Ab wann dürfen Babys Bohnen essen?

„Jedes Böhnchen gibt ein Tönchen“, heißt es bei Erwachsenen. Bei Babys ist die Sorge oft, dass die Blähungen, die dahinter stehen, für Bauchschmerzen und Unwohlsein führen. Ab wann Babys Bohnen essen dürfen hängt darum vor allem von der Reife ihres Verdauungstrakts ab. 

Ab wann dürfen Babys Bohnen essen?

In den Empfehlungen für Babybrei heißt es meist, Babys dürfen Bohnen ab 7 Monaten, also ab dem 8. Monat, essen. Manchmal wird auch empfohlen, etwas länger zu warten, bis man Bohnen-Babybrei füttert. 

Wie sieht es bei der breifreien Beikosteinführung, also bei Baby Led Weaning, und Bohnen aus? Hier gibt es sehr wenig solche Altersangaben und Einschränkungen. Das liegt daran, dass BLW-Babys wesentlich später zu essen anfangen und erst einmal sehr kleine Mengen essen.

Breikinder fangen oft schon mit 4 Monaten an zu essen – die DGE empfiehlt eine Beikosteinführung zwischen dem 5. und 7. Lebensmonat. Bei Baby Led Weaning dagegen wird abgewartet, bis das Baby alle Beikostreifezeichen erfüllt. Das dauert meist bis zum 7. oder 8. Lebensmonat.

Weil die Babys dann selbst mit den Händen essen dürfen, dauert es oft noch viele weitere Wochen oder Monate, bis nennenswerte Mengen im Bäuchlein landen. Wann genau also welches Lebensmittel eingeführt bzw. angeboten wird, ist nicht so ausschlaggebend. 

Damit kannst Du, kurz gesagt, Bohnen bei Baby Led Weaning von Anfang an anbieten. Meist entspricht das ohnehin der Empfehlung von Brei-Experten, die Hülsenfrüchte ab dem 8. Monat zu geben. 

Bekommen Babys von Bohnen Blähungen?

Manche Eltern sind zögerlich, Babys Bohnen zu geben. Immerhin könnten die Kleinen davon Blähungen bekommen. Tatsächlich sind Verdauungsbeschwerden durch die ballaststoffreichen Hülsenfrüchte möglich, aber absolut ungefährlich. Du kennst Dein Baby am besten und weißt, ob seine Verdauung noch sehr unreif und empfindlich ist und ob es vermutlich Probleme bekommen wird. 

Ich würde im Zweifel mit kleinen Mengen anfangen. Wenn keine Beschwerden auftreten, ist Dein Kind bereit für Bohnen und andere Hülsenfrüchte – unabhängig vom Alter in Monaten. 

Grüne Bohnen, Kidneybohnen, weiße Bohnen – ab wann?

Nun gibt es ja nicht nur eine Bohnensorte. Neben grünen Bohnen (Buschbohne, Brechbohne), weißen Bohnen und Kidneybohnen gibt es zum Beispiel auch schwarze Bohnen, Canellibohnen, Limabohnen oder Stangenbohnen. 

Der Hauptunterschied, denn Du kennen solltest, ist allerdings dieser: Es gibt:

  • Bohnen aus der Dose bzw. aus dem Glas
  • frische bzw. tiefgekühlte Bohnen. 

Manchmal werden grüne Bohnen und Stangenbohnen nicht zu den Hülsenfrüchten, sondern zum Gemüse gezählt. Das ist aber streng genommen Quatsch, denn sie sind genauso Samen von Pflanzen, die in einer Hülse reifen. Nur sind die frischen Bohnen eben nicht aus dieser Hülse entfernt und getrocknet. 

Der für Dich ausschlaggebende Unterschied ist der: Grüne, frische oder tiefgekühlte Bohnen sind roh. Damit sie essbar werden, musst Du sie unbedingt ausreichend kochen, damit sich das unverdauliche Phasin abbaut. Du darfst sie also niemals roh (ungekocht) geben. 

Bohnen aus der Dose dagegen musst Du nicht mehr kochen, sie wurden bereits zwei Mal erhitzt. Du kannst sie direkt verarbeiten und fügst sie bei Gerichten einfach am Ende der Kochzeit hinzu. Du kannst sie auch kalt, also direkt aus dem Glas oder der Dose, anbieten. Meine Kinder mögen das manchmal gerne. Vor allem, wenn der Pinzettengriff gerade erlernt wurde, macht es unheimlich Spaß, die einzelnen Bohnen mit der Hand aufzulesen und zu essen.

Inhaltsstoffe der Bohne 

Alle Bohnenarten enthalten wenig Nitrat. Frische Bohnen bzw. Tiefkühlbohnen enthalten mehr Vitamine, allerdings relativiert sich der Unterschied mit dem Kochvorgang. Trotzdem enthalten Bohnen viel:

  • Vitamin C
  • Vitamin B9 (Folsäure)
  • Vitamin B1

Außerdem liefern die gesunden Hülsenfrüchte:

  • viel pflanzliches Eiweiß
  • Eisen
  • Kalzium
  • Beta-Carotin
  • sekundäre Pflanzenstoffe
  • Ballaststoffe
  • langkettige Kohlenhydrate

Damit sind Bohnen überaus förderlich für eine gesunde Darmflora. Langkettige Kohlenhydrate „füttern“ sozusagen die gesundheitsfördernden Darmkulturen im Dickdarm. Im Gegensatz zu kurzkettigen Kohlenhydraten (Zucker, Weißmehl) werden sie nicht sofort von Hefepilzen und anderen Kulturen verwertet. Sie bleiben somit lange im Darm und sättigen auch langfristig. 

Dabei brauchst Du kein kompliziertes Baby Bohnen-Rezept, du kannst die gekochten Bohnen einfach als Fingerfood anbieten oder untermischen wie in diesen BLW-Rezepten

Gnocchis mit Ziegenkäse-Sauce und Bohnen

Buttergemüse mit Spiegelei

In meiner Lebensmittel-Fibel für Babys findest Du zahlreiche Infos zu verschiedenen Lebensmitteln. Wenn Du eines nicht findest, schreib mir unbedingt einen Kommentar oder eine Nachricht, damit ich das ergänzen kann!

Altersempfehlungen für andere Hülsenfrüchte

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