Quetschies selber machen: So sind Quetschbeutel wiederverwendbar

An sogenannten Quetschies, also Quetschbeuteln aus Plastik mit einer Mußfüllung, kommt heute kein Elternteil mehr vorbei. Auch ich habe in meinem Leben schon unzählige Quetschies mit Obstmuß und anderem Inhalt gekauft. Am Anfang, weil ich dachte, dass das die gesündere Alternative wäre- immerhin suggerieren Aufschriften wie „ohne Zuckerzusatz“ genau das. Und wie alle Kinder liebt auch mein Sohn das Obstmuß zum trinken bzw. saugen. Dabei sind die Quetschies, näher betrachtet, aus verschiedenen Perspektiven problematisch. Warum ich mittlerweile, wenn irgendwie mögich, lieber auf herkömmliche Quetschbeutel verzichte und wie ich mit wiederbefüllbaren Quetschbeuteln ganz einfach eine Alternative schaffen konnte, erkläre ich Dir hier.

Warum sind Quetschies schlecht?

Vielleicht weißt Du es eigentlich längst, vielleicht ist Dir das aber auch neu: Besser wäre es, auf Quetschies zu verzichten – für Dein Kind, für die Umwelt und für Deinen Geldbeutel. Denn Quetschies sind nicht so gesund, wie ihre Aufmachung suggeriert.

Darum sind Quetschies ungesund

So sind Quetschbeutel aus dem Supermarkt zu allererst einmal schlecht für Dein Baby. Denn sie enthalten, obwohl sie meist zu 100% aus Frucht bestehen und ohne künstlichen Zuckerzusatz hergestellt werden, unheimlich viel Zucker. Dabei handelt es sich um Fruchtzucker, der durch Einkochen viel höher konzentriert ist als er natürlicherweise in Obst vorkommen würde. Ein Quetschbeutel ist also keine Alternative zum Apfel. Fruchzucker hat gegenüber Industriezucker keinerlei Vorteile, auch er ist schlecht für den Stoffwechsel und die Zähne.

Aber nicht nur der Zucker, auch das häufige Saugen und Nuckeln an den Quetschies den Zähnen von Kindern schaden. Und mal ehrlich, die wenigsten Kinder saugen den Quetschbeutel einigermaßen leer und werfen ihn dann weg. Die meisten behalten ihn noch ewig im Mund, denn hin und wieder kommt doch noch ein bisschen Geschmack – und Spaß macht an Dingen herumlutschen eh immer. Nicht umsonst sind die handelsüblichen Quetschbeutel erst ab 12 Monaten empfohlen.

Gleichzeitig fällt durch das Essen von Brei anstelle von fester Nahrung ein positiver Effekt weg: Denn durch das Zerkleinern fester Nahrungsbestandteile wird die Kiefermuskulatur gestärkt und die Zungenfertigkeit geschult. Das fördert die richtige Entwicklung des Kiefers und die Sprechfertigkeit der Kleinen.

Und wenn Du vielleicht, wie ich, dachtest, dass Dein Kind anstelle eines frischen Apfels ja auch einfach einen pürierten essen kann, dann liegst Du weit daneben. Schau Dir mal das Haltbarkeitsdatum der Quetschies an, dann wird eines schnell klar: Um so keimfrei und haltbar zu sein, musste das Obst ultrahoch erhitzt werden. Das reduziert den enthaltenen Zucker in keinster Weise, schadet aber den wertvollen Vitaminen, die hitzeempfindlich sind und dadurch weitestgehend zerstört werden. Eine echte Alternative zu Obst ist ein Quetschie also nicht.

Darum sind Quetschies schlecht für die Umwelt

Die Verpackung der Quetschies besteht aus 100% Plastik. Und auch, wenn sich manche Firmen Mühe geben und mit Recycling- oder Upcycling-Aktionen aufwarten, es ist und bleibt viel Müll für wahnsinnig wenig Inhalt. Plastikmüll und stellt unseren Planeten und die Tierwelt vor große Herausforderungen und Mikroplastik findet sich laut einer Untersuchung des Umweltbundesamtes im Körper fast aller Kinder. Welche Schäden und Beeinträchtigungen es dort hervorruft, beginnen wir erst allmählich zu verstehen.

Jedes vierte Kind, so die Studie, ist bereits so stark belastet, dass es gesundheitlich bedenklich ist. Laut einer WWF-Studie nimmt jeder von uns durchschnittlich fünf Gramm Mikroplastik pro Woche auf – das entspricht einer Kreditkarte pro Woche!

