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Säurearmes Obst für Babys: 4 Tipps

Mit unserem Großen mussten wir lange Zeit aufpassen, was er isst – denn sonst drohten schlimme Neurodermitis-Schübe. Auch bei Obst vertrug er nur bestimmte Sorten. Der Grund war eine Mischung aus Allergenen im Obst und der Fruchtsäure. Welches säurearme Obst für Babys geeignet ist, kann ich Dir darum genau sagen – und auch erklären, worauf Du im Zusammenhang mit Obstsäure bei Säuglingen sonst noch achten musst.

Säurearmes Obst für Babys

Grundsätzlich haben diese Obstsorten relativ wenig Fruchtsäure:

  • Banane
  • Birne
  • Aprikose
  • Pfirsich
  • Apfel
  • Melone
  • Mango
  • Pflaume
  • Papaya
  • Weintrauben

Bei Apfel gibt es große Unterschiede im Säureanteil, abhängig von der Sorte. Säurearm sind zum Beispiel Idared, Jonagold, Gala und Golden Delicious. Allerdings haben diese modernen Züchtungen ein hohes Allergiepotential. Unser Sohn reagiert darum auf Apfel aus dem Supermarkt zeitweise immer noch stark mit Hautausschlag.

So ist Obst möglichst säurearm

Auf Geschmackssinn verlassen

Du bist aber tatsächlich nicht nur auf Listen angewiesen, sondern kannst Dich auch ein wenig auf Deinen eigenen Geschmackssinn verlassen. Denn Obstsäure macht, was der Name sagt: Sie schmeckt sauer. Je säuerlicher Dir ein Obst vorkommt, desto mehr Säure enthält es in aller Regel auch. Und je süßer es im Umkehrschluss ist, desto mehr Fruchtzucker und weniger Säure enthält es. Darum sind säurearme Obstsorten bei Babys meist auch sehr beliebt. Sie schmecken einfach besser.

Reifes Obst ist säureärmer

In diesem Zusammenhang kannst Du Dir vielleicht auch vorstellen, dass reifes Obst weniger Fruchtsäure enthält, als unreifes. Im Reifungsprozess wird mehr Säure neutralisiert und Fruchtzucker gebildet. Das gilt auch für Obst, das Du noch bei Zimmertemperatur nachreifen lässt.

Gedünstetes Obst hat weniger Säure

Weil Fruchtsäure, genau wie die meisten Vitamine, wasserlöslich ist, wird beim Kochen die Säure im Obst teilweise entfernt bzw. im Kochwasser gelöst. Das kann anfangs für Babys besser sein, langfristig würde ich aber Obst lieber roh essen lassen. Denn Fruchtsäure hat im Stoffwechsel auch wichtige Aufgaben zu erfüllen. Abgesehen davon lösen sich auch andere wertvolle Bestandteile wie Vitamine mit dem Kochvorgang aus der Frucht.  

Wenn Dein Baby Probleme mit Fruchtsäure oder bestimmten Obstsorten im Rohzustand hat, probier doch mal die gedünstete Variante. Auch Allergene sind hitzeempfindlich und werden teils zerstört. So konnte unser Sohn gekochtes Apfelmus zum Beispiel essen, während frischer Apfel zu Neurodermits-Symptomen führte. 

Mit basischen Lebensmitteln kombinieren

Hilfreich kann auch eine Kombination mit Lebensmitteln sein, die basisch wirken, also die Säure im Körper neutralisieren. Dazu zählen zum Beispiel gekochte Kartoffeln, fast alle Gemüsesorten, Nüsse (Achtung, für Babys nur gemahlen oder als Muß!) und Trockenobst.

Säurehaltige Obstsorten

Und dann gibt es eben auch Obstsorten, die von Natur aus relativ viel Fruchtsäure enthalten und darum für Babys oft erst ab dem 11., 12. oder 13. Lebensmonat empfohlen werden. Zitrusfrüchte und Beeren zum Beispiel. Das bedeutet aber nicht, dass viele Kinder sie nicht schon sehr viel früher vertragen. Hier geht probieren wie so oft über studieren. Außer einer Hautreaktion passiert eigentlich nichts, wenn Du auch vorher schon mal eine Orange probieren lässt. Beobachte Dein Baby und ob es eine Reaktion zeigt. Wenn nicht, ist säurehaltiges Obst (in Maßen) bei euch vielleicht okay.

Grundsätzlich haben diese Obstsorten relativ viel Fruchtsäure und sind darum für manche Babys schwer zu verdauen:

  • Himbeere
  • Brombeere
  • Johannisbeere
  • Kirschen
  • Orangen
  • Zitronen
  • Mandarinen
  • Kiwi
  • Pomelo
  • Grapefruit
  • Ananas

So reagieren Babys auf zu viel Fruchtsäure

Fruchtsäure ist dem Namen nach eine Säure, wirkt also ätzend – wenn sie nicht im Magen des Menschen neutralisiert wird. In kleinen oder normalen Mengen ist das meist problemlos möglich, jedoch können große Mengen Fruchtsäure auch Erwachsenen Menschen Probleme machen. Die Folge ist meist Sodbrennen oder Magenschmerzen. Vielleicht hast Du auch schon mal den Fehler gemacht, eine ganze Ananas auf einmal zu essen? Wenn ja, hast Du schon mal die Auswirkungen von zu viel Säure auf die Mundschleimhaut erlebt: Die oberste Hautschicht löst sich in den Tagen danach ab.

Bei Säuglingen ist der Verdauungstrakt noch nicht ganz ausgereift. Darum kann es sein, dass ihr Magen mit dem Neutralisieren der Säure Probleme hat. Babys reagieren dann häufig mit Hautausschlägen oder einem wunden Po. Diese Reaktion auf säurehaltiges Obst verwächst sich aber sprichwörtlich. Der Verdauungstrakt reift aus und damit auch die Fähigkeit, säurehaltiges Obst zu verdauen. Wenn Dein Baby also einmal etwas nicht verträgt, gilt das also wahrscheinlich nur eine begrenzte Zeit

Fruchtsäure ist besonders wichtig bei Neurodermitis, denn dann verschlimmern sich die Symptome sehr. Ob sich die Neurodermitis im Kleinkindalter ebenfalls verwächst kann man vorab nicht sagen. Bei fast 90 Prozent der betroffenen verschwinden die Hautprobleme bis zum Schulalter. Allerdings entwickeln bis zu 30 Prozent im Laufe des Aufwachsens dann eine allergische Erkrankung wie allergisches Asthma oder Heuschnupfen.

Quellen:

  • Hofer et al.: Inhaltsstoffe alter Apfelsorten unter diätetischem Aspekt – Schwerpunkt Diabetes Journal für Ernährungsmedizin 2005; 7 (1) (Ausgabe für Österreich), 30-33
  • Diemair, W. „Über Zusammensetzung und Haltbarmachung des Obstes.“ DMW-Deutsche Medizinische Wochenschrift 62.27 (1936): 1081-1084.

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Bild: bigstockphoto.com – oksun70

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