Baby will kohl essen

Ab wann dürfen Babys Kohl essen?

Auch wenn einige Aussagen genau das vermitteln wollen: Kohl ist in den ersten zwölf Lebensmonaten eines Babys weder verboten noch irgendwie gefährlich. Es kann allerdings sein, dass Dein Baby von bestimmten Kohlsorten Blähungen und Bauchschmerzen bekommt. Darum raten so viele davon ab, Kohl in den Babybrei zu mischen. Warum bei Baby Led Weaning (BLW) die Sache schon ganz anders aussieht, erkläre ich Dir jetzt.

Ab wann vertragen Babys Kohl?

Die Empfehlungen, ab wann Babys Kohl im Babybrei essen dürfen, lauten meist „ab 12 Monaten“, manchmal auch „ab 8 Monaten“. Das liegt daran, dass Kohl nicht sehr leicht verdaulich ist und darum zu Blähungen führen kann. Blähungen sind bei Babys meist mit Unwohlsein und manchmal auch Bauchschmerzen verbunden. Gefährlich sind sie nie.

Kohl im Babybrei

Nun macht hier, wie so oft, die Menge das „Gift“. Das heißt, von ein bisschen Kohl bekommen die wenigsten gleich einen Blähbauch. Allerdings ist das Ziel vom Brei füttern ja, dass nicht nur ein klein bisschen im Bauch landet, sondern die Menge relativ schnell auf eine ganze Mahlzeit gesteigert wird. Davon soll es dann planmäßig drei Hauptmahlzeiten und zwei Zwischenmahlzeiten am Tag geben.

Wenn eine Hauptmahlzeit nun schon anfangs Brei mit Kohl wäre, kann das bei so einer unausgereiften Verdauung wie bei Babys natürlich zu Problemen führen. Solange das so ist, püriert man deshalb die Nahrung und rät von blähenden und schwer verdaulichen Nahrungsmitteln ab – bis das Verdauungssystem tatsächlich bereit ist, größere Mengen an Nahrung aufzunehmen. Das ist meist frühestens zum 1. Geburtstag der Fall.

Kohl für Baby Led Weaning

Bei Baby Led Weaning (BLW) verhält sich die Sache aber anders: Das Ziel ist es nicht, möglichst schnell von Muttermilch oder PRE-Nahrung auf andere Kost umzusteigen. Stattdessen wird dem Baby geeignete feste Nahrung gegeben, mit der es sich selbst füttern darf. Hauptnahrung bleibt solange die Milch, bis das Kind sich selbst umgestellt hat.

Die wenigsten Kinder essen im ersten Jahr nennenswerte Mengen. Dass so viel Kohl oder andere blähende Lebensmittel im Bauch landen, ohne dass Eltern vorher schon bei kleineren Mengen bemerkt hätten, dass sie Probleme machen, ist unwahrscheinlich.

Darum darfst Du bei BLW Kohl in geeigneter Form (also so, dass Dein Kind ihn selbst zu sich nehmen kann) anbieten, wann immer Du möchtest.

Blähungen durch Kohl vermeiden

Wenn Dein Kind Probleme mit der Verdauung hat, wirst Du natürlich aufpassen, was es isst. Dazu brauchst Du sicherlich keine Ratgeberliteratur. Du solltest aber wissen, dass nicht alle Kohlsorten gleich schwer verdaulich sind.

Blumenkohl, Brokkoli und Kohlrabi zum Beispiel sind sogar für Breikinder ab Beikoststart geeignet. Auch als Fingerfood bei BLW kommen sie häufig zum Einsatz, weil sie sich durch ihre Konsistenz und Form sehr leicht essen lassen.

Wenn Du blähende Kohlsorten wie Weißkohl, Rotkohl, Grünkohl oder Blumenkohl zubereitest, beachte folgende Punkte:

  • Nimm die Blattader, die in der Mitte von Kohlblättern verläuft, heraus.
  • Mische dem Gericht etwas Fenchel oder Kümmel hinzu.
  • Beginne mit kleinen Mengen und beobachte, was passiert.
  • Kombiniere den Kohl mit stärkehaltigen Kohlenhydraten wie Kartoffeln oder Reis.
  • Biete erst rohen Kohl an, wenn gedünsteter Kohl gut vertragen wird.

Warum Kohl so gesund ist

In der Antike galt Kohl als Wunderwaffe, als Allheilmittel bei verschiedensten Leiden. Bis heute findet Kohl  auch äußerlich Anwendung, zum Beispiel zur Linderung von Brustentzündungen.

Am meisten kann der Kohl seine Stärken allerdings als Nahrungsmittel zeigen: Vor allem Vitamin C ist viel enthalten. Aber auch Vitamin K, das beim Kochen nicht zerstört wird, steckt im Kohlgemüse. Vor allem vegetarisch oder vegan lebende Eltern werden auf Kohl nicht verzichten wollen, denn er enthält die Mineralstoffe Kalzium, Eisen und Magnesium. Fleisch und Milchprodukte sind dadurch überflüssig. Die Sekundären Pflanzenstoffe (Glukosinolate) im Kohl gelten als krebsvorbeugend.

Zudem sind einige Kohlsorten winterhart und lassen sich lange lagern. Das macht sie auch in den Wintermonaten in frischer Qualität zugänglich.

Passende BLW-Rezepte gibt es hier.

Fazit

Für die Verwendung im Babybrei werden Blattkohlsorten wie Weißkohl, Grünkohl, Rotkohl und Wirsing meist erst ab 12 Monaten empfohlen, weil sie blähend wirken. Im Rahmen von BLW kannst du aber von Anfang an Kohl mit anbieten. Achte nur darauf, ob Dein Kind Blähungen bekommt.

In meiner Lebensmittel-Fibel für Babys findest Du zahlreiche Infos zu verschiedenen Lebensmitteln. Wenn Du eines nicht findest, schreib mir unbedingt einen Kommentar oder eine Nachricht, damit ich das ergänzen kann!

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