Das Plastik und den Müll in unserer Umwelt zu reduzieren und vor allem die Plastikverpackung von Lebensmitteln muss also unbedingt in unserem Interesse als Eltern sein.

Quetschies sind teuer

Und nicht zuletzt machen Quetschbeutel ökonomisch absolut keinen Sinn. Wir Eltern haben selten Geld übrig und sollten es, finde ich, nicht regelmäßig für etwas ausgeben, was total überteuert ist. Hast Du schon mal den Preis pro 100g verglichen zwischen einem Quetschie und einem herkömmlichen Glas Apfelmus? Wenn nein, solltest Du das unbedingt tun!

Die Alternative zu Quetschies: Wiederverwendbare Quetschbeutel zum selbst befüllen

Wusstest Du, dass es eine ganz einfache Alternative gibt, um fast alle oben genannten Probleme zu umgehen? Du verursachst weniger Müll, kannst gesündere Arten von Fruchtmuß, am besten sogar selbst gemachtes, verwenden und es ist langfristig viel günstiger: Wiederbefüllbare Quetschbeutel. Sie werden nach dem Gebrauch einfach ausgewaschen und wieder befüllt.

Mittlerweile gibt es auf dem Markt sogar richtige Quetschie-Befüll-Maschinen. Allerdings würde ich so eine nicht empfehlen, denn es geht auch ohne wunderbar und das Ding steht dann nur rum. Außerdem kann die Maschine nur abfüllen, nicht zubereiten. D.h. das fertige Püree muss man eh irgendwo einfüllen, warum nicht gleich ins Quetschie?

Sind Wegwerf-Quetschbeutel praktischer?

Jetzt denkst Du vielleicht, wie ich anfangs, dass Quetschies aus dem Supermarkt aber einfach viel praktischer sind. Meine Antwort darauf: Kommt darauf an. Denn so richtig praktisch ist mit Kindern ja irgendwie das wenigste. Der Rest ist eine Sache der Einstellung und Organisation.

Das Argument, wiederbefüllbare Quetschbeutel seien so viel Aufwand und nicht immer zur Hand, lasse ich nicht zählen. Immerhin müssen auch die anderen Quetschies eingekauft und gelagert werden. Und die Quetschbeutel zum Wiederverwenden kannst Du genauso einfach lagern, indem Du sie einfrierst.

Auch das Reinigen ist problemlos, wenn Du eine spülmaschinenfeste Version ohne schwer zu reinigende Ecken hast.

Die besten wiederverwendbaren Quetschbeutel.

Wir hatten damals eine sehr schlichte Version der wiederbefüllbaren Quetschbeutel, auch weil diese Version die besten Kundenrezensionen hatte. Die Divata Quetschbeutel sind preisgünstig, bpa-frei und im 4er-Pack erhältlich. Die Quetschies lassen sich unten komplett öffnen und luft- bzw. mußdicht wieder verschließen, so oft man möchte. Natürlich muss die Öffnung geschlossen sein, also der Deckel zu, wenn man das Muß einfüllen möchte. Das Einfüllen des Breis ist genauso einfach wie das reinigen per Hand oder im Geschirrspüler. Das Füllvermögen ist höher als bei handelsüblichen Einmal-Quetschies. Nach vielen Malen Verwenden sahen die Beutel zwar nicht mehr ganz wie neu aus, aber sie haben in der Zeit, in der wir sie genutzt haben, nie den Dienst versagt.

Allerdings würde ich mich heute eher für eine buntere, kindgerechtere Version entscheiden. Schließlich soll das selbst befüllte Quetschie den gekauften in nichts nachstehen, auch und vor allem nicht in der Optik. Auch die ChooMee-Quetschbeutel sind größer im Fassungsvermögen als die Einwegprodukte. Natürlich sind auch diese Produkte bpa-frei, also für Lebensmittel geeignet und lassen sich ebenfalls von unten befüllen.

Wenn Du bzw. Dein Kind damit leben können, dass der Quetschbeutel zum Wiederverwenden nicht 1:1 aussieht, wie ein gekauftes Quetschie, dann kommt vielleicht auch eine wiederverwendbares Produkt aus bpa-freiem Silikon in Frage. Der Squeazy Snacker hat fast doppelt so viel Inhalt wie ein handelsübliches Quetschie, ist langlebig und leicht zu reinigen. Wenn es also rein um die Funktion geht und nicht darum, die Kinder davon zu überzeugen, dass das selbstgemachte Quetschie genauso gut ist, wie das gekaufte, dann würde ich dieses Produkt nehmen.

