Baby will Paprika essen

Ab wann dürfen Babys Paprika essen?

Die meisten Empfehlungen lauten, Babys keine Paprika essen zu lassen bzw. keine Paprika in den Babybrei zu mischen. Warum das so ist und was passieren kann, wenn Du vorher Paprika anbietest. 

Paprika ist für Babys ungefährlich

Mach Dir zunächst einmal klar, was solche Empfehlungen bedeuten. Sie stammen vor allem aus der Tradition, Babys möglichst früh mithilfe von Brei von der Muttermilch oder der Flaschenmilch zu entwöhnen. Schritt für Schritt werden ganze Milchmahlzeiten durch das Löffelchen ersetzt. Weil Muttermilch sehr nährstoffreich ist, setzt das voraus, dass früh große Mengen vom Kind geschluckt und verdaut werden. Damit das für unreife Verdauungssysteme nicht zu Problemen führt, müssen Eltern, die Brei füttern, auf die Inhaltsstoffe achten. Von allem, was schwer verdaulich ist oder in größeren Mengen zu Problemen führen kann, wird in den ersten 12 Lebensmonaten abgeraten – so auch von Paprika. 

Erst im 13. Monat, so die meisten Meinungen, solle man auch Paprika geben. Ungefähr zur selben Zeit fangen BLW-Kinder (Kinder, die mit Baby Led Weaning, also ohne Brei und ohne gefüttert zu werden, zu essen anfangen) meist erst an, nennenswerte Mengen der Nahrung zu schlucken. Vorher wird mit dem Essen experimentiert, gelutscht und gespielt. Eine Paprika zum Beispiel würde nur in kleinen Mengen und immer ohne Schale im Bäuchlein landen. 

Ab wann Du Deinem Baby Paprika gibst, hängt also maßgeblich davon ab, wie viel und in welcher Form Du es anbietest. Während Breikinder erst ab 9-12 Monaten langsam kleinere Mengen Paprika bekommen sollten, kannst Du einem BLW-Kind auch zum Beikoststart eine Stange anbieten. Achte aber bitte vorher darauf, dass de4in Baby die Anzeichen für Beikostreife erfüllt.

Warum wird Paprika ab 12 Monaten empfohlen?

Der Grund, warum Breikinder erst nach 9-12 Monaten Paprika bekommen sollen, ist folgender: Paprika ist schwer verdaulich, vor allem die Schale kann fast gar nicht verdaut werden. Das kann zu Blähungen und damit bei Säuglingen zu Bauchschmerzen führen. Um die Schale zu zerkleinern und damit für den Verdauungstrakt vorzubereiten, braucht es Backenzähne, zwischen denen sie zermahlt werden können.

Sobald Dein Baby das kann, ist auch rohe Paprika mit Schale kein Problem mehr. Allerdings dauert das teils bis etwa zum zweiten Geburtstag. 

Damit die Schale keine Probleme macht, wird häufig empfohlen, die Paprika für Babys vorher zu schälen – vor allem, wenn Du sie in größeren Mengen verwenden möchtest. Dazu übergießt Du die rohe Paprika einfach mit kochendem Wasser, lässt sie kurz ziehen und schreckst sie dann mit kaltem Wasser ab. Danach kannst Du die Haut ganz einfach mit einem glatten Messer abziehen. Das funktioniert übrigens auch für Tomaten, Pfirsiche oder anderen Früchten mit dünner Haut. 

Wenn Du die Paprika als Fingerfood-Idee für Dein Baby roh anbietest, erübrigt sich das Schälen vermutlich, denn dann raspeln die Kleinen mit den Schneidezähnen den weichen, inneren Teil der Paprika ab oder lutschen sie aus – und die Schale bleibt übrig. 

Auch haben nicht alle Kinder Probleme mit dem verdauen der Schale. Du kannst also mit kleineren Mengen anfangen und selbst ausprobieren, ob vermehrt Blähungen kommen – oder eben nicht. 

Paprika sind gesund

Vor allem rote Paprika enthält wahnsinnig viel Vitamin C und ist damit sehr gesund. Der Unterschied zwischen grüner und roter bzw. gelber Paprika ist übrigens der Reifegrad. Grüne Paprika sind so wenig süß, weil sie unreif geerntet werden. 

Paprika haben einen niedrigen Nitratgehalt, hier gibt es also nichts zu beachten. Nitratreiches Gemüse wie Spinat oder Aubergine sollten Babys unter 6 Monaten, also Breikinder, die früh zu essen anfangen, lieber nicht erhalten. 

Passende Baby Led Weaning Rezepte findest Du hier.

Zwischen Juni und September hat Paprika auch hierzulande Saison, ist also frisch und teils in Bio-Qualität erhältlich. Und auf BIO solltest Du achten, wenn Du Deinem Baby Paprika geben möchtest. Denn Paprika verderben recht schnell und werden darum im konventionellen Anbau mit viel Chemie behandelt. Das ist auch der Grund, warum die Paprika im Supermarkt oft so prall und glänzend aussieht, während die aus dem Bio-Laden schon ein wenig schrumpelig wirkt. 

In meiner Lebensmittel-Fibel für Babys findest Du zahlreiche Infos zu verschiedenen Lebensmitteln. Wenn Du eines nicht findest, schreib mir unbedingt einen Kommentar oder eine Nachricht, damit ich das ergänzen kann!

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