ist würziges essen für baby ein problem

Ist würziges Essen für Babys ein Problem?

Ein häufiger Irrglaube ist es, dass würziges Essen für Babys und Kleinkinder ein Problem darstellt. Denn warum sollten sie keine starken Geschmacksrichtungen oder Gewürze vertragen? Am Leben gehalten wird diese Meinung vermutlich von der Beikosteinführung mit Brei, bei der zunächst eine Geschmacksnuance nach der anderen eingeführt werden soll. Gewürze und guten Geschmack sucht man im Brei meist vergeblich.

Brei ab dem 4. Monat – ohne Würze

Leider werben viele Breigläser immer noch mit „ab dem 4. Monat“. Und leider glauben immer noch viele Mütter, nicht nur aus diesem Grund, dass ihr Baby schon ab dem 4. Monat mit Brei beginnen sollte. Die Notwendigkeit dafür stammt aus dem letzten Jahrhundert, in dem begonnen wurde, Babys nicht nach Bedarf, sondern nach der Uhr zu stillen. Bei vielen Frauen ging durch das seltene Anlegen die Milchproduktion zurück und um den 3. oder 4. Monat herum reichte bei vielen die Milch einfach nicht mehr aus. Stillberater und Studien zu dem Thema gab es noch nicht, also wurde angenommen, dass es dann eben an der Zeit sei, zuzufüttern und mit Brei zu beginnen.

Nun sind im 4. Lebensmonat die Geschmacksknospen eines Babys tatsächlich noch sehr empfindlich und einfach noch nicht reif für Nahrung – egal in welcher Form. Natürlich macht es da Sinn, den Brei möglichst geschmacksarm und schonend zu halten. Aber darum ist würziges Essen für Babys doch nicht allgemein tabu.

Würziges Essen für Babys: Baby Led Weaning

Wenn Babys mit dem 6. Lebensmonat langsam anfangen, sich für die Nahrungsaufnahme zu interessieren, sieht es da ganz anders aus. Natürlich sind ihre Geschmacksnerven noch sensibler als die von Erwachsenen. Das heißt aber nicht, dass sie in einen Schockzustand verfallen, wenn diese Geschmacksnerven etwas wahrnehmen. Viele Kinder genießen es regelrecht, verschiedene starke Geschmacksrichtungen kennenzulernen. Sie mögen indisches Essen genauso wie Senfgurken oder Schweinebraten mit Soße. Ab diesem Alter sind sie bereit, verschiedene Geschmäcker kennenzulernen und herauszufinden, was sie mögen.

In dieser Zeit werden die Geschmacksnerven auch geprägt auf die Art der zur Verfügung stehenden Nahrungsmittel. Tendenziell essen wir nämlich alle nur eine sehr eingeschränkte Auswahl der auf der Welt zur Verfügung stehenden Nahrungsmittel – und zwar das, was wir als Kind in der Familie kennen lernen durften. Deshalb ist es so wichtig, in dieser Zeit eine Vielfalt an Lebensmitteln anzubieten und darauf zu achten, dass viel Gesundes auf den Tisch kommt. Denn jedes Nahrungsmittel bietet andere, wichtige, Nähr- und Inhaltsstoffe. Je abwechslungsreicher wir uns also ernähren, desto voller sind auch unsere Nährstoffspeicher.

In dieser Zeit tut man als Eltern deshalb auch gut daran, auf Zucker, Hefeextrakt, Glutamat und andere Geschmacksverstärker zu verzichten. Sie sind nicht nur ungesund, sondern verfälschen den Geschmack und verändern damit die Geschmacksnerven.

Scharfes Essen für Babys

Anders als mit würzigem Essen für Babys verhält es sich mit scharfem Essen, also Gewürzen wie Pfeffer oder Chilli. Schärfe ist keine Geschmacksrichtung. Genau genommen verletzt scharfes Essen unsere Geschmacksnerven – ein Prozess, den viele Menschen als angenehm empfinden und für den wir unsere Toleranz schrittweise erhöhen können. Auch Babys macht das häufig gar nichts aus – solange die Schärfe sich in Grenzen hält. Ein wenig Pfeffer im Essen stört also die wenigsten Babys, der Schärfegrad 3 beim Inder dagegen endet in schmerzhaftem Weinen. Zu Recht, denn es sind echte Schmerzen, die dadurch hervorgerufen werden. Am besten, Du tastest dich langsam heran, wie viel Schärfe dein Baby verträgt und genießt.

Am Anfang geben die meisten Eltern ja ohnehin erst einmal gedünstetes Gemüse, um zu sehen, wie das Baby darauf reagiert.

Meine Erfahrung
Nachdem wir die ersten 1-2 Wochen vor allem gedünstetes Gemüse in seiner ursprünglichen Form gegeben hatten, wurden wir langsam experimentierfreudiger. Und unser Sohn mit uns. Es stellte sich schnell heraus, dass er nicht an würziges Essen gewöhnt werden musste. Er mochte Indisches Curry genauso wie eine italienische Tomatensauce oder selbst gemachtes Pesto. Sogar leicht scharfe Speisen aß er zu unserem Erstaunen ohne Probleme.

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