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Mein Baby mag keinen Gemüsebrei nur Obst – Was tun?

Du hast bei Deinem Baby angefangen, Brei zu füttern und es isst keinen Gemüsebrei – nur Obstbrei? Oder vielleicht hat es anfangs noch Gemüsebrei gegessen, verschmäht diesen aber, seit es Obstbrei kennt? Dann bist Du mit diesem Problem nicht allein. Was Du tun kannst, verrate ich Dir jetzt. 

Zuerst der Einfachheit halber für alle schnell-Rat-suchenden-Mamas-und/ oder-Papas die Fragen und Antworten nachfolgend in Kurzform:

Dein Säugling mag keinen Gemüsebrei, sondern isst nur Obst? Keinen Stress! Obst ist doch auch gut! Nobody is perfect!

Versuche, geduldig zu sein und eventuell auch noch kreativ.

Hilfe, mein Kind isst nur Obstbrei

Nun die Version für all diejenigen Mamis und/ oder Papis, die gerade zu den Glücklichen zählen, die

a) im Moment eines oder mehrere schlafende Kind/er haben und

b) selbst gerade Zeit und Muse haben und nicht selbst zu müde sind, um die ausführlicheren Antworten zu lesen.

Das Positive: Die Kommunikation klappt

Erst einmal: Gratulation zu Deinem schlauen Baby! Es hat Dir also, ohne Worte zu sprechen, offenbar erklärt, was es nicht mag und auch noch, was es stattdessen gerne essen würde. Und Du als verständnisvolle/r Mama/ Papa hast es richtig gedeutet.

Nun fragst Du Dich allerdings, ob Du den Wünschen Deines Kleinen nachgeben sollst?

Falsche Ratschläge mit Stress-Garantie

Auf rund-ums-baby.de habe ich hierzu eine angebliche Expertenmeinung gelesen. Anke Claus (MaSc Ernährungsmedizin, HiPP Ernährungsberatung) gibt den Tipp gibt:

„Biete immer wieder den Gemüsebrei an. Mach Dir Hunger zum Gehilfen. Früher oder später überzeugt dies jedes Baby. Eltern geben hier oft zu früh auf. Ansonsten lernt das Baby, dass es nur protestieren muss, um was anderes zu bekommen.“ 

Holla, die Waldfee kann ich dazu nur sagen!

Diese angebliche Expertin hat wohl zu lange auf dem Buch „Die deutsche Mutter und ihr Kind“ (Erziehungsratgeber der NS-Ideologie) gelesen.

Also wenn mein Mann mir eine Weile nur Fleisch serviert, dann würde ich als Vegetarierin das auch irgendwann mal essen bevor ich verhungere. (Spaß beiseite, natürlich würde ich ihn für einen anderen guten Hausmann verlassen).

Mein persönlicher Wunsch: Die Verfasserin des oben erwähnten „Expertentipps“ sollte auch mal vierzehn Tage lang nur eine Speise angeboten bekommen, die sie überhaupt nicht ausstehen kann. Am Besten noch in unappetitlicher Breikonsistenz. (Sorry für diesen bösen Worte, aber ich bin eben nur eine ganz normale Rabenmama und keine stets für alles und jeden verständnisvoll säuselnde Bloggerin).

Babys sollen auch Obst essen

Zurück zum Thema: Natürlich ist mir bewusst, dass ein Kind eine ausgewogene gesunde Ernährung braucht. Dazu gehört eben auch Obst und Gemüse. Um genauer zu sein lautet die allgemeine Empfehlung: 2 Portionen Obst und 3 Portionen Gemüse. Als Portions-Maßstab dient die Hand des Kindes.

Mein gesundes Bauchgefühl sagt mir: Solange Dein Nachwuchs statt Gemüse zumindest Obst nimmt und nicht sein täglich Fast Food verlangt oder sich ausschließlich von Süßkram ernährt, ist es doch in Ordnung. Und solange Dein Baby nicht vom Lieblingsobst Hautausschlag oder Darmprobleme bekommt ist es doch auch kein Problem.

Natürlich kannst und solltest Du immer wieder etwas mit Gemüse anbieten. Aber eben als Angebot und nicht als Zwang. Vielleicht kannst Du Dein Baby ja auch an Gemüse gewöhnen, indem Du beides mischt?

Verständnis und Geduld bringen weiter

Ich persönlich ernähre mich auch nicht täglich perfekt. Daher kann ich es von meinem Nachwuchs eben auch nicht anders erwarten.

Geduld ist in jeder Situation ein guter Tipp finde ich. Als Kind und auch als Erwachsener hat eben jeder so seine Phasen. Wenn Dein Baby noch sehr klein ist, ist es vielleicht einfach noch nicht bereit, Gemüse zu essen. Versuche es doch noch einmal einige Zeit mit Stillen bzw. Fläschchen und starte dann einen neuen Versuch!

Natürlich kannst Du dir auch weitere Gedanken machen oder das ein oder andere ausprobieren, wie z.B.

  • Statt Gemüsebrei diverse Gemüsesticks (gedünstet oder auch roh) anbieten. 
  • Statt Deinem Kind Essen einzugeben, es selbst probieren lassen (hier eignet sich Finger Food, also in Stiftform oder in kleine Stücke geschnittenes Gemüse/Obst/Brot). 
  • Sorge nicht nur für Abwechslung auf dem Teller, sondern auch Abwechslung beim Esstisch. Warum nicht spontan picknicken oder mit befreundeten Familien essen?
  • Mit Gemüse kannst Du auch kreativ sein und einen buntes Gesicht auf den Teller anrichten (nach dem Motto „Das Auge isst mit“). 
  • Deinen Nachwuchs beim Einkaufen/evtl. sogar selbst Ernten und Zubereiten des Gemüses mit einbeziehen. 
  • Lebe Deinem Nachwuchs ein vernünftiges, ausgewogenes Essen möglichst vor.

In jedem Fall sei authentisch! Keiner zwingt Dich dazu, ein Buffet oder Drei-Gänge-Menü aufzubauen.

Hinweis:
Ich bin keine Ärztin, keine Hebamme, keine Doula, keine Stillberaterin und keine Erzieherin, ich bin stolze Mama von zwei wunderbaren Töchter. In meinen Beiträgen gehe ich stets von gesunden Müttern und gesunden Kindern aus. Sollte der kleinste Zweifel bestehen z.B. bei der Menge der Muttermilch empfehle mit einem Fachkundigen persönlich das Gespräch zu suchen.

Bild: bigstockphoto.com – SAG stock


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