Babys und Leinöl

Alles, was Du wissen musst!

Leinöl schmeckt zwar etwas herb, ist aber vor allem in der veganen oder vegetarischen Ernährung eine wertvolle Quelle lebenswichtiger Nährstoffe. Wenn Du darum überlegst, ab wann Dein Baby Leinöl essen darf, findest Du hier die Antworten.

Ab wann darf ein Baby Leinöl essen?

Leinöl dürfen Babys ab Beikoststart essen. Während das bei manchen immer noch sehr früh ist, sind sich Experten mittlerweile einig, dass das nicht vor dem 5. Monat sein sollte. Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) empfiehlt einen Beikoststart erst nach 6 Monaten. Vorher sollten Babys voll gestillt werden bzw. ausschließlich Säuglingsmilch aus industrieller Herstellung erhalten.

Leinöl ist gesund für Babys und kann mit anderen beikostgeeigneten Ölen wie Rapsöl oder Sonnenblumenöl abgewechselt werden. In spezielles, teureres “Beikostöl” brauchst Du dagegen nicht investieren. Laut einem Test der Ökotest sind diese qualitativ nicht hochwertiger als normale Bio-Öle. Öl in der Beikost wichtig, denn es ermöglicht die Aufnahme fettlöslicher Vitamine, erhöht die Kaloriendichte, enthält selbst wertvolle Vitamine und Mineralien, und unterstützt die Verdauung. Außerdem ist Fett ein natürlicher Geschmacksträger, d.h. das Essen schmeckt dadurch einfach besser.

Warum ist Leinöl gut für Babys?

Leinöl besteht zu bis zu 60% aus wertvollen Omega-3-Fettsäuren (Alpha-Linolensäure / DHA), die sonst hauptsächlich in Seefisch vorkommen. Omega-3

  • wirkt entzündungshemmend
  • sorgt für ein gesundes Herz-Kreislauf System
  • erhält einen gesunden Cholesterinspiegel
  • regt den Stoffwechsel an
  • wird benötigt, um Nerven­zellen, Nervenleitungen und Zellwände aufzubauen
  • fördert Entwicklung von Gehirn und Nervenzellen, Netzhaut und Sehkraft
  • hilft bei der Aufnahme von Vitamin K und A.

Linolsäure gehört zu den essentiellen Fettsäuren, die der Körper nicht selbst bilden kann, sondern über die Nahrung aufnehmen muss.

Dürfen Babys kaltgepresste Öle essen

Leinöl ist in der Regel kaltgepresst, d.h. nicht raffiniert. Lange war die Meinung verbreitet, Babys sollten keine kaltgepressten Öle essen, denn durch die Herstellung kann es zu leichten Verunreinigungen kommen. Allerdings sind diese entgegen früherer Vermutungen nicht gefährlich für Babys. Auch Beikost und Essen im Allgemeinen ist nie ganz steril, darauf ist der Organismus vorbereitet. Bei der Raffination von Ölen dagegen können sich sogenannte Fettsäureester bilden, die als krebserregend und nierenschädigend gelten.

Welche Menge Leinöl pro Tag?

In eine Portion Brei gehört etwa 1 EL Öl – 1 TL pro 100g Brei. Das gibt Dir auch ungefähr eine Orientierung, wie viel Öl bei Baby Led Weaning gut ist. Ganz genau lässt sich das natürlich nie dosieren, denn auch Breikinder essen nicht immer alles auf.

Wichtig bei Leinöl ist, dass Du erst einmal vorsichtig ausprobierst, ob Dein Baby das Essen überhaupt noch mag, denn Leinöl schmeckt sehr eigen. Vielleicht wird Dich dein Kind aber, so wie unseres, überraschen. Mein 19 Monate altes Kleinkind hat zum ersten Mal Leinöl probiert – und es sofort geliebt, und zwar pur! Er wollte sofort unzählige Löffelchen davon essen und war wütend, wenn wir nach etwa 5 Teelöffeln aufhören wollten.

Ansonsten ist noch wichtig zu wissen, dass Du Leinöl immer erst nach dem Kochen zugeben solltest.

Warum soll man Leinöl nicht erhitzen?

Denn wie alle kaltgepressten Öle sollte man Leinöl nicht zu stark erhitzen, weil das viele gesunde Bestandteile zerstört und diese teils zu ungesunden Substanzen umgewandelt werden. Allerdings bedeutet das nicht, dass Du Leinöl nicht über warme Speisen geben darfst, es bedeutet lediglich, dass Du es nicht zum Anbraten, Frittieren oder Backen verwenden solltest.

Wichtig ist außerdem, dass Du über die Lagerung Bescheid weißt. Leinöl verdirbt relativ schnell und wird dann bitter. Bitteres Leinöl solltest Du nicht mehr essen. Damit es nicht ranzig wird, solltest Du Leinöl im Kühlschrank lagern und nach dem Öffnen innerhalb von 3-6 Wochen verbrauchen. Im Zweifel kannst Du es auch einfrieren, so hält es bis zu 6 Monate lang.

Gute Alternativen zu Leinöl

Dass Leinöl bei Babys zu Verstopfung führt ist sehr unwahrscheinlich, denn die Inhaltsstoffe wirken positiv auf die Darmflora. Allerdings kann es gut sein, dass Deinem Baby das Leinöl einfach nicht schmeckt.

Eine tolle Alternative kann dann kaltgepresstes Rapsöl sein. Das enthält Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren in einem sehr günstigen Verhältnis, d.h. diese können vom Körper gut absorbiert werden. Es ist außerdem günstiger und länger haltbar. Aus diesem Grund wird Leinöl sehr häufig als Beikostöl empfohlen.

In meiner Lebensmittel-Fibel für Babys findest Du zahlreiche Infos zu verschiedenen Lebensmitteln. Wenn Du eines nicht findest, schreib mir unbedingt einen Kommentar oder eine Nachricht, damit ich das ergänzen kann!

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