baby will karotten essen

Ab wann dürfen Babys Karotten essen?

Das allererste, was den Magen unseres ersten Sohnes abseits von Muttermilch erreichte, war frisch gepresster Karottensaft. Wir waren so neugierig, wie er reagieren würde. Er mochte ihn nicht. Heute wundert mich das nicht, denn er war gerade mal 5 Monate alt und einfach noch nicht bereit für Beikost. Allerdings bin ich bei weitem nicht die einzige Mutter, die die Beikost mit Karotte startet. Die gelbe Rübe gilt als typisches Einsteigergemüse – dabei gäbe es tatsächlich bessere Optionen. 

Ab wann darf ein Baby Karotte essen?

Wie so oft gibt es dazu verschiedenste Antworten. Während vor allem Ärzte und Breihersteller darauf bestehen, dass Babys ab dem 4. Lebensmonat Karottenbrei essen können, raten immer mehr Beikostexperten und Hebammen dazu, mit der Beikosteinführung – also auch mit der Karotte fürs Baby – bis zum 7. Monat zu warten. So empfiehlt auch die WHO, die ersten 6 Monate voll, also ausschließlich zu stillen. Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) rät dagegen zu einem Beikoststart ab dem 5. Monat, also viel früher. 

In jedem Fall darf Dein Baby ab Beikoststart Karotte in gedünsteter Form essen. Ob diese anschließend zu Karottenbrei verarbeitet wird, oder breifrei als Fingerfood-Idee für Babys angeboten wird, ist euch als Eltern überlassen. Den meisten Babys schmecken gekochte Karotten oder Karottenbrei gut, denn im Gegensatz zur rohen Karotte schmeckt die gedünstete leicht süßlich. Babys und Kleinkinder sind biologisch auf süße Lebensmittel geprägt, immerhin ist auch die Muttermilch süß und die wenigsten giftigen oder ungenießbaren Lebensmittel haben einen süßlichen Geschmack. 

Ab wann rohe Karotte fürs Baby?

Bei rohen Karotten dagegen ist es etwas komplizierter. Denn ohne Zähne können Babys sie ohnehin nicht kauen. Sobald sie die Schneidezähne haben, können sie kleinere oder größere Stücke abbeißen oder abraspeln. Je nach Technik können dabei kleine Stücke in gefährlicher, weil verschluckbarer, Größe entstehen.

Ab wann rohe Karotte für Babys zum Knabbern okay sind, kann Dir im Prinzip nur Dein Bauchgefühl sagen. Ich gebe meinem Baby von Anfang an rohe Karotte in die Hand und er hat nie ein Stück abgebissen. Er nuckelt lediglich daran und drückt seine Schneidezähne hinein.

Manche Experten dagegen werten rohe Möhre in derselben Kategorie wie ganze Nüsse: Kinder in den ersten fünf Lebensjahren sollten sie nicht essen, da Aspirationsgefahr besteht. 

Wenn Du Deinem Kind gefahrlos rohe Karotte essen lassen willst, empfehle ich Dir fein geraspelte Karotte als Karottensalat. Dadurch ist die Aspirations- bzw. Verschluckungsgefahr gebannt, man kann Karottensalat füttern oder selbst mit den Händen essen lassen. 

Was Du bei roher Karotte oder rohem Karottensaft bei Babys allerdings wissen solltest: Ungekocht birgt die gelbe Rübe ein höheres Allergiepotential, denn es sind Fruchtsäuren enthalten. Mein Mann zum Beispiel reagiert auf rohe Karotte, nicht aber auf gekochte. Wenn Dein Baby nach einer rohen Karotte Ausschlag bekommt, kann das mit einer Allergie zu tun haben. Vor allem bei Neurodermitis raten Experten von Karotten ab, denn sie verschlechtern häufig das Hautbild. 

Karotten sind gesund

Was für die Möhre in der Kinderernährung spricht sind die enthaltenen Nährstoffe. Karotten sind reich an  Beta-Carotin. Es ist erwiesen, dass Beta-Carotin vor verschiedenen Krebsarten schützt. Außerdem berichten viele Eltern, dass ihr Baby dadurch eine „gesunde“ Hautfarbe bekommt. Außerdem enthalten Karotten Vitamin C, E, K und die B-Vitamine B1, B2, B3 und B6. Auch die lebenswichtigen Mineralstoffe Kalium, Natrium, Magnesium, Eisen, Fluorid und Phosphor sind enthalten. Wie jedes Gemüse haben gelbe Rüben viele Ballaststoffe, die die Verdauung fördern.

Warum Karotte nicht das beste Einsteigergemüse ist

Obwohl Karottenbrei für den Beikoststart so beliebt ist, gibt es aus verschiedenen Gründen bessere Optionen. Denn Dein Baby kann von Karotten Verstopfung bekommen, das gelbe Gemüse wirkt stark stopfend bzw. stuhlandickend. 

Auch ist Karottenbrei oder gedünstete Karotte nicht sonderlich energiereich. 100g Karottenbrei haben lediglich 25 kcal, rohe Karotte 39 kcal. Muttermilch hat mit 67 kcal mehr als das Doppelte. Das heißt, dem Gerücht, das Kind würde von der Milch nicht mehr satt, wirkst Du durch Karotte bestimmt nicht entgegen. 

Besser geeignet wäre Pastinake mit etwa 65 kcal / 100g oder Süßkartoffel mit mehr als 100kcal / 100g. Auch Kürbis hat einen Energiewert, der dem der Muttermilch nahe kommt. Diese drei Gemüsesorten bewirken keine Verstopfung und sind gut bekömmlich. Als Anfangsgemüse eignen sie sich darum viel besser als die gelbe Rübe. 

Karotten in die Babymilch?

Immer wieder hört man, dass man das Milchfläschchen irgendwann mit Möhre „andicken“ soll, damit das Baby „richtig satt wird“ oder „alle Nährstoffe erhält“. Fakt ist: Sowohl Muttermilch als auch PRE-Nahrung enthalten alle Nährstoffe und machen Dein Baby richtig satt. Es gibt keinen Grund, vor der Beikostreife irgendetwas anderes ins Fläschchen zu geben, im Gegenteil. Im Rahmen der Allergieprävention wird davon abgeraten. 

Warum es diese Empfehlung dann gibt? Diese stammt aus Zeiten, in denen Säuglingsnahrung abseits von Muttermilch weniger qualitativ hochwertig oder selbst zusammengemischt war. Durch den Zusatz der Karotte versuchte man, den Nährstoffgehalt zu erhöhen. Heute macht es absolut keinen Sinn, dem Baby Karottensaft in die Milch zu mischen. Es hat also keine Vorteile, kann dem Kind aber möglicherweise schaden. 

Ab wann Karottensaft fürs Baby?

Ab wann macht denn nun, um die Geschichte abzuschließen, Karottensaft Sinn für Babys? Meine persönliche Antwort: Überhaupt nicht. Säfte, egal ob Fruchtsäfte oder Gemüsesäfte, brauchen weder Kinder noch Erwachsene. Vor allem Babys und Kleinkinder sollten sich daran gewöhnen, Wasser zu trinken, wenn sie durstig sind. Damit tun wir ihnen langfristig den größten Gefallen. Denn jede Art von Saft oder Softdrink greift die Zähne an und enthält unnötig viel Kalorien. 

In meiner Lebensmittel-Fibel für Babys findest Du zahlreiche Infos zu verschiedenen Lebensmitteln. Wenn Du eines nicht findest, schreib mir unbedingt einen Kommentar oder eine Nachricht, damit ich das ergänzen kann!

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Bild: bigstockphoto.com – romrodinka

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