ab-wann-konnen-babys-selber-bauerchen-machen?

Ab wann können Babys selber Bäuerchen machen?

Wenn Du Dich fragst, ab wann Babys selber Bäuerchen machen können, findest Du hier in den ersten Absätzen der Einfachheit halber die wichtigsten Fragen und Antworten in Kurzform:

Warum müssen Babys überhaupt Bäuerchen machen?

Bäuerchen beim Baby meint das Aufstoßen nach der Milchmahlzeit. Manchmal kommt nicht nur Luft wieder oben heraus sondern auch Milch. Das Milchspucken ist in Ordnung, solange Dein Baby unverändert munter ist, wächst und gedeiht.
Gemeinhin sagt man, Babys sollten nach dem Trinken Bäuerchen machen, um Verspannungen und damit einhergehendes Unwohlsein zu vermeiden bzw. aufgesaugte Luft aus dem Magen zu lassen.

Die Meinung, Babys würden Koliken bekommen, wenn sie kein Bäuerchen machen, konnte in einer 2014 durchgeführten Untersuchung an 71 Babys nicht bestätigt werden. Es stellte sich heraus, dass das Bäuerchen in den ersten 3 Lebensmonaten nicht im Zusammenhang mit 3-Monats-Koliken steht.

Bäuerchen – wie helfe ich meinem Baby dabei?

Um Dein Baby beim Bäuerchen machen zu unterstützen, solltest Du es zunächst auf den Arm nehmen. Das Köpfchen Deines Babys ruht mit dem Gesicht auf Deiner Schulter. Der damit verbundene leichte Druck auf Babys Magen und die aufrechte Haltung helfen Deinem Baby, etwaig aufgesaugte Luftblasen im Magen zu lösen. Mit einer Hand kannst Du dann leicht auf Babys Rücken klopfen (Beschreibung sinngemäß aus „Unser Baby – Das erste Jahr“, Autoren: Dagmar von Cramm u. Prof. Dr. Eberhard Schmidt, 4. Auflage 2008, GU-Verlag). Eine Massage des Rückens mittels sanften, kreisenden Bewegungen wird im Stillbuch von Hannah Lothrop, Auflage 2015, Kösel Verlag, empfohlen.

Muss jedes Baby ein Bäuerchen nach dem Trinken machen?

Grundsätzlich gilt das Bäuerchen bei jedem Baby als sinnvoll, um etwaiges Unwohlsein nach dem Trinken zu vermeiden.

Allerdings gibt es eine Situation, da solltest Du es bleiben lassen. Nämlich dann, wenn Dein Baby direkt nach dem Trinken eingeschlafen ist. Es extra fürs Bäuerchen machen zu wecken, das muss wirklich nicht sein!

Es gibt auch einen Unterschied zwischen der Art der Fütterung: Bruststillbabys machen meist seltener Bäucherchen, da sie weniger Luft saugen als Flaschenkinder. Ebenso haben kleine Genießer, die langsam und gemächlich trinken, weniger das Bedürfnis, aufzustoßen. Hingegen müssen die hastigen Trinker manchmal sogar während des Trinkens aufstoßen.

Was passiert, wenn Baby kein Bäuerchen macht?

Mach Dir keine unnötigen Sorgen, wenn Deinem Baby trotz aller Bemühungen Deinerseits kein Bäuerchen entfleucht. Vielleicht hat es schlichtweg keinen Druck auf den Magen bzw. wenig Luft beim Trinken eingesaugt und benötigt kein Aufstoßen. Solange es keine Anzeichen von Unwohlsein gibt ist in der Regel alles gut.

Ab wann brauchen Babys keine Hilfe mehr beim Bäuerchen?

Das ist wieder einmal sehr individuell. Ich bin zuversichtlich, Du wirst selbst merken, wann Dein Baby keine Hilfe mehr benötigt. Vermutlich fällt Dir gar nicht bewusst auf, dass Du Dein Kind irgendwann nicht mehr hochhebst zum Bäuerchen machen. Wenn Du das nämlich oft genug vergebens getan hast, wirst Du irgendwann einfach aufhören – und nicht mehr darüber nachdenken.

Ab wann kann mein Baby selber ein Bäuerchen machen?

Nun die Version für all diejenigen Mamis und/oder Papis, die gerade zu den Glücklichen zählen, die a) im Moment eines oder mehrere schlafende Kind/er haben und b) selbst gerade Zeit und Muse haben und nicht selbst zu müde sind, um die ausführlicheren Antworten zu lesen.

Warum kommt Luft aus dem Kind?

