Ab wann dürfen Babys Buchweizen essen?

Manchmal erscheint die Sache mit der Babyernährung wirklich kompliziert. Weizen dürfen Babys ab Beikostreife probieren, aber Buchweizen nicht? Ab wann Babys Buchweizen gut vertragen, ist nicht abschließend geklärt.

Ab wann dürfen Babys Buchweizen essen?

Während die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) Buchweizen nicht für Babys ab ab 12 Monaten empfiehlt, listet der Codex Alimentarius international food standards (CCNFSDU 2006), an dem sich auch die WHO beteiligt, Buchweizen als zulässiges Getreide für Beikostprodukte. Wenn Du also Bedenken hast, solltest Du Dir die Argumente, die für oder gegen Buchweizen sprechen, im Folgenden genauer ansehen.

Einig scheinen sich dagegen alle zu sein, dass der einmalige oder gelegentliche Verzehr von Buchweizen nicht gefährlich für Babys ist – solange keine schwere Allergie vorliegt.

Warum kein Buchweizen für Babys?

Die Gründe, warum von Buchweizen als Pseudogetreide für Babys oft abgeraten wird, sind schnell aufgezählt:

  • Buchweizen hat ein hohes Allergiepotential.
  • Hohe Mengen an ungeschältem Buchweizen können zu Hautirritationen (Buchweizenkrankheit) führen.
  • Buchweizen kann mit Stechapfelsamen (Tropanalkaloiden) verunreinigt sein.
  • Im Buchweizen sind Bitterstoffe enthalten, die die Nährstoffaufnahme beeinträchtigen können.

Allergieauslöser Buchweizen

Bezüglich der Allergieprävention sind sich Experten mittlerweile einig: Ein Vermeiden des betreffenden Lebensmittels in der Babyernährung erhöht die Gefahr einer Allergie. Während man also früher von allergenen Nahrungsmitteln für Säuglinge abgeraten hat, sollen sie heute in kleinen Mengen in die Beikost integriert werden.

Wenn Du Deinem Baby oder Kleinkind Buchweizen gibst, sollte Dir aber klar sein, dass eine Allergie möglich ist. Beobachte also die ersten Male, ob sich Haut, Schleimhäute oder Verdauung nach dem Verzehr verändern. Beim ersten Mal passiert in der Regel gar nichts, denn eine Allergie baut sich erst im Kontakt mit dem Allergen auf.

Buchweizenkrankheit bei Babys

Als Buchweizenkrankheit bezeichnet man eine phototoxische Reaktion auf den roten Farbstoff Fagopyrin im Buchweizen. In Verbindung mit Licht kommt es zur Bildung von Toxinen und die Haut wird weniger gegen Strahlungseinflüsse der Sonne geschützt. Die Folge sind juckende Hautausschläge an den Stellen, die dem Sonnenlicht ausgesetzt waren. Auch zu Magen-Darm-Problemen kann es kommen.

Damit es zu so einer Reaktion kommt, muss man allerdings größere Mengen ungeschälten Buchweizen aufnehmen. Dass Babys bei Baby Led Weaning so viel essen, ist unwahrscheinlich. Auch Breiesser kommen meinem Verständnis nach selten in die Situation, denn Fagopyrin zersetzt sich durch Hitze, also durch kochen. Wenn Du Buchweizen für Dein Baby machst, achte also darauf, dass er geschält und gut durchgekocht ist. Wenn Du Buchweizen Babybrei kaufen willst, sollte sich diese Frage ohnehin erübrigen, denn Säuglingsnahrung unterliegt strengen Kontrollen. Hier ist sicher kein ungeschälter Buchweizen enthalten. Bei der Frage, ab wann Buchweizen Babybrei geeignet ist, kannst Du Dich also auf die Angabe der Hersteller verlassen.

Verunreinigungen im Buchweizen

Was dagegen weniger streng kontrolliert wird, weil es bei jeder Charge anders sein kann, ist die mögliche Verunreinigung durch andere Pflanzensorten. Dieses Problem tritt beim Getreide, zum Beispiel auch bei Hirseprodukten, häufiger auf. Bisher gibt es keine sichere Art, sich davor zu schützen.

Bitterstoffe im Buchweizen

Vor allem in der Hülle des Buchweizens sind außerdem Bitterstoffe enthalten, die die Samen vor Fressfeinden schützen sollen. Diese können im unreifen Verdauungstrakt von Babys zu Problemen führen. Allerdings umgehst Du dieses Problem, indem Du geschälten Buchweizen verwendest und ihn vor dem Kochen mit Wasser überbrühst. So werden die meisten Bitterstoffe ausgespült.

Warum Buchweizen trotzdem gesund ist

Jetzt denkst Du wahrscheinlich darüber nach, Deinem Baby besser gar keinen Buchweizen zu geben. Dagegen spricht an sich nicht viel und Du folgst damit der Empfehlung einiger deutschsprachiger Experten. Allerdings solltest Du keinesfalls verpassen, das gesunde Getreide dann im zweiten oder dritten Lebensjahr in eure Ernährung zu integrieren. Denn Buchweizen schmeckt nicht nur fantastisch nussig, sondern hat auch einiges zu bieten:

  • pflanzliche Proteine
  • Mineralien wie Eisen, Magnesium, Niacin, Kalzium
  • Vitamin E, B, K und B9 (Folsäure)

Ich persönlich würde dazu raten, Buchweizen auch im ersten Lebensjahr in kleinen Mengen anzubieten. Denn in kleinen Mengen sind auch die möglicherweise enthaltenen Stoffe unbedenklich, es gibt dafür offizielle Grenzwerte. Gleichzeitig ermöglichst Du Deinem Kind, sich früh an den Geschmack von Buchweizen zu gewöhnen. Auch in Sachen Allergieprävention macht das Sinn.

Um Buchweizen möglichst verträglich für Dein Baby zu machen, beachte folgende Punkte:

  • Verwende geschälten Buchweizen aus biologischem Anbau.
  • Gib den Buchweizen vor dem Kochen in ein Sieb und übergieße ihn mit reichlich kochendem Wasser. So werden die Gerbstoffe ausgespült. Zum Kochen verwende frisches Wasser.
  • Gare den Buchweizen gut durch.
  • Bei fertigen Babybreien mit Buchweizen kannst Du davon ausgehen, dass dieser richtig zubereitet wurde.

In meiner Lebensmittel-Fibel für Babys findest Du zahlreiche Infos zu verschiedenen Lebensmitteln. Wenn Du eines nicht findest, schreib mir unbedingt einen Kommentar oder eine Nachricht, damit ich das ergänzen kann!

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