Wenn Du Dich für ein ganz anderes Produkt entscheidest, achte darauf, dass die Quetschbeutel oben eine Rundung und keine Ecken haben, denn in die kommt man zum Auswaschen nur schwer heran.

Rezepte für selbstgemachte Quetschies

Nun stellt sich noch die Frage, womit man selbst gemachte Quetschbeutel befüllen soll.

Selbstgekochtes Muß

Ich habe wiederverwendbare Quetschbeutel mit unserem ersten Kind ausgiebig ausprobiert und für ihn hat es keinen Unterschied gemacht. Ich habe zu Hause eigenes Apfelmus oder Obstmus gekocht und konnte ganz nebenbei auch etwas Gemüse untermogeln, geschmeckt hat es ihm trotzdem.

Wenn Du einen eigenen Garten hast oder von Freunden oder Bekannten frisches Obst bekommst, kannst Du für den Winter etwas einfrieren oder zuckerfreies Obstmuß selbst einwecken. So stellst Du sicher, dass Dein Kind auch in den Jahreszeiten, in denen draußen nichts wächst, mit einer gesunden Alternative versorgt ist.

Was genau Du in die wiederbefüllbaren Quetschbeutel geben willst, ob Du die Zutaten kochst oder nur fein pürierst, ist absolut Deiner Fantasie und dem Geschmack Deines Kindes überlassen. Wichtig ist nur, dass die Konsistenz nicht zu fest ist, denn sonst kann man sie nicht über die kleine Öffnung aussaugen. Wenn Dir die Ideen fehlen, kannst Du Dich einfach in der entsprechenden Abteilung im Supermarkt inspirieren lassen. Dann kochst Du es zu Hause einfach nach – und ab in den Beutel.

Obst und Gemüse, das sich gut zum Einkochen eignet sind

  • Apfel
  • Birne
  • Pfirsich
  • Aprikose
  • Pflaumen
  • Zwetschgen
  • Erdbeeren
  • Kirschen
  • Himbeeren
  • Brombeeren
  • Karotte
  • Pastinake

Auch zum reinen Pürieren, also ohne kochen, gehen die obigen Obstsorten gut. Zusätzlich kannst Du noch mitpürieren

  • Orange
  • Mandarine
  • Avocado
  • Banane
  • Kiwi
  • Ananas
  • Tomate
  • Gurke
  • Spinat
  • Grünkohl

Wenn Du das Quetschie etwas sättigender machen möchtest, kannst Du noch verschiedene Getreide- oder Pseudogetreidesorten kochen und in kleinen Mengen vor dem Pürieren und Befüllen untermischen, z.B.

  • Quinoa
  • Hafer
  • Linsen
  • Amaranth
  • Buchweizen

Zusätzlich kann man vor dem Pürieren noch mit hineingeben:

  • Joghurt
  • Buttermilch
  • Kefir
  • Kokosmilch
  • Kakaopulver
  • Erdnussbutter
  • Cashewbutter
  • Kokosflocken
  • Samen und Kerne
  • Weizen- oder Gerstengras
  • Algen

Gekaufter Inhalt für den wiederverwendbaren Quetschbeutel

Wenn Du keine Zeit oder Lust hast, selbst einzukochen, kannst Du auch einfach Fruchtmuß in großen Gläsern für wiederverwendbare Quetschbeutel kaufen und umfüllen. Dabei solltest Du darauf achten, dass Du kein „Apfelmuß“ kaufst, sondern „Apfelmark“ (analog Birnenmark, Pflaumenmark, usw.) Denn bei „Muß“ ist immer Industriezucker zugesetzt. Außerdem würde ich die Nahrungsmittel immer in Bio-Qualität kaufen, wenn verfügbar.

Die Gläser haben den Vorteil, dass Glas recyclebar ist und kein Mikroplastik unmittelbar an die Lebensmittel oder später an unsere Umwelt abgeben kann. Außerdem enthalten diese Versionen weniger Zuckeranteil als gekaufte Wegwerf-Quetschbeutel.

Kurz gesagt gibt es auf jeden Fall mehr als genug gute Gründe, entweder komplett auf Quetschies zu verzichten oder zumindest als Alternative auf Quetschbeutel zurückzugreifen, die wiederverwendbar sind. Damit tust Du nicht nur unserer Umwelt einen Gefallen, sondern vor allem der Gesundheit Deiner Kinder.

Quellen:

https://www.tagesschau.de/inland/plastik-131.html

https://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/WWF-Report-Aufnahme_von_Mikroplastik_aus_der_Umwelt_beim_Menschen.pdf