„Was rülpset und furzet ihr nicht? Hat es Euch nicht geschmecket?“

Dieses Zitat wurde Martin Luther (geb. 10. November 1483, verstorben 18. Februar 1546, Initiator der Reformation) zugeordnet (ob er´s nun wirklich so gesagt hat, darüber kann man streiten. Martin Luther selbst oder einen Zeitzeugen können wir naturgemäß nicht mehr befragen). Mir gefällt dieser Ausspruch sehr. Schließlich ist er ein von mir erprobter Satz, um peinliche Situationen zu retten. Oftmals eingesetzt, wenn Opa sich mal wieder nicht beherrschen konnte und laut nach dem Essen gefurzt hat und es ihm eben doch sichtbar peinlich war. „Alles raus, was keine Miete bezahlt!“ wäre auch so ein erprobter Rettungssatz. Nun denkt aber bitte nicht, dass bei uns am Familientisch ständig Manieren herrschen wie im wilden Westen! Aber es kommt halt bei der jüngsten und der ältesten Generation mal vor, dass einer rülpst und furzt (mich natürlich ausgeschlossen, edle Fräulein wie ich tun sowas nie ;).

Unreife Verdauung

Bei Babys ist dieses Rülpsen und Furzen schlichtweg deswegen, weil der Darm einfach noch nicht ausgereift ist. Babys müssen sich erst an Mahlzeiten und deren Verarbeitungsprozess gewöhnen. Das dauert bei dem einen länger, bei dem anderen geht es eben schneller. Es ist wieder einmal ein individueller Entwicklungsprozess. Dein Mama-/ Papainstinkt wird Dir sagen bzw. Dein Baby wird Dir auch deutlich zeigen, wann, wie oft und wie lange Du ihm beim Aufstoßen behilflich sein musst.

Beim Trinken Luft schlucken

Mit dem Trinken saugt Dein Baby auch mitunter Luft ein. Je nachdem, ob Dein Baby ein gieriger bzw. hastiger Trinker ist oder eher der gemächliche Genießertyp wird es mehr oder weniger aufstoßen müssen, um die Luft aus dem Magen zu lassen. Langsamere Trinker und Brusttrinker müssen i.d.R. nicht so oft aufstoßen wie eilige Trinker und Flaschenkinder, weil sie eben weniger Luft einsaugen. Manchmal kann es sein, dass Dein Baby während dem Trinken unruhig wird und es das Bedürfnis aufzustoßen dadurch äußern möchte.

Hilfe, mein Kind spuckt beim Bäuerchen

Die Luft, die auf den Magen Deines Kleinen nach dem Trinken drückt, die muss wieder raus. Manchmal kommt nicht nur Luft, sondern auch Milch wieder heraus. Das ist in Ordnung, solange Dein Baby weiterhin munter ist, wächst und gedeiht. Halte am Besten immer ein Spucktuch bereit, um das Milchmalheur abzufangen und Babys und Deine Kleidung halbwegs spuckefrei zu halten.

Das Baby beim Bäuerchen unterstützen

Damit Dein Baby sich durch ein sog. Bäuerchen erleichtern kann, nimmst Du es auf Deinen Arm und lässt sein Köpfchen mit dem Gesicht auf deine Schulter legen. Der damit verbundene leichte Druck auf Babys Magen und die aufrechte Haltung helfen Deinem Baby etwaige aufgesaugte Luftblasen in Babys Magen zu lösen. Mit einer Hand kannst Du dann leicht auf Babys Rücken klopfen. So hilfst Du ihm aufzustoßen und den Druck loszuwerden. Manchmal massiere ich dabei auch gleich Babys Rücken und mache kreisende sanfte Bewegungen auf Babys Rücken. Im Stillbuch von Hannah Lothrop, Auflage 2015, Kösel Verlag, wird diese Massage auch im Uhrzeigersinn empfohlen.

Wenn Dein Baby mal nicht aufstoßen muss, ist das auch kein Drama, solange es keine Anzeichen von Unwohlsein macht. Vielleicht schläft es ja auch direkt nach dem Schlummertrunk ein und dann wäre es nicht ratsam, es extra für ein Bäuerchen zu wecken. Genieße dann stattdessen die Ruhe!

Hinweis:
Ich bin keine Ärztin, keine Hebamme, keine Doula, keine Stillberaterin und keine Erzieherin, ich bin stolze Mama von zwei wunderbaren Töchter. In meinen Beiträgen gehe ich stets von gesunden Müttern und gesunden Kindern aus. Sollten Zweifel bestehen z.B. bei der Menge der Muttermilch empfehle ich mit Fachkundigen persönlich das Gespräch zu suchen.

Auf Pinterest merken:

Bild: bigstockphoto.com – romrodinka

Schreibe einen Kommentar