Ab wann dürfen Babys Beeren essen? (Heidelbeere, Erdbeere, Himbeere, Brombeere, Johannisbeere)

Die Sache mit den Beeren fand ich schon immer kompliziert. Die meisten Früchte, die wir als Beeren bezeichnen, sind nämlich botanisch gesehen gar keine Beeren – sondern Beerenfrüchte. In unserem Kopf werden Heidelbeere, Brombeere, Himbeere, Erdbeere und Johannisbeere trotzdem in einen Topf geworfen – und sind allesamt ziemlich lecker und überwiegend gesund. Kein Wunder also, dass ich auch mein Baby früh davon probieren lassen möchte.

Ab wann Babys Beeren essen dürfen und was Du über die einzelnen Beerenfrüchte wissen solltest, erkläre ich Dir jetzt ausführlich.

Ab wann dürfen Babys Heidelbeeren essen?

Heidelbeeren, auch Blaubeeren genannt, sind trotz ihres Namens botanisch gesehen keine Beeren. Es handelt sich um Heidekraut. Von den Eigenschaften her sind sie sehr weit vom restlichen Beerenobst entfernt. Das ist auch der Grund, warum sie meist ab Beikoststart gut verträglich für Babys sind.

Dabei bekommt man heute immer häufiger die großen, prallen Zuchtheidelbeeren. Die sind außen zwar blau, innen haben sie aber helles Fruchtfleisch. Sie wachsen an höhen Sträuchern. Die ursprünglichen Heidelbeeren wachsen in Bodennähe und sind ganz klein. Bei uns bekommt man sie fast nur als Tiefkühlware. Von den Inhaltsstoffen her sind die wilden, kleinen Heidelbeeren empfehlenswerter.

Vor allem bei den Zuchtheidelbeeren ist Vorsicht geboten, wenn Dein Baby noch kein geübter Esser ist. Denn sie sind rund und glatt und können darum leicht verschluckt werden. Wenn die runden Früchtchen in die Luftröhre statt in die Speiseröhre geraten, können sie diese komplett verschließen und ein Baby droht zu ersticken. Du kannst auf Nummer sicher gehen, indem Du die Blaubeeren zerdrückst bzw große Zuchtheidelbeeren halbierst. In Breiform können sie natürlich ebenso keinen Schaden anrichten. Denke aber auch daran, dass Du Dein Baby nicht ewig davor bewahren kannst, solche Früchte richtig zu essen. Je früher es üben darf, desto weniger gefährlich ist die Situation tatsächlich.

Außerdem solltest Du wissen, dass Heidelbeeren stuhleindickend wirken. Babys, die zu Verstopfung neigen, sollten deshalb nicht zu viel davon essen. Außerdem färben Blaubeeren den Stuhl schwarz. Also nicht erschrecken, wenn Du am nächsten Tag die Windel sauber machst oder das Töpfchen ausleerst.

Ab wann dürfen Babys Erdbeeren essen?

Erdbeeren werden ab dem 9. oder 10. Monat für Breikinder empfohlen. Allerdings sind das immer nur Empfehlungen, keine individuell an Dein Kind angepassten Richtlinien. Wenn Dein Baby vorher schon Erdbeeren probiert und gut verträgt, spricht nichts dagegen. Wenn es sie nicht verträgt, lass sie erst mal wieder weg.

Meine Mama sagt immer, wenn die Erdbeere heute als neues Obst eingeführt werden sollte, würde sie in Deutschland keine Zulassung bekommen – so viele Allergene und ungesunde Stoffe sind darin enthalten. Ob das nun stimmt, weiß ich nicht. Was aber definitiv stimmt ist, dass die Erdbeere bei vielen Menschen Allergien auslösen kann. Oft wird in diesem Zusammenhang gesagt, Erdbeeren seien eine Nussart. Das stimmt so nicht, allerdings zählen Erdbeeren zu den Sammelnussfrüchten, die nussähnlich sind.

Lange Zeit hieß es darum, Babys und Kleinkinder sollten zur Allergieprävention die Erdbeere meiden. Von dieser Meinung ist man heute abgekommen und Experten empfehlen genau das Gegenteil: Auch allergieauslösende Lebensmittel sollte der kleine Organismus schon kennen lernen, wenn auch immer in Maßen.

