Babybrei selber machen – Gemüse- und Obstbrei einwecken oder einfrieren

Bevor ich mich entschied, dass unser Baby mit Baby Led Weaning zu essen beginnen darf, war für mich eins klar: Babybrei will ich selber machen, das heißt kochen und einfrieren oder einwecken. Weil wir einen großen Garten haben, macht das Obstbrei einwecken trotz Baby Led Weaning Sinn, immerhin sind Apfelmus & Co ja auch für BLW-Kinder lecker. Wie man Babybrei selbst kochen, haltbar machen und Obstbrei einwecken kann, erkläre ich Dir ausführlich in diesem Beitrag. 

Babybrei selber machen ist gesünder

Der Grund, warum ich Brei und andere Lebensmittel für mein Baby lieber selber koche, statt auf Gläschen aus dem Supermarkt zurück zu greifen, liegt auf der Hand. Damit die Breigläschen so lange haltbar sind, müssen sie entsprechend behandelt und eingekocht werden. Teilweise sind die Babybreis ja länger haltbar, als das Baby alt ist, das ihn essen soll. Die industriell hergestellten Gläser müssen also entsprechend ultrahoch erhitzt und keimfrei gemacht werden. Leider sind sehr viele wertvolle Bestandteile aus Nahrungsmitteln wie Vitamine wenig hitzebeständig. Das heißt, je länger und heißer etwas gekocht wird, desto weniger wertvolle Inhaltsstoffe.

Andere Bestandteile werden durch Sonnenlicht und Lagerung allmählich abgebaut.

Außerdem sind die industriellen Breie meist viel dicker eingekocht, das heißt sie schmecken auch anders als normale Lebenmittel. Vor allem Zucker und Kohlenhydrate sind dichter angereichert und prägen das Baby auf bestimmte Geschmackserlebnisse beim Brei essen. Das ist auch der Grund, warum manche Babys zwar Alete und Hipp essen, den Brei von Mama aber verschmähen.

Die beste Alternative scheint es also zu sein, den Brei immer frisch herzustellen. Das ist manchmal gar nicht so schwierig, je nachdem, was die restlichen Familienmitglieder essen. Wenn ich zum Beispiel Reis mit Karotten-Erbsen Gemüse koche, ist es eine Kleinigkeit, vorab etwas Gemüse und Reis zur Seite zu nehmen und zu einem frischen Babybrei zu verarbeiten. Je nach Alter und Vorliebe reicht es vielleicht schon, alles mit der Gabel fein zu zerdrücken.

Babybrei haltbar machen

Natürlich passt das aber nicht in allen Situationen und nicht bei jeder Mahlzeit. Wenn Du dann nicht für Dein Baby extra etwas kochen willst, macht es durchaus Sinn, Babybrei haltbar zu machen.

Wie lange ist selbstgemachter Babybrei im Kühlschrank haltbar?

Wenn Du den Babybrei in den nächsten 2-3 Tagen füttern möchtest, ist er im Kühlschrank am besten aufgehoben. Wenn Du Dir sicher sein möchtest, dass er noch gut ist, kannst Du ihn einfach selbst vorher probieren.

Wie lange ist selbstgemachter Babybrei tiefgekühlt haltbar?

Im Eisfach des Kühlschranks hält sich der Brei etwa zwei Wochen, im richtigen Tiefkühlfach mehrere Monate. Spätestens nach 6 Monaten solltest Du ihn aber aufgebraucht haben.

Beim Einfrieren unbedingt daran denken, vorher zu portionieren! Denn einmal aufgetauten Brei solltest Du nicht wieder einfrieren, sondern dann zeitnah verbrauchen.

Wie lange ist eingeweckter Babybrei haltbar?

Immer wieder wird in Foren die Frage gestellt, ob man Babybrei einwecken kann. Grundsätzlich kann man. Ob es wirklich die beste Lösung ist, ist eine andere Frage. Der so eingekochte Babybrei ist dann viele Monate haltbar.

