In den letzten Monaten und Jahren sind die Lebensmittelpreise in Deutschland extrem gestiegen. Von 30% Preisanstieg in den letzten zwei bis vier Jahren ist die Rede. In einer Umfrage (nicht repräsentativ) auf Social Media haben mir 30% davon berichtet, dass ihnen am Monatsende Geld für Lebensmitteleinkäufe fehlt. Im Folgenden findest Du daher einfache Maßnahmen, die Dir Geld sparen beim Lebensmittel Einkauf.
Geld sparen bei Lebensmitteln
Ziel soll es dabei nicht sein, einfach günstigere, d.h. qualitativ schlechtere Lebensmittel einzukaufen. Denn natürlich könntest Du jetzt statt dem Roggen-Sauerteig-Brot aus dem Bioladen plötzlich ein nährstoffarmes Weizenbrot aus dem SB-Regal beim Discounter kaufen. Dann würdest Du sicherlich weniger Geld für Lebensmittel ausgeben, allerdings rate ich Dir davon dringend ab. Spare nicht an der Qualität, auch und vor allem nicht im Interesse Deiner Kinder.
Günstig auf Vorrat kaufen
Es gibt verschiedene Möglichkeiten und Zeitpunkte, bestimmte Grundnahrungsmittel günstiger zu kaufen. Zu diesen Gelegenheiten kannst Du zuschlagen und einen Vorrat anlegen. Auch frische Lebensmittel kannst Du ggf. in größeren Mengen kaufen, wenn der Preis stimmt, und dann einfrieren.
- Preise vergleichen: Bio-Passata (passierte Tomaten) kosten bei dm (Eigenmarke) 0,95€, während sie bei Edeka (Eigenmarke) mit 2,99€ zu Buche schlagen. Selbst, wenn Du sonst nicht oft bei dm einkaufst, lohnt sich der Besuch, um einen Vorrat an passierten Tomaten anzulegen. Auch Bio-Mais, Cashewmus und vieles andere ist dort sehr günstig. Eine weitere gute Quelle ist rossmann. Wenn Du die Wahl hast zwischen kleinen Bioläden und Ketten wie denn’s, bieten die größeren Bio-Supermärkte fast immer die günstigeren Preise. Preise vergleichst Du am besten anhand vom Kilopreis.
- Angebote: Zusätzlich gibt es von fast allen Discountern und Drogerien wöchentliche Sonderangebote, mit denen die Kunden in den Laden gelockt werden sollen. Du musst die Prospekte nicht alle in Papierform zuhause haben, Du kannst sie auch online z.B. bei Marktguru.de oder in den verschiedenen Apps nachlesen.
- Coupons und Apps: Denn die App von den Lieblings-Supermärkten und -drogerien zu haben kann sich auch durchaus lohnen, probier es aus.
Payback
Wenn Payback in Deinen Augen, wie bei mir, bisher eher eine nette Spielerei war, wirst Du staunen, wenn Du hörst, was andere damit sparen können. Bei jedem Einkauf in bestimmten Supermärkten (z.B. Rewe, dm) kannst Du die Payback-Karte scannen und Du sammelst Punkte. Mit verschiedenen Coupons kannst Du teilweise vielfache Punkte sammeln und diese am Ende ausbezahlen lassen. In der dm-App kannst Du sogar Deine Payback Nummer hinterlegen und der Einkauf wird automatisch gezählt.
Einziger Negativpunkt bei Payback: Du „verkaufst“ Deine persönlichen Daten bzw. Dein Einkaufsverhalten für Marktforschungszwecke, das sollte Dir bewusst sein.
Online bestellen
Tatsächlich kannst Du immer mehr Lebensmittel auch online bestellen. So fällt auch das Preise vergleichen einfacher. Nachdem ich mich letzte Woche über 2,59€ für eine Packung Barilla-Vollkornnudeln (meine Kinder essen nur die ohne Murren) geärgert habe, habe ich über ein Preisvergleichsportal herausgefunden, wo ich zumindest eine bestimmte Sorte für 1€ pro Packung (beim Kauf von insgesamt 24 Packungen oder einzeln ab 1,29€ kaufen kann. Versandkostenfrei. Ich muss also nicht einmal schleppen.
Aber es gibt auch ganze online-Supermärkte, die sich auf Ware mit kurzem oder abgelaufenen MHD spezialisiert haben: Motatoes, Sirplus und Co. liefern ebenfalls zu Dir nach Hause. Allerdings lohnt sich das vor allem, wenn Du Markenware möchtest.
