Kinder Hochstuhl Test & Vergleich

Wir selbst haben mit unseren Kindern, der ältere möchte mittlerweile meistens lieber auf einem normalen Stuhl sitzen, die beiden Hochstühle auf Platz 2 und Platz 3 des Ökotest Kinderhochstuhl Tests ausprobiert: Den Hauck Alpha Plus und den Stokke Tripp Trapp. Außerdem haben wir einen neuen Hochstuhl, den die Ökotest noch nicht aufgenommen hatte, ausgiebig getestet: Den Nomi Hochstuhl. 

Natürlich können wir in unserem Hochstuhl Test keine Laboranalysen oder Statikberechnungen machen. Dafür haben wir ein Kleinkind und ein Baby, die die Stühle tagtäglich unter realen Bedingungen testen.

Kinder dürfen frühestens mit 6 Monaten in den Hochstuhl bzw. wenn sie selbständig sicher sitzen können .

Woran erkennt man einen guten Hochstuhl?

  • Ein Kinderhochstuhl muss kippsicher sein.
  • Das Material muss schadstofffrei sein, also keine Lösungsmittel absondern.
  • Der Stuhl muss abwischbar sein.
  • Der Hochstuhl sollte bezahlbar sein.
  • Der Stuhl sollte mitwachsend sein.
  • Der Hochstuhl muss auch für Babys geeignet sein

Mein Baby sollte bequem sitzen können. Ein Kind sitzt dann richtig im Hochstuhl, wenn es mit dem Po an der Rückenlehne sitzt und dabei die Sitzfläche nicht auf die Waden drückt. Sollte das nicht klappen, kann ein Kissen im Rücken Abhilfe schaffen, das verkleinert die Sitzfläche. Die Füßstütze sollte immer so eingestellt sein, dass das Kind seine Füße aufstellen kann. Wirklich empfehlenswert sind also mitwachsende Hochstühle

Welche Kinderhochstühle haben wir getestet?

  1. Hauck Alpha Plus
  2. Stokke Tripp Trapp
  3. Nomi Evomove

Den Kinderhochstuhl, der vermeintlich am besten für meine Kriterien passte, den Hauck Alpha Plus in dunkelbraun, hatten wir schon beim ersten Kind für zu Hause angeschafft.

Mit dem bekannten Hochstuhl von Stokke durften wir in der Kita und mit unserem zweiten Baby Bekanntschaft machen.

Den Nomi Hochstuhl konnten wir dank Newborn-Aufsatz schon mit unserem Neugeborenen verwenden. 

Stokke Tripp Trapp oder Hauck Alpha Plus?

Die beiden Hochstühle von Hauck und Stokke sind sich in der Verwendung und Handhabung recht ähnlich. Beides sind Treppenhochstühle, die durch zwei Einlegebretter individuell an die Größe des Kindes und Höhe des Tisches angepasst werden können. Die Optik unterscheidet sich vor allem darin, dass der Hauck- Hochstuhl von der Seite etwas an ein A erinnert, der Stokke eher an ein Z. 

Der größte Unterschied, den ich anfangs feststellen konnte, war der Preis. Der Hauck Alpha Plus wird schon mit Sicherheitsbügel und Gurten geliefert und kostet dann nur etwa 60 €. Der Stokke Hochstuhl dagegen kommt ohne dieses Zubehör und man muss mal eben 220 € hinblättern. Das Baby-Set kostet weitere 60€. Für einen Essanfänger braucht man das auf jeden Fall. Ein Newborn-Aufsatz und ein Esstablett kosten für beide extra. 

Meiner Erfahrung nach bekommt man für den höheren Preis bei Stokke drei große Vorteile:

  1. Sicherheit: Unser erstes Baby ist im Hauck Hochstuhl regelmäßig einfach selbständig aufgestanden. Genau, wie die Stiftung Warentest in ihrem Hochstuhl Test 2018 bemängelte. Dass ich nicht gleichzeitig einen Sicherheitsgurt anbringen könnte, wäre mir nicht aufgefallen, allerdings verwenden wir auch das Hauck Alpha Tray und nicht den Sitzbügel aus Holz. Jedenfall ist das Aufstehen natürlich gefährlich – und manchmal auch nervig. Unser Sohn wollte selten länger als ein paar Minuten beim Essen still halten. Wenn man ihn angurtete, wurde er sofort unleidlich – wenn nicht, stand er eben einfach auf und warf sich mir entgegen.

