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Gemüsewaffeln für BLW mit Karotte und Zucchini

Gemüsewaffeln sind eine super Gelegenheit, unseren Kleinkindern etwas Gemüse „unterzumogeln“, in diesem Fall Zucchini und Karotten. Denn dieses Problem haben ganz viele von uns – die (möglichst weißen, leicht verdaulichen) Kohlenhydrate landen im Magen, während die gesunden, ballaststoffhaltigen Lebensmittel wie Gemüse entweder am Tellerrand ihr Dasein fristen oder mit lautstarkem Protest begleitet werden. Warum dieses Veralten ganz normal ist, erkläre ich am Ende dieses Textes, aber jetzt erst einmal das Rezept für Gemüsewaffeln mit Karotte und Zucchini:

Gemüsewaffeln Zucchini-Karotte

ab 6 Monaten
Vorbereitungszeit15 Min.
Zubereitungszeit10 Min.
Keyword: babyledweaning
Portionen: 5 Waffeln

Equipment

  • Waffeleisen oder Silikon-Waffelformen für den Backofen

Zutaten

  • 100 g Mehl
  • 2 TL Weinsteinbackpulver (oder 1 TL Backpulver)
  • 1 Ei aus Leinsamen oder Hühnerei
  • 170 ml Buttermilch oder Hafermilch
  • 100 g Zucchini
  • 100 g Karotten
  • 50 g Reibkäse

Anleitungen

  • Ei in eine Schüssel schlagen oder Leinsamenei herstellen: 1 EL Leinsamen mit 3 EL 1 Minute im Standmixer oder Küchenmaschine mixen, dann 5-15 Minuten quellen lassen.
  • Mehl und Backpulver vermischen. Ich habe frisch gemahlenes Mehl aus Hafer und Buchweizen verwendet.
  • Möhre und Zucchini fein reiben.
  • Ei und Buttermilch (oder Hafermilch bei veganer Variante) verquirlen.
  • Mehl-Backpulver-Mischung dazu geben, mit dem Handrührgerät oder Schneebesen gut verrühren. Zum Schluss Gemüse und Käse unterrühren. Der Teig ist sehr dick, das ist richtig so.
  • Einzelne Waffeln im Waffeleisen mit etwas Öl ausbacken.

Als Dip zu den Waffeln passt Creme Fraiche oder saure Sahne super. Ich war beim ersten Mal selbst überrascht, wie lecker die Waffeln sind. Außen knusprig, innen weich. Mein 10 Monate altes Baby verdrückt schon mal eine ganze Gemüsewaffel. Dem 4-jährigen ist der Gemüse-Mogel leider aufgefallen und er hat nicht viel davon gegessen. Aber immerhin etwas.

Für Babys bevorzuge ich meist vegane Varianten von Nahrungsmitteln. So brauche ich mir keine Gedanken darüber zu machen, wie viel Kuhmilch-Produkte oder Proteine so eine Waffel wohl enthält und wie viel er nun davon gegessen hat.

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Nun noch ein paar Worte zum Thema Kleinkinder und Gemüse. Herbert Renz-Polster schildert in seinem Buch „Kinder verstehen“, warum es ganz normal ist, dass Kinder im Babyalter zwar alles an Obst und Gemüse probieren, im Kleinkind-Alter aber plötzlich mäkelig werden und teilweise nur noch Nudeln und Brot essen. Das ist eine Verhaltensweise, die sich über viele Jahrtausende der Evolution als Vorteil herausgestellt hat. Denn während Babys noch ganz nah bei den Eltern leben und diese jeden Bissen kontrollieren können, sind Kleinkinder schon viel selbständiger und mobiler. Sie könnten in einem unbeaufsichtigten Moment zum Beispiel eine giftige Beere oder Pilz erwischen. Weil giftige und ungenießbare Lebensmittel fast immer bitter oder sauer schmecken, sichere und energiereiche Lebensmittel aber süßlich, bevorzugen Kleinkinder diese Geschmacksrichtung. Natürlich sind unsere Gärten heute überwiegend kindersicher bepflanzt. Trotzdem kommen Menschenkinder weiterhin mit diesem Sicherheitsmechanismus der Biologie zur Welt.

Das bedeutet nun aber nicht, dass wir gar nichts tun können, um unsere Kinder langfristig auch zu gesunden Essern heranwachsen zu lassen. Diese Maßnahmen können helfen, damit Dein Kind irgendwann auch wieder Gemüse isst:

  • Nicht aufgeben. Auch, wenn es oft verschmäht wird, biete auch Deinem Kleinkind immer wieder vom Gemüse an.
  • Nicht zwingen. Frag es, ob es probieren will, aber zwing es nicht dazu.
  • Vorbild sein und Geduld haben. Stattdessen sei ein gutes Vorbild und iss selbst viel Gemüse. Das bewirkt langfristig am allermeisten.
  • Auf Vorlieben Rücksicht nehmen. Vielleicht gibt es vereinzelte Gemüsesorten, die Dein Kind mag? Bei uns sind es Kartoffeln, frische Karotten und Erbsen. Die gibt es bei uns dann eben umso öfter.

Bis Dein Kind dann irgendwann wieder Gemüse zu sich nimmt, können ein paar Jahre vergehen. Aber keine Angst, die wenigsten Kleinkinder entwickeln darum irgendwelche körperlichen Mangelerscheinungen. Die Sorge sollte eher den langfristigen Ernährungsgewohnheiten gelten. Und falls Du Dir doch Sorgen machst, vielleicht kannst Du Deinem Kind ja mit den Gemüsewaffeln etwas untermogeln.

Waffeln eignen sich übrigens auch prima für ein Picknick oder als Zwischensnack auf dem Spielplatz. In der veganen Version halten sich die Gemüsewaffeln auch ohne Kühlung gut. Natürlich kannst Du das Gemüse auch variieren und an die Vorlieben Deines Kindes anpassen. Kohlrabi, Pastinaken oder andere Rüben kann man ebenfalls klein reiben. Auch Erbsen oder fein geschnittene Frühlingszwiebeln passen gut in Gemüsewaffeln.

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