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Ab wann dürfen Babys Aprikosen essen?

Meine Kinder lieben Aprikosen. Kein Wunder, denn die kleinen, gelben Früchte sind süß und mild im Geschmack – und von Anfang an gut zu essen. Durch diese Eigenschaften sind Aprikosen ab Beikoststart, also ab dem 7. Lebensmonat, für Babys geeignet. Sie finden sich im Babybrei genauso wie auf den Tellern breifreier Babys.

Babys, die früher als empfohlen, also vor dem vollendeten 6. Monat, mit Brei beginnen, bekommen Aprikosen und Obst allgemein trotzdem meist erst ab dem 7. Monat. Das liegt daran, dass der Verdauungstrakt von Babys dann noch sehr unreif ist und nicht für feste Nahrung ausgelegt. Von der Natur vorgesehen ist wohl, dass in dieser Zeit ausschließlich bzw. zum allergrößten Teil gestillt wird. Zwar liefert die Muttermilch Verdauungsenzyme, allerdings nicht für größere Mengen an Nahrung. Obst enthält Fruchtsäure und ist damit nochmal schwerer zu verdauen als zum Beispiel gedünstetes Gemüse. Vor allem kleine Babys können auf Obst mit einem wunden Po oder anderen Hautrötungen reagieren.

Aprikosen fürs Baby schälen?

Wenn Du Aprikosen aus herkömmlichem Anbau kaufst, solltest Du sie auf jeden Fall schälen. Denn auf der Schale finden sich die meisten Pestizide und Düngemittel. Und die möchtest Du Deinem Baby auf keinen Fall füttern!

Bei Bio-Aprikosen hängt es vom Alter des Babys ab bzw. davon, wie gut seine Verdauung schon funktioniert. Kleinere Babys unter 8 Monaten können Schale noch nicht so gut verdauen, auch nicht, wenn sie fein püriert ist. Das heißt, in dieser Zeit solltest Du auch die Aprikose für den Babybrei schälen. Später kannst Du Dir diesen Schritt sparen – auch, weil in und direkt unter der Schale einer Frucht die meisten Vitamine sitzen.

Unabhängig von der Verdauung kann die Schale an ganzen Fruchtstücken ebenfalls Probleme machen. Denn sie lässt sich nicht einfach zerdrücken, wie der Rest der Aprikose. Kleinere Babys lutschen bei ganzen Stücken meist zuerst das Fruchtfleisch weg, die Haut bleibt übrig. Im Idealfall spucken sie die dann wieder aus, allerdings will auch das gelernt sein. Mein 9 Monate altes Baby zum Beispiel ärgert sich jedes mal furchtbar und ich muss versuchen, die Schale mit der Hand zu entfernen. Meist „klebt“ sie oben am Gaumen und es ist gar nicht so einfach, sie heraus zu bekommen, ohne sie versehentlich nach hinten zu schieben.

Ältere Babys können mit der Schale wahrscheinlich schon gut umgehen. Spätestens mit Backenzähnen ist es für Kleinkinder unproblematisch, sie können die Schale ganz normal mitessen. (Ob sie das wollen, ist wieder ein ganz anderes Thema.)

Am besten lassen sich Aprikosen übrigens häuten, indem man sie blanchiert. Dazu übergießt man sie einfach mit kochendem Wasser oder legt sie kurz hinein. Danach lässt sich die Haut problemlos abziehen.

Aprikosenbrei oder Fingerfood?

Aprikosen schmecken im Brei gut, eignen sich aber auch perfekt als Fingerfood. Wie Du sie anbietest, hängt davon ab, wie Du allgemein mit Beikost umgehst. Für Kinder, die mit Baby Led Weaning, also breifrei an die Welt der festen Nahrung herangeführt werden, sollten Aprikosen auch als ganze Frucht (bzw. in Stücken ohne Kern) kennen lernen. Aprikosenbrei sollte es für sie dann geben, wenn sie diesen auch selbständig essen können.

Wichtig für Fingerfood-Aprikosen ist, dass sie wirklich reif sind. Wenn sie noch unreif und zu hart sind, lassen sie sich nicht mit den Kiefern zerdrücken. Dann hilft kochen oder pürieren.

Dürfen Babys getrocknet Aprikosen essen?