Reduzierte Ware (kurzes MHD)
Auch Supermärkte reduzieren die Ware vor Ort aus verschiedenen Gründen, häufig weil das Mindesthaltbarkeitsdatum (fast) erreicht ist oder das Obst und Gemüse kleine Macken hat. Bei Lidl gibt es diese Tüten als „Retter-Tüten“ fertig gepackt, andere Supermärkte stellen „Grabbelkisten“ im Kühlregal, bei der Gemüseabteilung oder vor dem Kassenbereich auf. Vor allem Samstag abends kannst Du dahingehend Glück haben.
Markteinkauf
Auch bei einem Markteinkauf kann man in manchen Regionen ordentlich sparen, wenn man flexibel ist und ganz zum Ende einkauft. Denn dann möchten die Händler ihre frischen Waren loswerden und machen Paketpreise, die sich lohnen.
Foodsharing
Kennst Du Foodsharing e.V.? Das ist ein Verein, der die Rettung und Verteilung von Lebensmitteln organisiert, die sonst von den Supermärkten entsorgt werden würden. Eine faulige Zitrone im ganzen Netz, ein paar Druckstellen auf dem Gemüse – und schon wird es aussortiert. Auch abgelaufenes MHD oder Ladenhüter werden auf diesem Wege vor der Tonne gerettet. Du kannst entweder als ehrenamtlicher Helfer direkt abholen und verteilen (und Dir natürlich auch selbst nehmen) oder über die Fairteiler (Abholstationen) oder WhatsApp-Gruppe vor Ort etwas abholen.
Flexibler Speiseplan
Diese Möglichkeiten kannst Du maximal nutzen, wenn Dein Speiseplan flexibel ist, Du also gerettete und günstig gekaufte Lebensmittel problemlos integrieren kannst. So wertvoll für manche auch ihr Wochenplan ist, hier ist er keine Hilfe.
TooGoodToGo
Kennst Du diese App? Vor allem in Städten kannst Du hier Gerichte und Backwaren, die am nächsten Tag nicht mehr verkauft werden können, richtig günstig erhalten. Probier es aus.
Eigenanbau, Sammeln, selber machen
Wenn Du die Möglichkeit hast, kann auch ein eigener Garten bares Geld sparen. Du musst nicht jedes Jahr neues Saatgut kaufen, vieles lässt sich selbst trocknen und im neuen Jahr wieder aussähen. Einiges, z.B. Petersilie, Schnittlauch, Rosmarin, Rucola oder Feldsalat ist auch mehrjährig bzw. säht sich selbst aus, wenn Du es blühen lässt.
Einiges gibt es auch gratis in der freien Natur, z.B. Bärlauch, Hagebutten, Sanddorn oder viele Teesorten. Vieles davon findest Du auf mundraub.org.
Wenn Du einmal anfängst, Dich damit zu beschäftigen, kannst Du Dir auch ein Netzwerk aufbauen, sodass Du saisonal auch bei anderen mit ernten darfst, z.B. bei Zwetschgen, Fallobst oder Haselnüssen. Durchforste doch einfach mal die Kleinanzeigen oder gib selbst ein Gesuch auf.
Wenn Du hohe Qualität zum kleinen Preis willst, kann sich auch selber backen lohnen, z.B. eigenes Sauerteigbrot.
Saisonal essen
Egal ob bio oder nicht, regional und saisonal einkaufen schont nicht nur die Umwelt, sondern oft auch die Finanzen. Denn wenn der Brokkoli nicht um die halbe Welt geschippert werden muss, kann er viel günstiger (und auch frischer!) verkauft werden.
Lebensmittel nicht verschwenden
Hört sich so banal an, ist es aber anscheinend nicht, denn laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirdschaft entstehen immer noch 59 Prozent der Lebensmittelabfälle in privaten Haushalten. 6,5 Mio. Tonnen pro Jahr in Deutschland. Und wenn Du etwas gekauft hast, um es dann ungenutzt in die Tonne wandern zu lassen, ist das zu 100% verschwendetes Geld. Schau also regelmäßig in den Kühlschrank und verwerte, was sonst schlecht wird.
Welche Tipps, um beim Lebensmitteleinkauf zu sparen, kennst Du noch? Verrate sie mir in den Kommentaren!