Baby will Zucchini und mehr Gemüse

Ab wann dürfen Babys Zucchini essen?

Zucchini wächst etwa ab Juli im eigenen Garten bzw. ist aus regionalem Bio-Anbau erhältlich. Darum eignet sich das Sommergemüse gut für Babys ab Beikoststart – egal, ob als Brei oder als Fingerfood. Lediglich wenn eine Zucchini sehr bitter schmeckt, solltest Du sie auf keinen Fall anbieten.

Ab wann dürfen Babys Zucchini essen?

Theoretisch lautet also die Antwort auf die Frage, ab wann Zucchini für Babys geeignet sind: Von Anfang an. Wann dieser Anfang ist, unterscheidet sich allerdings sehr stark. Während manche Eltern immer noch im 3. Monat anfangen, die ersten Löffelchen Brei zu füttern, sind Experten mittlerweile einig, dass das zu früh ist. Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfiehlt, Beikost ab dem 5.-7. Monat einzuführen. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) rät dazu, Babys 6 volle Monat ausschließlich zu stillen und erst dann mit geeigneter Beikost zu beginnen. Mit einer Beikosteinführung ab dem 7. Monat kannst Du also nichts falsch machen.

BLW-Experten wie die britische Hebamme Gill Rapley gehen davon aus, dass Säuglinge erst dann bereit sind für Nahrung abseits der Milch, wenn sie alle Beikostreifezeichen erfüllen. Demnach sollte Dein Baby unter anderem:

  • relativ stabil sitzen können,
  • der Zungenstoßreflex, der alles wieder aus dem Mund befördert sollte aufgehört haben und
  • Dein Baby sollte in der Lage sein, Gegenstände oder Lebensmittel selbst zu greifen und in den Mund zu befördern.

Zucchini fürs Baby roh oder gekocht?

Natürlich spricht nichts dagegen, eine Zucchini dem Baby auch mal roh in die Hand zu drücken. Dann solltest Du aber nicht davon ausgehen, dass auch etwas im Magen landet. Vielmehr kann es das Gemüse dann ausführlich im unbearbeiteten Zustand untersuchen. Babys lieben das.

Um sie zu Brei oder Fingerfood zu verarbeiten, musst Du eine Zucchini fürs Baby allerdings kochen.

Ob Du die Zucchini für Babybrei mit oder ohne Schale verarbeitest, hängt von der Zucchini ab. Wenn sie aus dem eigenen Garten oder aus Bio-Anbau kommt, lass die Schale auf jeden Fall dran! Denn in bzw. direkt unter der Schale befinden sich die meisten Nährstoffe. Diese würden dann weitestgehend verloren gehen. Bei Gemüse aus konventionellem Anbau befinden sich leider an derselben Stelle Giftstoffe wie Pestizide oder Düngemittel. Ob Du diese zusammen mit den Vitaminen entfernen willst, oder lieber beides behältst, musst Du selbst entscheiden.

Konkret steckt in der Zucchini Kalzium, Kalium, Eisen, Phosphor, Vitamin C, Vitamin A, und Vitamin E. Sie besteht zu 90% aus Wasser und ist darum gut verträglich, aber auch kalorienarm. Zum „Ersetzen von Milchmahlzeiten“ eignet sich Zucchinibrei daher nicht.

Zucchini haben meist einen mittleren Nitratgehalt. Das bedeutet, dass Du Zucchini-Babybrei auch einfrieren und wieder auftauen kannst. Auch einzelne Zucchinistücke kannst Du roh oder blanchiert einfrieren und später verwenden. Gemüsesorten mit hohem Nitratgehalt sollten für Babys unter 6 Monaten sicherheitshalber nicht zu Brei verarbeitet werden.

Bekommen Babys von Zucchini Bauchschmerzen?

Die Zucchini gehört zur Familie der Kürbisgewächse und ist ein sehr mildes Gemüse. Dass Dein Baby davon Verdauungsprobleme bekommt, ist sehr unwahrscheinlich. Im Gegenteil, Zucchini wirkt meist stuhlregulierend, d.h. sie tut sowohl bei Verstopfung, als auch bei dünnem Stuhl gut. Das liegt daran, dass die Zucchini zu 90% aus Wasser besteht und relativ wenig Ballaststoffe enthält. Ballaststoffe fördern die Verdauung, können aber auch zu vorübergehenden Blähungen führen, bis sich der Darm daran gewöhnt hat.

Als Faustregel gilt: Je jünger die Zucchini, desto weniger Ballaststoffe.

Zucchini für Baby Led Weaning

Es scheint also ziemliche Einigkeit darüber zu herrschen, dass die Zucchini von Anfang an ein gutes Gemüse für Babys und damit auch für BLW ist. Anfangs würde ich die Zucchini in lange, dicke Streifen schneiden und möglichst schonend dünsten bzw. garen. Je besser Dein Baby greifen lernt, desto kleiner können die Stücke werden. Ein guter Übergang sind dicke Scheiben, dann auch Viertel oder Würfel.

Wenn Du Dein Baby Zucchini roh probieren lassen möchtest, kann man aus geraspeltem Gemüse einen Zucchini-Salat herstellen.

Achtung vor giftigen Bitterstoffen!

Zum Schluss noch ein wichtiger Hinweis: Bei der Verarbeitung der Zucchini für Dein Kind solltest Du immer ein Stück davon probieren. Wenn sie nicht wie sonst mild und angenehm, sondern sehr bitter schmeckt, solltest Du sie sofort entsorgen. Dann kann es sein, dass sich extrem giftiges Cucurbitacin gebildet hat. Das ist ein Bitterstoff, den Pflanzen als Schutzmechanismus bilden und der sich beim Kochen nicht zersetzt. Er ist giftig für Menschen und kann wirklich gefährlich werden. Je bitterer die Zucchini, desto mehr ist enthalten.

Eigentlich sollte der Bitterstoff aus den heute erhältlichen Zucchinisorten längst weggezüchtet sein. Aber bei großer Hitze oder großer Trockenheit kommt es bei den Pflanzen zu „Stress“ und sie bilden den Schutzstoff trotzdem aus.

Zucchini-Baby-Rezepte

Wenn Du jetzt auf der Suche bist nach breifreien Zucchini-Rezepten für Dein Baby, schau Dir diese mal an:

Auch Baby Zucchini Muffins oder Baby Zucchini Brot schmeckt richtig lecker.

Zu allen BLW-Rezepten

In meiner Lebensmittel-Fibel für Babys findest Du zahlreiche Infos zu verschiedenen Lebensmitteln. Wenn Du eines nicht findest, schreib mir unbedingt einen Kommentar oder eine Nachricht, damit ich das ergänzen kann!

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