    Mit etwa 18 Monaten saß er dann in beiden Treppenhochstühlen ohne weitere Sicherheitsmaßnahmen. Durch die Konstruktion mit dem Brett als Fußstütze konnte er bei beiden Hochstühlen wunderbar alleine hoch und runter. Ich konnte keine Unterschiede erkennen.
  2. Qualitätsunterschiede: Anfangs dachte ich, dass es bezüglich der Verarbeitung und Langlebigkeit keine Unterschiede gäbe. Die Langzeiterfahrung hat allerdings etwas anderes gezeigt. Während die Tripp Trapp Hochstühle über Generationen halten, war bei unserem Hauck Alpha Plus nach einiger Zeit das Gewinde der Zwischenstange kaputt. Das führte dazu, dass das Fußbrett, auf dem mein Sohn nach oben kletterte, manchmal einfach abfiel. Es kam nie zu größeren Verletzungen, aber trotzdem war es nicht zweckdienlich.
    Nach einigen Umzügen sieht unser Hauck Hochstuhl auch ein bisschen mitgenommen aus. Die Kanten sind abgeschlagen und er hat ein paar Flecken und Kratzer, die nicht mehr herausgehen.
  3. Ergonomie: Bei unserem zweiten Baby ist mir im Vergleich zum Stokke Tripp Trapp aufgefallen, dass er im Hauck Hochstuhl als Sitzanfänger nicht so gut aufgehoben ist. Die Sitzfläche ist mit Babyset viel größer und er kippt darin zur Seite oder nach hinten und weint nach kurzer Zeit. Wir haben daher nicht weiter getestet.

Einen Vorteil hat allerdings auch der Hauck Hochstuhl gegenüber dem Stokke: Das Esstablett ist wirklich super gelöst. Man kann den oberen Teil einfach herausnehmen und abwaschen, während man beim Stokke das komplette Tablett abnehmen und säubern muss.

Hauck Alpha Plus Kinderhochstuhl mit Alpha Tray

Nomi Hochstuhl Test 2019 / 2020

Der Nomi Hochstuhl ist relativ neu auf dem Markt. Er ist genauso flexibel in der Größe verstellbar wie der Tripp Trapp oder Alpha Plus – wenn auch mit einem anderen System. Denn beim Nomi Hochstuhl musst Du nur an einer großen Schraube auf- und zudrehen. Das ist viel einfacher als das Verstellen der Bretter per Imbus-Schrauben. Ein großes Plus an dieser Stelle also.

Nomi Evomove für Kleinkind

Auch das Design ist viel schlichter, leichter und moderner. Der Nomi Hochstuhl hat nur eine einzige Mittelsäule aus Holz, an der die restlichen Elemente befestigt sind.

Weil diese Elemente aus stabilem Kunststoff sind, ist der Hochstuhl viel leichter als die anderen beiden. Das heißt, der Nomi Hochstuhl eignet sich super, wenn man ihn oft von einer Ecke in die andere tragen muss. Ich persönlich mag Holz viel lieber als Kunststoff, aber Vorteile hat das schon. Auch wirkt der Stuhl natürlich viel weniger klobig und hat weniger Ecken und Kanten, an denen man sich stoßen kann. Eigentlich fast gar keine.

Evomove Nomi Kinderhochstuhl

Im Nomi Baby Set sitzt unser Kleiner sicher und kann nicht selbständig aufstehen. Das Esstablett ist ähnlich dem des Tripp Trapp, man nimmt es komplett ab, um es sauber zu machen. Insgesamt ist der Hochstuhl von den Funktionen und Abmessungen des Babysets und Esstablets dem Stokke Tripp Trapp sehr ähnlich. Immerhin haben beide denselben Designer im Hintergrund.

Einen Nachteil haben wir beim Nomi mit unserem Baby allerdings festgestellt: Die Rückenlehne ist seitlich so niedrig, dass unser Kleiner sich, vermutlich aus Langeweile oder schlechter Laune, mit angehobenem Po so weit nach hinten überstrecken kann, dass wir Angst haben, dass er mit dem Stuhl umfällt. Das heißt, damit er darin wirklich gut sitzen bleibt, müssen wir den Gurt anlegen. Das ist beim Tripp Trapp nicht der Fall.

Dafür hat der Nomi für größere Kinder einen großen Vorteil: Er hat an den hinteren Standfüßen zwei kleine Rollen eingebaut. Wenn ein Kind sich vom Tisch abstößt, weil es mit dem Stuhl kippeln will, dann rollt es einfach nach hinten – anstatt möglicherweise umzufallen. Diese Erfindung finde ich geradezu genial – das sollten wirklich alle Stühle haben – das ist echte Kippsicherheit!

Mein Fazit

Wenn ich also nochmal einen Hochstuhl für mein Kind anschaffen würde, würde ich mich vermutlich für den Stokke Tripp Trapp entscheiden. Nicht nur in den Tests der Ökotest und Stiftung Warentest schnitt der Hochstuhl gut bzw. sehr gut ab. Auch in unserem Alltag ist er nicht mehr wegzudenken.

baby sitzt mit neugeborenensitz im stokke tripp trapp hochstuhl

Den Hauck Alpha Plus würde ich nicht noch einmal anschaffen, auch wenn er beim ersten Kind vielleicht durchaus ausreicht. Spätestens, seit er beim Hochstuhl Test der Stiftung Warentest durchgefallen ist, weiß ich, dass das Aufsteh-Problem nicht nur unseres war.