Nicht das ganze Jahr über haben Aprikosen Saison. Meist sind sie zwar trotzdem erhältlich, dann aber aus dem Süden importiert. Wenn möglich, versuche auf regional angebaute Bio-Aprikosen zurückzugreifen, die sind frischer, vitaminreicher und belasten nicht unsere Umwelt durch lange Transportwege.

In der Zwischenzeit liegt der Gedanke nahe, auf getrocknete Aprikosen zurückzugreifen. Grundsätzlich spricht nichts dagegen, dass Babys auch getrocknetes Obst probieren. Getrocknete Aprikose ist in keiner Art gefährlich oder ungeeignet.

Lies hier, welche Lebensmittel für Dein Baby gefährlich sind.

Allerdings sind Trockenfrüchte sehr zuckerhaltig, das sollte Dir klar sein. Zu viel Zucker ist nicht gesund für Babys, auch wenn es „nur“ Fruchtzucker ist. Auch Fruchtzucker ist in großen Mengen ungesund. Natürlich gibt es aber einen Unterschied zwischen isoliertem, weißen Fruchtzucker aus dem Supermarkt und Fruchtzucker aus Trockenfrüchten. Beides wird oft zum Süßen benutzt. Aber im Gegensatz zum weißen Zucker haben Trockenfrüchte noch mehr Ballaststoffe und Fasern als isolierter Fruchtzucker. Vitamine sind kaum mehr enthalten, aber die Mineralstoffe wie Eisen oder Magnesium finden sich in hoher Konzentration.

Ob, wie viel und ab wann Du Deinem Baby Trockenaprikosen geben willst, ist also Deine Entscheidung.

In jedem Fall sollten die süßen Trockenfrüchte bio und ungeschwefelt sein. Schwefel bzw. Schwefeloxid kann zu Allergien führen und belastet das unreife Verdauungssystem unnötig.

Dürfen Babys Aprikosenkernöl essen?

Aprikosenkernöl, manchmal auch nur Aprikosenöl genannt, wird kalt aus den Kernen der Aprikose gepresst und ist sehr teuer und hochwertig. Es findet vor allem in Kosmetikprodukten und in der Hautpflege von Babys Anwendung. In diesem Rahmen ist es sehr mild zur Haut und deshalb in Baby-Massageölen und ähnlichem meist gut verträglich. Theoretisch kann es zu einer Kontaktallergie kommen.

Darüber, ob ein Baby Aprikosenkernöl essen darf, habe ich wenig Informationen finden können. Grundsätzlich wird als Beikostöl Rapsöl, Sonnenblumenöl, Butter oder Kokosöl empfohlen. Von Ölen, die Allergien auslösen können, wie Nussöle oder Sojaöl, wird anfangs abgeraten. Gefährlich für Dein Baby ist aber, solange es keine Allergien entwickelt, keines dieser Öle – so auch nicht das Aprikosenkernöl. Wie so oft heißt es darum: Ausprobieren und beobachten, ob es gut vertragen wird.

Nährstoffe und Eigenschaften der Aprikose

Frische Aprikosen enthalten sehr viel Vitamin A (Beta-Carotin), auch Vitamin C und sekundäre Pflanzenstoffe (Lycopin), die als Antioxidantien das Immunsystem unterstützen und vor Krebs schützen, sind enthalten.

Außerdem finden sich in der Aprikose die Mineralstoffe Kalium, Kalzium, Magnesium und Phosphor.

Wie viele Obstsorten helfen auch Aprikosen bei einer Verstopfung, sie wirken stuhlauflockernd bzw. in größeren Mengen abführend. Dass Dein Baby von Aprikosen einen wunden Po bekommt, ist eher selten. Aprikosen sind sehr milde, bekömmliche Früchte. Aber natürlich kann es sein, dass ein Kind allgemein (noch) kein Obst verträgt – dann machen auch die Aprikosen Probleme.

In meiner Lebensmittel-Fibel für Babys findest Du zahlreiche Infos zu verschiedenen Lebensmitteln. Wenn Du eines nicht findest, schreib mir unbedingt einen Kommentar oder eine Nachricht, damit ich das ergänzen kann!

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Bild: bigstockphoto.com – Listopad Olga