Du kannst Dein Baby also jederzeit mal eine Erdbeere probieren lassen. So findest Du schnell heraus, ob es sie verträgt, oder eben nicht. Erdbeeren haben auch viel Fruchtsäure. Manche Kinder bekommen davon Rötungen in der Windelregion oder an anderen Körperstellen. Bei mir selbst lösten Erdbeeren in der gesamten Kindheit einen roten Ausschlag im Gesicht aus.

Achte aber unbedingt darauf, dass die Erdbeeren Bio-Qualität haben. Denn so gut wie alle konventionell angebauten, vor allem die importierten Beeren, sind stark mit Pestiziden belastet.

Trotzdem haben Erdbeeren auch gesunde Inhaltsstoffe, zum Beispiel Vitamin C, Folsäure und Eisen.

Ab wann dürfen Babys Himbeeren essen?

Auch Himbeeren – botanisch gesehen Sammelsteinfrüchte, also wieder eine andere Gattung – werden meist ab dem 9. oder 10. Monat empfohlen.

Himbeeren enthalten viel Fruchtsäure (Zitronensäure) und schmecken darum oft etwas säuerlich. Himbeere war das einzige, was mein Baby jemals wieder ausgespuckt hat. Außerdem sind in Himbeeren viele Allergene, also allergieauslösende Stoffe, zu finden. Aus diesen Gründen solltest Du bei den ersten Malen, wenn Dein Baby Himbeeren isst, nur kleine Mengen geben und aufmerksam sein. Mögliche Reaktionen sind ein wunder Po, Hautrötungen, tränende Augen, eine laufende Nase, Bauchschmerzen oder allgemeines Unwohlsein. Auch Neurodermitiker reagieren oft stark auf Himbeeren.

Gleichzeitig haben Himbeeren aber auch gesunde Inhaltstoffe, zum Beispiel viel Vitamin C, Kalium und Eisen. Es lohnt sich also, die roten Früchte kennen zu lernen.

Ab wann dürfen Babys Brombeeren essen?

Die Brombeere ist, wie die Himbeere, eine Sammelsteinfrucht und kann zum selben Zeitpunkt in die Beikost integriert werden. Die beiden Beeren sind sich sehr ähnlich. Allerdings ist, meiner Erfahrung nach, das Allergiepotential von Brombeeren etwas geringer.

Im Gegensatz zur Himbeere lässt sich die Brombeere nicht ohne den Blütenboden, der vergleichsweise hart ist, ernten. Wahrscheinlich ist sie deshalb nicht ganz so beliebt bei Essanfängern wie die Himbeere. Denn während Himbeeren sich im Mund ganz auflösen lassen, bleibt von den Brombeeren noch lange etwas zurück.

Auch problematisch bei Brombeeren: Ihr stark färbender Saft landet bei Babys natürlich gerne überall. Schütze also Kleidung unbedingt mit einem Ärmellätzchen und mach dich auf blaue Finger gefasst.

Ab wann dürfen Babys Johannisbeeren essen?

Schwarze Johannisbeere, rote Johannisbeere, weiße Johannisbeere, Stachelbeere und Jostabeere gehören alle zur Familie der Stachelbeerengewächse. Dein Baby darf sie laut Breikost-Empfehlungen ab dem 10. Lebensmonat kennen lernen. In meiner Erfahrung spricht aber nichts dagegen, Johannisbeeren ab Beikostalter zu geben.

Wie alle Beeren haben auch Johannisbeeren sehr viel Vitamin C. Vitamin C stärkt das Immunsystem und wirkt als Antioxidantie, schützt also die Zellen vor freien Radikalen. Vor allem die schwarze Johannisbeere steckt voller weiterer gesunder Inhaltsstoffe, zum Beispiel dem Ballaststoff Pektin, der die Verdauung reguliert. Schwarze Johannisbeeren sind damit sowohl bei Verstopfung, als auch bei dünnem Stuhlgang förderlich.

Vorsichtig sein solltest Du nur wegen der Form der Beeren. An runden, glatten Früchten und Gegenständen können Kinder sich leichter verschlucken als an anderen. Es macht daher Sinn, die runden Johannisbeeren zu zerdrücken, pürieren oder ganz große Früchte zu halbieren.

In meiner Lebensmittel-Fibel für Babys findest Du zahlreiche Infos zu verschiedenen Lebensmitteln. Wenn Du eines nicht findest, schreib mir unbedingt einen Kommentar oder eine Nachricht, damit ich das ergänzen kann!

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Bild: bigstockphoto.com – AnnaLom

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