Babybrei einwecken

Wenn Du Obst oder Gemüse einwecken musst, ist zunächst das verwendete Gefäß wichtig. Nimm unbedingt richtige Einweckgläser (gibt es auch in ganz klein) oder alte Marmeladengläser. Leere Breigläschen funktionieren dafür nicht, sie bilden kein Vakuum. Außerdem solltest Du jedes eingeweckte Glas vor dem Füttern probieren, um sicher zu gehen, dass es noch gut ist. Wenn es sichtbare Luftbläschen gebildet hat, hat eine Gärung stattgefunden, dann musst Du es entsorgen und darfst es auf keinen Fall verfüttern. Das würdest Du aber auch gleich schmecken.

So kannst Du Babybrei einwecken:

  1. Brei aus den angegebenen Zutaten kochen.
  2. Noch kochend heiß sofort in die Einweckgläser abfüllen. Gläser randvoll machen.
  3. Gläser auf den Kopf in die Fettpfanne des Backofens (tiefes Backbleck) stellen.
  4. Heißes Wasser dazugeben, sodass die Deckel auf jeden Fall bedeckt sind.
  5. Den Backofen auf 90° für Obst, 100° für Gemüse erhitzen und einkochen lassen. Obstbrei braucht ca. 30 Minuten, Gemüsebrei 90 Minuten.

Nun zum eigentlichen Problem mit dem Einwecken. Durch das zweimalige und lange Erhitzen werden die meisten Vitamine und Nährstoffe zersetzt, d.h. der Brei ist dann weniger wertvoll. Wenn Du dich fragst, wie Hipp & Co. das hinbekommen: Dort kann unter viel sterileren Bedingungen gearbeitet werden und den Gläschen wird vieles künstlich hinzugefügt. Sie Dir einfach mal die Zutatenliste an.

Das bedeutet also: Babybrei einwecken ist möglich, aber nicht wirklich zu empfehlen. Besser wäre es, Du frierst ihn ein, entweder in einer Eiswürfelform für leichtes Portionieren, oder einfach im Glas. Alternativ kannst Du eben auch alle 2-3 Tage frischen Brei kochen.

Nun aber zu den wichtigen Fragen: Was muss in einen selbstgekochten Brei hinein?

Obstbrei selber machen

Welches Obst für Obstbrei – Rezepte

Um Obstbrei selbst zu machen, kannst Du folgende Obstsorten verwenden:

  • Apfel
  • Birne
  • Erdbeeren
  • Himbeeren
  • Brombeeren
  • Heidelbeeren
  • Pflaumen
  • Zwetschgen
  • Mirabellen
  • Pfirsiche
  • Mango
  • Avocado
  • Aprikose
  • Kiwi
  • Banane
  • Papaya

Am besten, Du achtest darauf, dass das Obst in Bio-Qualität und, wenn möglich, regional und saisonal ist. Dadurch sorgst Du dafür, dass möglichst wenig Schadstoffe in Deinen selbst gemachten Obstbrei gelangen und gleichzeitig möglichst viele Vitamine enthalten sind, weil das Obst frisch ist und keine langen Transportwege zurücklegen musste. Importiertes Obst wie zum Beispiel tropische Früchte werden unreif oder sogar noch grün geerntet, sodass sie den Transport schadlos überstehen. Aber gerade reifes Obst hat viele wertvolle Inhaltsstoffe angereichert. Durch die lange Lagerung gehen zusätzliche Nährstoffe verloren.

Es ist wichtig, Kinder früh an verschiedenste Obstsorten zu gewöhnen – das sorgt lebenslang für eine gesunde Ernährung. Denn in den ersten Lebensjahren werden Geschmackssinn und Nahrungsmittelvorlieben für das restliche Leben geprägt. Alles, was bei uns wächst, sollte Dein Baby daher in dieser Zeit kennen lernen.

Ab wann Obstbrei fürs Baby?

Obstbrei darf Dein Baby theoretisch von Anfang an essen. Obst ist zu keinem Zeitpunkt gefährlich für Dein Baby – es sei denn, es hat eine starke Allergie.

Manche Eltern beginnen lieber mit etwas weniger Süßem wie Karotte oder Pastinake. Dahinter steckt die Angst, man könne das Baby durch süße Breis an süße Lebensmittel gewöhnen und es würde später kein Gemüse essen. Auch wenn nichts dagegen spricht, mit Gemüse zu beginnen, glaube ich persönlich nicht daran, dass es einen Unterschied macht. Denn Babys kommen mit der Vorliebe für Süßes (Milchzucker in der Muttermilch) zur Welt, wir müssen sie nicht darauf prägen.

