Ab wann dürfen Babys Papaya essen?

Wer schon mal in einem Land Urlaub gemacht hat, in dem die Papaya wächst, weiß auch, wie unheimlich lecker diese Frucht sein kann. Doch auch wenn die Papayas, die man bei uns zu kaufen bekommt, nicht ganz so süß und lecker sind, willst Du vielleicht trotzdem, dass Dein Baby den Geschmack probieren darf. Ab wann Babys Papaya essen dürfen, wie Du die Frucht zubereitest und was Du beim Einkauf beachten solltest, erkläre ich Dir jetzt.

Es gibt keinen plausiblen Grund, der verbietet, Papaya ab dem 7. Monat zu geben. Vorher sollten Babys überhaupt nichts anderes essen als Muttermilch oder Säuglingsnahrung, so die Empfehlung der WHO.

Papaya zum Beikoststart?

Papaya kann man mit der Gabel zerdrücken, als Fingerfood geben oder dünsten – Babys können sie in jeder Form gut essen. Denn die orange Frucht ist nicht fasrig und lässt sich im Mund zerlutschen.

Natürlich hat sie, wie jedes Obst, Fruchtsäure, allerdings eher wenig im Vergleich zu anderen tropischen Früchten wie Ananas oder Kiwi. Dass Dein Baby von Papaya einen wunden Po bekommt, ist also eher unwahrscheinlich. Trotzdem solltest Du die Reaktion Deines Babys beobachten, wenn Du zum ersten Mal Papaya gibst. Treten Hautrötungen, ein wunder Windelbereich, Durchfall oder andere Verdauungsprobleme auf, könnte das natürlich an der Papaya liegen.

Papaya und Südfrüchte

Es spricht also nichts dagegen, die Papaya ab Beikoststart auszuprobieren. Trotzdem raten viele, das erst ab dem 7. bzw. 9. Monat zu tun (je nach Ratgeber). Der Grund ist, dass die Papapya eine tropische Frucht ist – und da gehen die Meinungen auseinander.

Tatsächlich es gibt gute Gründe, die grundsätzlich gegen importiertes Obst sprechen bzw. dafür, diese erst später und nur vereinzelt anzubieten:

  • Babys sollen erst einmal das heimische Obst kennen lernen – denn davon sollten sie im späteren Leben bevorzugt essen.
  • Tropische Früchte werden unreif, also grün geerntet und können dadurch weniger Nährstoffe anreichern.
  • Lange Transportwege belasten die Umwelt und lassen Vitamine schwinden.
  • Tropisches Obst ist häufig stark mit Pestiziden belastet. Die Bestimmungen sind in den Herkunftsländern oft anders.
  • Viele Südfrüchte enthalten viele Allergene.

Nährstoffe und Eigenschaften der Papaya

Die hier käuflichen Papayas sind, wie gesagt, geschmacksärmer und enthalten weniger Nährstoffe als reif geerntete Früchte. Trotzdem stecken in der Frucht viele wertvolle Inhaltsstoffe, unter anderem die Vitamine A und C, Vitamin B1, B2 und B3, sowie Folsäure. Folsäure benötigt der Körper für den Aufbau des zentralen Nervensystems, zu dem auch das Gehirn gehört. Das kindliche Gehirn wächst wahnsinnig schnell, darum sollte ein Baby immer genug Folsäure zur Verfügung haben.

Außerdem enthält eine Papaya wahnsinnig viel Kalium. Auch Phosphor, Magnesium, Eisen und Kalzium liefert die orange Frucht.

Für die Verdauung liefern Papayas das Enzym Papain, das auch bei der Behandlung von Magengeschwüren oder Reizdarmsyndrom zum Einsatz kommt. Kurz gesagt unterstütze die Papaya die Verdauung. Auch die Ballaststoffe und der hohe Wassergehalt tragen zu dieser Wirkung bei.

Einkauf und Zubereitungsideen mit Papaya für Babys

Wenn Du eine Papaya kaufst, dann am besten in Bio-Qualität. Weil Du die Frucht aber ohnehin schälen musst, ist auch herkömmlicher Anbau vertretbar. Denn immerhin sitzen die meisten Giftstoffe direkt auf oder unter der Schale.

Eine Papaya ist reif, wenn die Schale etwas rötlich-orange ist und man schon von außen spürt, dass die Konsistenz des Fruchtfleisches weich ist. Wenn Du sie dann nicht gleich oder nicht ganz zubereitest, lagere sie lieber im Kühlschrank.

Ist die Papaya noch hart und grün, solltest Du sie unbedingt bei Zimmertemperatur nachreifen lassen. Denn unreif ist das Fruchtfleisch hart und schmeckt richtig fad. Dein Baby wird sicherlich genauso wenig Freude daran haben wie Du selbst.

Die schwarzen Körner in der Mitte sind übrigens auch essbar, allerdings eher für Erwachsene. Denn sie sind leicht scharf und werden manchmal als Ersatz für Pfeffer verwendet. Für Babys solltest Du die Kerne schon allein darum entfernen. Doch auch, wenn Dein Säugling Spaß hätte, daran zu lutschen, solltest Du ihn nicht lassen. Denn die Körner der Papaya sind rund und flutschig und könnten in die Atemwege geraten.

Die Schale der Papaya musst Du grundsätzlich entfernen, sie ist bitter im Geschmack und darum ungenießbar.

Papaya als Fingerfood

Das Fruchtfleisch der Papaya hat die perfekte Konsistenz für Fingerfood. Sie ist hart genug, damit das Baby die Fruchtstücke greifen kann, aber weich genug, um auch ohne Zähne gegessen zu werden.

Papayabrei für Babys

Natürlich kannst Du sie auch für die Zubereitung von Babybrei, zum Beispiel dem Obst-Getreide-Brei, verwenden. Du kannst sie roh pürieren oder vorher dünsten. In Rohform bleiben natürlich mehr Vitamine erhalten, allerdings ist auch die Fruchtsäure schwerer verdaulich für Babys.

Papayasalat

In Südostasien wird Papaya in Streifen in ein klassisch Thailändisches Gericht verwandelt: Den Papayasalat. Während das Original wahnsinnig scharf ist, kannst Du eine Version für Dein Baby zaubern. Wenn die Papaya noch etwas härter ist, kannst Du sie mit der Küchenreibe zerkleinern, ansonsten einfach in mundgerechte Stücke schneiden. Geriebene Karotten, grüne Bohnen und Tomaten gehören klassisch noch in den Papayasalat, aber natürlich sind Deiner Fantasie hier keine Grenzen gesetzt. Das Dressing wird traditionell mit Limetten, Knoblauch und einigen anderen Zutaten hergestellt. Je nach Alter Deines Babys kannst Du das aber auch einfach weglassen bzw. nur etwas Öl zugeben.

Papaya-Karotten-Curry

Auch in warmen Speisen macht sich Papaya gut. So kannst Du zum Beispiel ein Curry zubereiten, in dem Du die Papaya wie das Gemüse einfach mit anbrätst. Welche Zutaten und Zubereitungsarten genau Du Deinem Baby zutraust, weißt Du selbst am besten. Ich würde mich durch ein normales Rezept inspirieren lassen und alles weglassen, was Dein Baby nicht mag oder kennt.

In meiner Lebensmittel-Fibel für Babys findest Du zahlreiche Infos zu verschiedenen Lebensmitteln. Wenn Du eines nicht findest, schreib mir unbedingt einen Kommentar oder eine Nachricht, damit ich das ergänzen kann!

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Bild: bigstockphoto – Tropical studio