalten mit 1,5 Jahren ist so individuell wie die Kleinen selbst. Auch bei Breikindern übrigens. Die einen essen fein und sauber, dass es eine Freude ist, die anderen stopfen auch mit 1 1/2 noch mit den Händen rein, wenn man sie lässt. Aber aus persönlicher Erfahrung kann ich durchaus behaupten: Irgendwann essen sie alle wie normale Menschen, egal wie die Anfangszeit der Beikost war.
      Geeignetes Besteck (keine spitzen Gabeln oder scharfe Messer) darf man von Anfang an daneben legen. Die Kleinen üben damit, sobald sie so weit sind.
      Liebe Grüße,
      Hanna

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  2. Hallo Margit,
    Meine 4 jährige Tochter durfte, so wie ich als Kind auch, einfach direkt bei uns mit essen. Ich habe sehr vielfältig les Essen kennengelernt und esse eigentlich alles. Bei meiner Tochter wurde das schon häufig positiv bemerkt. Sie probiert alles mit sehr viel Freude, manches schmeckt, manches nicht, aber sie musste noch nie zu probieren überredet werden, ich denke auch, weil sie schon immer die freie Wahl gehabt hat.
    Kann natürlich auch anders sein, aber ich bekomme als Kinderkrankenpflegerin immer häufiger mit, wie versessen manche Eltern auf bestimmte Mengen an Essen sind und alles genau abwiegen und Kindern ab 6 Monaten rein stopfen, anstatt intuitiv darauf einzugehen, nur nach Packungsbeilage zu füttern.

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  3. Bei meinem Sohn habe ich mit 7 Monaten angefangen. Selbstverständlich (das steht im Artikel leider nicht drin) vorher und nachher stillen. Beikost sollte unter dem Schutz der Muttermilch geschehen. Es ist auch BEIkost und keine Ersatzkost. Mein Sohn konnte schon mit 12 Monaten mit einer stumpfen Gabel essen. Mit Löffel kam etwas später. Er ist fast vier Jahre alt und es wird immer wieder bemerkt, wie toll er am Tisch sitzt und normal essen kann. Ich war noch nie Fan davon, einem Kind stur Brei in den Rachen zu schieben, erst recht nicht mit Ablenkung! Unser Weg war für uns der richtige und mit Kind Nummer zwei werde ich es genau so handhaben.

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