ab wann dürfen babys pfirsich essen

Ab wann dürfen Babys Pfirsich essen?

Pfirsich ist eines der Obstsorten, die ich immer wieder höre, wenn es um geeignete Obstsorten für Babys geht. Tatsächlich aber gehen die Angaben, ab wann Babys Pfirsiche essen dürfen, weit auseinander. Ab dem 4. Monate habe ich genauso schon gelesen wie ab dem 9. Monat. Meist heißt es aber, ab dem 6. oder 8. Monat werden sie gut vertragen.

Tatsächlich sind Pfirsiche ein sehr beliebtes Anfängerobst, denn sie sind mild und süßlich im Geschmack. Gleichzeitig haben sie wenig Fruchtsäure, mit der die unreife Verdauung Probleme haben könnte. Trotzdem solltest Du Deinem Baby Pfirsich erst ab dem 7. Lebensmonat, also zum Beikoststart, geben. Vorher sollten Babys nach Möglichkeit nichts anderes als Muttermilch bekommen. So empfiehlt es auch die WHO (World Health Organisation): Ein Baby sollte, damit es sich gesund entwickeln kann, 6 Monate ausschließlich gestillt werden (oder ersatzweise industriell hergestellte Säuglingsmilch erhalten). Danach sollen wir unsere Babys mindestens bis zum 2. Geburtstag weiter stillen, aber parallel geeignete Beikost geben.

Wenn Du entgegen dieser Empfehlung schon früher mit Beikost starten möchtest, hat sich Pfirsich für die meisten Babys auch schon früher als gut verträglich herausgestellt. Vor allem Stillkinder erhalten mit der Muttermilch Verdauungsenzyme, um auch kleinere Mengen andere Nahrung verdauen zu können.

Soll ich für Babys beim Pfirsich die Schale entfernen?

Bei herkömmlich angebautem Obst würde ich die Schale entfernen, bevor Du die Pfirsiche Deinem Baby gibst. Denn auf und direkt unter der Schale finden sich die meisten Pestizide.

Gleichzeitig lagern die Früchte aber auch genau dort die meisten Nährstoffe ein. Bio-Obst würde ich darum möglichst mit Schale geben. Manche Babys können Schale erst ab dem 8. Monat gut verdauen, manche auch schon früher. Das Problem mit roher Schale ist oft außerdem, dass diese ohne Zähne nicht zerkleinert werden kann und darum lange im Mund hin und her geschoben wird. Manche Babys spucken sie danach aus, bei anderen führt es zu großem Ärger.

Das Häuten von Früchten wie Pfirsich, Nektarine oder auch Tomaten geht übrigens am besten, wenn man sie kurz überbrüht. Das heißt, einfach kochend heißes Wasser darüber laufen lassen, danach lässt sich die Haut mühelos abziehen.

Pfirsiche als Babybrei oder Fingerfood?

Wenn alle Beikostreifezeichen erfüllt sind, spricht nichts dagegen, Dein Baby breifrei und selbstbestimmt essen zu lassen. Das nennt man dann Baby Led Weaning. Vor allem reife, weiche Pfirsiche kannst Du gut von Anfang an als Fingerfood geben, denn sie lassen sich auch ohne Zähne zwischen den Kiefern zerdrücken und essen. Natürlich kannst Du auch Fingerfood anbieten, wenn Du gleichzeitig Brei fütterst.

Harte Pfirsiche würde ich vorher dünsten, sodass sie sich gut essen lassen. Dann spricht nichts dagegen, auch die gedünsteten Pfirsichstücke als Fingerfood anzubieten. Beachte hier, dass durch langes Kochen viele Nährstoffe verloren gehen. Wie Du Obst für Babys richtig dünsten kannst, habe ich in einem anderen Beitrag zusammen gefasst.

Vor allem für kleinere Babys ist es teils einfacher, Babybrei aus Pfirsichen zu essen. Du kannst also einfach einen Obstbrei herstellen, in dem Du natürlich Pfirsich mit anderen Geschmacksrichtungen kombinieren kannst. Ich persönlich bin ein großer Fan von Breis mit nur einer Geschmacksnuance, aber auch eine Mischung hat keinerlei Nachteile.

Ab wann dürfen Babys Nektarine essen?

Im selben Atemzug wie Pfirsiche werden meist auch Nektarinen erwähnt. Die beiden Früchte sind so ähnlich, dass manche nicht einmal den Unterschied kennen.

Was ist der Unterschied zwischen Pfirsich und Nektarine?

Sehen auf den ersten Blick ähnlich aus, schmecken auch ähnlich. Allerdings haben Nektarinen einen glatte, feste Haut, während Pfirsiche eine rauhe, pelzige Schale besitzen. Tatsächlich sind beide Früchte eng verwandt.

Bei der Nektarine handelt es sich vermutlich um eine natürliche Mutation des Pfirsichs, der Pfirsich ist also älter. Die Nektarine hat weniger Wasser und mehr Fruchtzucker als der Pfirsich. Darum ist die Nektarine oft härter, aber auch geschmackvoller. Die Nektarine hat außerdem ein wenig mehr Fruchtsäure und schmeckt darum manchmal ein wenig säuerlich.

Mir persönlich schmecken Pfirsiche besser, das ist aber sicherlich Geschmackssache.

Wo werden Pfirsiche und Nektarinen angebaut?

Beides kommt so gut wie nie aus Deutschland, obwohl in heimischen Gärten hier auch Pfirsiche wachsen. Bei meinem Opa zum Beispiel. Trotzdem ist der Anbau in südlicheren Regionen ertragreicher und so hat mancher Pfirsich einen weiten Weg hinter sich. Das ist aus verschiedenen Gründen problematisch.

  • Durch die lange Lagerung gehen wertvolle Vitamine verloren.
  • Früchte, die einen weiten Transportweg vor sich haben, werden meist unreif geerntet und können dadurch weniger Vitamine und Nährstoffe anreichern.
  • Durch den Transport werden unnötige Co2-Emissionen verursacht, die unsere Umwelt stark belasten.
  • In anderen Ländern gelten andere Regeln bezüglich Anbau und verwendeten Chemikalien. So sind Südfrüchte zum Beispiel oft stark pestizidbelastet.

Nährwerte und Eigenschaften von Pfirsichen

Wie alle Obstsorten enthalten auch Pfirsiche viel Fruchtzucker. Darum schmecken sie süß und sind bei den meisten Menschen beliebt. Fruchtzucker allein ist nicht gesund, Obst aber meistens schon. Das liegt an den vielen Nährstoffen. In Pfirsich sind zum Beispiel Vitamin B1, B2, B3, Vitamin C und Vitamin A enthalten. Auch die Mineralstoffe Kalium, Phosphor und Magnesium finden sich im Pfirsich. Zudem enthält die Frucht besonders viel Ballaststoffe und Wasser.

Ballaststoffe sind wichtig für eine gesunde Verdauung, ebenso wie viel Flüssigkeit. Deshalb gelten Pfirsiche auch als Geheimwaffe gegen Verstopfung bei Babys. Sie wirken leicht stuhlauflockernd bzw. abführend, haben aber gleichzeitig relativ wenig Fruchtsäure.

In meiner Lebensmittel-Fibel für Babys findest Du zahlreiche Infos zu verschiedenen Lebensmitteln. Wenn Du eines nicht findest, schreib mir unbedingt einen Kommentar oder eine Nachricht, damit ich das ergänzen kann!

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Bild: bigstockphoto.com – photobac