Den Nomi Hochstuhl verwenden wir auch sehr gerne, allerdings in unserem Falle mit gebührender Vorsicht, damit unser Baby nicht doch irgendwann nach hinten umkippt. Für größere Babys und Kleinkinder ist er ohne Einwände gut geeignet und vor allem sehr stylisch.


Weitere Testsieger

Die Ergebnisse der Ökotest

Die Ökotest hat im Jahrbuch Kleinkinder für 2018 einen Hochstuhl Test von neun mitwachsenden Hochstühlen aus Holz veröffentlicht. Dabei wurden die Hochstühle im Hinblick auf fünf Kriterien getestet:

  • Gebrauchsanweisung, Aufbau und Handhabung
  • Ergonomie: Wie gut und richtig sitzt das Kind?
  • Sicherheit: Kippsicherheit, Durchrutschen, Verletzungsgefahr?
  • Praxistest
  • Inhaltsstoffe

Getestet wurden folgende Modelle:

ModellHerstellerPreisErgebnis
Tissi Buche massiv, naturDawost119,90 Eurosehr gut
Hauck Alpha Plus, walnutHauck59,99 Eurogut
Stokke Tripp TrappStokke212,93 Eurogut
Geuther Tamino, naturGeuther124,99 Eurobefriedigend
Herlag Tipp Topp IV, naturHerlag124,99 Eurobefriedigend
Schardt Domino III, natur lackiertSchardt79,90 Eurobefriedigend
Moizi 1 Buche natur geölt und gewachstMoizi Möbel230,90 Euroausreichend
Baby Dan Danchair, schwarzBaby Dan125,00 Euromangelhaft
Roba Move Up, naturRoba69,95 Euromangelhaft

Mit einem klaren „sehr gut“ schneidet also nur ein Hochstuhl im Test ab: Der „Tissi“ von Dawost. Er schnitt in vier von fünf Testbereichen mit „sehr gut“ ab. Lediglich in der Ergonomie gab es ein „gut“, weil der „Sitzöffnungswinkel etwas zu groß“ ist. Das bedeutet, dass die Füße nicht bei allen Babys wie oben beschrieben im 90°-Winkel abgestellt werden können. Allerdings ist das als eher kleiner Mangel zu sehen, denn er kann durch ein Kissen im Rücken behoben werden.

Dafür überzeugt der Dawost „Tissi“ Buche massiv in allen anderen Bereichen. Wie der Name schon sagt, besteht er aus massivem Buchenholz, in dem keine gesundheitsgefährdenden Rückstände gefunden wurden. Buchenholz ist ein Hartholz und darum sehr widerstandsfähig und langlebig.

Der Hochstuhl ist, wie alle im Test, kippsicher, es besteht keine Gefahr des Durchrutschens oder Verletzungsgefahr an irgendwelchen scharfen Kanten.

Der Aufbau und das Verstellen des Hochstuhls ist durch die Einlegebretter einfach und unkompliziert und scheint die Tester der Ökotest auch im Praxistest überzeugt zu haben. Preislich finde ich den Hochstuhl mit etwa 120 € inklusive Zubehör fair angesetzt. Er kann bis zu 80 kg, also teils bis ins Erwachsenenalter verwendet werden.

Wenn Du die Wahl hast, scheint das also der beste Hochstuhl für Dein Baby zu sein.

Aber auch der Hauck Alpha Plus und der Stokke Tripp Trapp schneiden im Hochstuhl Test der Ökotest gut ab. Bei der Stiftung Warentest ist einer dieser beiden Hochstühle sogar Testsieger.

Die Ergebnisse der Stiftung Warentest

Denn die Stiftung Warentest hat 2018 (06/2018) ebenfalls Hochstühle getestet, davon 8 Treppenhochstühle:

  • Evomove Nomi
  • Stokke Tripp Trapp
  • Hauck Alpha Plus
  • Geuther Tamino
  • Herlag Tipp Topp Comfort IV
  • Pinolino Philip
  • Roba Move
  • Safety 1st Timba

Mit „gut“ bewertet wurden hier ausschließlich Treppenhochstühle, die anderen Hochstühle und Klapphochstühle wurden fast durchweg mit „mangelhaft“ bewertet. Ich möchte sie deshalb hier nicht namentlich aufführen.

Aus den Treppenhochstühlen wurden der Stokke Tripp Trapp, der Evomove Nomi Hochstuhl und der Safety 1st Timba mit „gut“ bewertet.

Evomove Nomi oder Stokke Tripp Trapp im Vergleich

Sicherheitsmängel dagegen wiesen der Geuther Tamino und der Hauck Alpha Plus auf. Beim Hauck Alpha Plus wurde bemängelt, dass sich Sicherheitsgurt und Sicherheitsbügel fürs Baby nicht gleichzeitig anbringen lassen. Weil die Sitzfläche so groß sei, könne ein Kind selbständig darin aufstehen.

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