Ab wann dürfen Babys Pflaumen essen?

Je abwechslungsreicher Babys und Kleinkinder essen, desto vielfältiger wird ihre Ernährung vermutlich auch im späteren Leben sein. Und vielfältig bedeutet in diesem Fall gesund. Schon allein deshalb macht es Sinn, Babys in den ersten Lebensmonaten nicht nur Apfel und Birne, sondern auch viele andere Obstsorten probieren zu lassen. Pflaume gilt auch als typisches „Einsteigerobst“. Was Du über die lila Früchtchen sonst noch wissen solltest, fasse ich in diesem Artikel zusammen.

Pflaumen sind säurearm und verursachen selten Allergien. Daher werden sie von allen Experten ab Beikostbeginn empfohlen. Babys dürfen also ab 6 Monaten Pflaumen essen. Wenn Du, entgegen der aktuellen Empfehlung der WHO (Weltgesundheitsorganisation) schon vor dem 7. Lebensmonat mit Beikost starten willst, kannst Du Pflaume geschält, gedünstet und püriert als Pflaumenbrei geben.

Können Babys auf Pflaumen allergisch sein?

Wie gesagt haben Pflaumen eigentlich wenig Allergiepotential. Allerdings kann es trotzdem vorkommen, dass Menschen zum Beispiel als Kreuzallergie mit Heuschnupfen auch auf Pflaumen reagieren. Bei meinem Mann zum Beispiel. Er verträgt Pflaumen gebacken oder gekocht, aber nicht roh. Wie bei jedem neuen Nahrungsmittel gilt darum: Beobachten, ob Dein Baby irgendwelche Reaktionen zeigt. Wenn das wiederholt vorkommt, lass die Pflaume erst einmal wieder weg und versuch es nach einigen Wochen nochmal.

Dass Dein Baby auf Pflaumen mit einem wunden Po reagiert, während es anderes Obst problemlos verträgt, ist eher unwahrscheinlich. Denn Pflaumen enthalten vergleichsweise wenig Fruchtsäure. Wenn Pflaumen das erste Obst sind, kann es aber natürlich vorkommen. Dann ist es für Dein Kind vielleicht einfach noch zu früh und die Verdauung zu unreif für Obstsäure.

Pflaumen für Babys schälen?

Für Babys unter 8 Monaten wird häufig empfohlen, die Pflaumen zu schälen. Das liegt daran, dass die Haut, selbst in püriertem Zustand, für kleinere Babys manchmal schwer verdaulich ist. Es passiert natürlich nichts schlimmes, wenn sie die Haut essen – es kann aber sein, dass sie davon Bauchweh bekommen.

Auch als Fingerfood kannst Du Pflaumen vorher schälen. Am einfachsten geht das, wenn Du sie kurz mit kochendem Wasser überbrühst.

Ab wann dürfen Babys Pflaumensaft trinken?

In der normalen Ernährung von Babys haben Fruchtsäfte nichts zu suchen. Auch nicht der Pflaumensaft. Allerdings kann er in einer bestimmten Situation wahre Wunder wirken: Wenn Dein Baby Verstopfung hat. Dann ist es in meinen Augen besser, mit Hausmitteln wie Pflaumensaft anzufangen, als gleich die Medikamentenkeule auszupacken. Allerdings solltest Du nicht mehr als 100-120 ml Pflaumensaft pro Tag geben – und das ist schon ziemlich viel. Anfangs würde ich mit ein paar Teelöffelchen anfangen und erst einmal die Wirkung abwarten.

Pflaumensaft wirkt dann besonders abführend, wenn das Fruchtfleisch darin erhalten bleibt. Dann liefert er viele Ballaststoffe, Fruchtzucker, Sorbit und natürlich viel Flüssigkeit. All diese Bestandteile sind gut, um der Verdauung auf die Sprünge zu helfen.

Was an Fruchtsäften allerdings nicht gut ist, ist der Säureanteil. Der umspült eventuell vorhandene Zähnchen und macht sie angreifbar für Karies.

Ab wann dürfen Babys Trockenpflaumen essen?

Eine gute Alternative zum Pflaumensaft sind darum Trockenpflaumen. Dabei handelt es sich um eine bestimmte Pflaumensorte, die in der Sonne getrocknet wurde. Sie wirkt abführend, ist also ideal bei Verstopfung – auch bei Babys. Außerdem enthält sie viele Nährstoffe. Weil sie viel weniger Flüssigkeit hat, als eine frische Pflaume, sind sowohl Mineralien, als auch Zuckergehalt höher. Vor allem Kalium (wichtig für den Knochenaufbau), Eisen und Ballaststoffe sind hoch konzentriert. Ballaststoffe helfen einer trägen Verdauung auf die Sprünge und sind wichtig, um eine gesunde Darmflora aufzubauen und zu erhalten.

Aber Achtung, bitte immer in Maßen: 1-2 Trockenpflaumen pro Tag reichen für ein Baby völlig aus! Wichtig ist auch, dass die Pflaumen ungeschwefelt sind. Das kannst Du eigentlich immer der Verpackung entnehmen. Schwefel kann Allergien auslösen und ist nicht gesund. Wenn eine Pflaume natürlich getrocknet ist, ist sie meist nicht „soft“, also nicht so klebrig wie die meisten Trockenpflaumen. Eine gute Anlaufstelle für ungeschwefelte Trockenpflaumen sind Bioläden.

Grundsätzlich sind getrocknete, gebackene oder gedünstete Pflaume oft besser verträglich für Babys als frische.

Ab wann dürfen Babys Zwetschgen essen?

Zwetschgen (oder Zwetschen, wie es regional manchmal heißt) werden oft mit Pflaumen in einen Topf geworfen. Tatsächlich gibt es aber zahlreiche Unterschiede – auch wenn Zwetschge und Pflaume eng miteinander verwandt sind.

Zwetschgen sind außen blau bis lila und haben gelbes Fruchtfleisch. Sie sind in der Form länglich-oval und laufen unten recht spitz zu. Die Frucht lässt sich, wenn sie reif ist, durch drücken halbieren und der Kern bei den meisten Sorten recht problemlos herausnehmen.

Pflaumen dagegen gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen von gelb über rötlich bis dunkelblau / lila. Das Fruchtfleisch ist teils leicht eingefärbt und löst sich nicht immer so gut vom Kern.

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Der wichtigste Unterschied für die Babyernährung zwischen Pflaume und Zwetschge ist folgender: Zwetschgen haben weniger Wasser und mehr Fruchtsäure. Das Fleisch ist dadurch in der Regel fester und lässt sich nicht immer so einfach zwischen den Kiefern zerdrücken. Trotzdem sind Zwetschgen aber vergleichsweise weich und Du kannst sie ab Beikostbeginn probieren lassen. Vor allem, wenn frische Zwetschgen aus dem eigenen Garten verfügbar sind, sollte Dein Baby sie unbedingt probieren.

Nährstoffe und Eigenschaften der Pflaume

Pflaumenobst ist deshalb so gesund, weil viel Vitamin C und Vitamin A, viele Ballaststoffe und viel Fruchtzucker enthalten sind. Diese wirken anregend auf die Verdauung und helfen so gegen Verstopfung.

In meiner Lebensmittel-Fibel für Babys findest Du zahlreiche Infos zu verschiedenen Lebensmitteln. Wenn Du eines nicht findest, schreib mir unbedingt einen Kommentar oder eine Nachricht, damit ich das ergänzen kann!

Altersempfehlungen für andere Obstsorten

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