Allerdings solltest Du Dein Baby trotzdem nicht rein von Obstbrei ernähren, denn einige wichtige Nährstoffe sind nur in Gemüse enthalten.

Außerdem bedeutet das eine dauerhaft hohe Zufuhr an Zucker (Fruchtzucker), das belastet Bauchspeicheldrüse und fördert Karies.

Zudem vertragen nicht alle Babys die enthaltene Fruchtsäure so gut. Viele Breifütterungsempfehlungen integrieren Obstbrei daher erst im 3. Beikostmonat.

Für Breikinder kann es aber durchaus nachmittags Obstbrei mit Getreide gemischt als Obst-Getreide-Brei geben, oder pures Obst als Snack für zwischendurch. Für BLW-Kinder gibt es einiges Obst ja auch in Rohform. Trotzdem kann Obstbrei immer dann auf den Tisch, wenn es eben passt.

Anleitung zum Obstbrei selber kochen:

  1. Obst nach Wahl waschen, eventuell schälen und Kerne entfernen. In kleine Stücke schneiden. Obst mit dicker Schale (z.B. Äpfel) solltest Du anfangs vor dem Garen schälen, denn sie ist für kleine Babys etwas schwer verdaulich. Später kann die Schale einfach dran bleiben, denn in ihr stecken sehr viele Nährstoffe und sie wird im nächsten Schritt ohnehin püriert.
  2. Im Dampfkorb, Breibereiter, Termomix oder direkt im Topf mit etwas Wasser kochen lassen.
  3. Nach wenigen Minuten das erste Mal mit der Gabel einstechen und prüfen, ob es durch ist. Manche Obstsorten sind sehr schnell gar.
  4. Mit einem Pürierstab, im Mixer oder mit der Gabel zu Brei verarbeiten.
  5. Abkühlen lassen.
  6. Vor dem Füttern mit einem Löffelchen Öl (Rapsöl oder Sonnenblumenöl in Bioqualität) mischen. Das Öl ist wichtig, weil der Körper auch Fette braucht, um Vitamine aufnehmen zu können. Das Öl solltest Du immer erst nach dem Aufwärmen dazugeben. Wenn Du Obstbrei haltbar machen also einfrieren oder einkochen willst, machst Du das am besten ohne das Öl.

Obstbrei kochen – aber richtig

Achtung, eine schonende Zubereitung ist wichtig. Denn nur so bleiben die Vitamine einigermaßen erhalten und werden nicht durch den Kochvorgang zerstört. Für schonendes Garen hast Du folgende Möglichkeiten:

  • Dampfkorbeinsatz für den Kochtopf
  • extra Zubereiter für Babybrei
  • Thermomix
  • Kochtopf mit Wasser

Nur, wenn keine Alternative vorhanden ist, würde ich das Obst im Topf kochen. Dann reicht es aber, wenn der Boden etwa Fingerdick mit Wasser bedeckt ist. Dann solltest Du beim Garen unbedingt den Deckel auf den Topf geben.

Obstbrei einfrieren

Genau wie jeden anderen Brei kannst Du Obstbrei einfrieren, wenn Du größere Mengen davon hergestellt hast.

Gemüsebrei selber machen

Welches Gemüse für Gemüsebrei

Für Gemüsebrei bieten sich in den ersten 12 Lebensmonaten folgende Gemüsesorten an:

  • Karotte
  • Pastinake
  • Kürbis
  • Kartoffel
  • Blumenkohl
  • Brokkoli
  • Kohlrabi
  • Fenchel
  • Gurke
  • Zucchini
  • Erbsen
  • Süßkartoffel
  • Rosenkohl
  • Grünkohl
  • Paprika
  • Tomaten

Auch beim Gemüse sollte Dein Baby möglichst vielfältig alle Sorten kennen lernen, die bei uns wachsen. Analog zum Obstbrei achte auch beim Gemüse darauf, dass es aus biologischem Anbau, saisonal und regional ist. So sorgst Du für möglichst gute Qualität, viele Nährstoffe und wenig Schadstoffe.

Anfangs wird Gemüsebrei meist in purer Form gegeben. Später werden andere Bestandteile wie Getreideflocken, Fleisch oder Fisch hinzugefügt.

Ab wann welcher Gemüsebrei fürs Baby?

Die meisten Eltern beginnen mit leicht verdaulichen, leicht süßlichen Gemüsesorten wie Karotte, Kürbis oder Pastinake. Wenn Dein Baby das akzeptiert, spricht nichts dagegen. Nach und nach werden dann weitere Gemüsesorten eingeführt. Sei Dir aber bewusst, dass manche davon, zum Beispiel auch Karotte, stopfend wirken und andere, zum Beispiel Kohlsorten, blähende Wirkung haben.

Beobachte Dein Baby und seine Verdauung also immer, wenn Du ein neues Gemüse ausprobierst. Wenn alles in Ordnung ist, gibt es kein “zu viel” an Gemüsebrei.

Anleitung zum Gemüsebrei selber machen

  1. Gemüse waschen, eventuell schälen und in kleine Stücke schneiden.
  2. Im Dampfgareinsatz, Babybreizubereiter, Thermomix oder Kochtopf mit wenig Wasser garen. Auch hier gilt: Der Kochtopf ist die letzte Option, ein Dampfgarer ist besser. So bleiben mehr Vitamine im Gemüse, denn Vitamine sind meist wasserlöslich und hitzeunbeständig.
  3. Sobald das Gemüse weich ist, mit dem Pürierstab, im Mixer oder mit der Gabel zu einem Brei verarbeiten. Weil Gemüse viel trockener ist als Obst, brauchst Du dazu meist etwas Flüssigkeit. Nimm unbedingt das Kochwasser, denn darin sind einige Vitamine gelöst.
  4. Vor dem Füttern ein Löffelchen Öl (Bio-Rapsöl oder Bio-Sonnenblumenöl) hinzu geben.

Rezepte für Babybreis mit Gemüse

Hier ein paar Rezeptideen, wie Du Gemüsebrei mit Getreide oder Proteinen mischen kannst:

  • Pastinake-Karotte-Dinkelflocken
  • Kürbis-Grünkohl-Haferflocken
  • Quinoa-Pastinake-Haferflocken
  • Hirse-Kartoffel-Zuchini
  • Süßkartoffel-Lachs
  • Kartoffel-Brokkoli-Kabeljau
  • Kürbis-Kartoffel-Makrele
  • Hähnchenbrustfilet-Vollkornnudeln-Karotte
  • Pute-Schwarzwurzel-Süßkartoffel
  • Rindfleisch-Kartoffel-Fenchel
  • Lammfilet-Kürbis-Kohlrabi

Es werden immer alle Zutaten ganz durchgegart und dann mit etwas Kochwasser, einem Löffel Öl und eventuell etwas Saft oder Obstbrei zu einem Brei zerkleinert.

In den ersten Tagen und Wochen solltest Du noch keine großen Mengen für Dein Baby einkalkulieren, es wird nur ein paar Löffelchen essen – wenn überhaupt. Auch dauert es ein wenig, bis Du die geschmacklichen Vorlieben Deines Kindes kennen gelernt hast. Darum reicht es, den Babybrei in ganz kleinen Mengen zuzubereiten. Vielleicht gelingt es Dir ja auch, parallel aus den gleichen Zutaten für die restliche Familie zu kochen? Dann nimmst Du einfach vor dem Würzen und Servieren etwas beiseite und Dein Baby kann frischen Brei probieren, ohne dass viel verschwendet oder nur für ein paar Löffelchen gekocht wurde.

Wenn Du sicher bist, dass Deinem Baby eine bestimmte Breisorte gut schmeckt, empfiehlt es sich, sie portionsweise in einem Eiswürfelbehälter einzufrieren. Auf diese Weise kannst Du übrigens auch immer wieder neu kombinieren. Einfach einen Würfel Karotte, einen Würfel Brokkoli und einen Würfel Rindfleisch erwärmen, vermischen, fertig.

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Bild: bigstockphoto – © Dilya

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