Ab wann dürfen Babys Zitrusfrüchte essen?

Ab wann vertragen Babys Zitrusfrüchte? Bei dieser Frage scheiden sich die Geister und es scheint über den geeigneten Zeitpunkt so viele Meinungen wie Menschen zu geben. Ab wann Du Deinem Baby Zitrusfrüchte wie zum Beispiel Orange, Kiwi oder Mandarine zum Probieren gibst, ist deshalb Deine eigene Entscheidung. Du findest in diesem Beitrag auf jeden Fall die wichtigsten Informationen, damit Du Dir eine Meinung bilden kannst.

Die Altersempfehlungen, ab wann Babys Zitrusfrüchte essen dürfen, schwanken zwischen 6 Monaten und 1 Jahr.

Wenn Du Dir Sorgen machst, dass Zitrusfrüchte Deinem Baby nicht bekommen, kannst Du sie deshalb im ersten Lebensjahr deines Babys einfach weglassen. Für die Versorgung mit Vitamin C und anderen wichtigen Nährstoffen sind Zitrusfrüchte nicht notwendig. Auch andere Obstorten wie Äpfel enthalten viel Vitamin C – und auch Gemüsesorten wie rote Paprika oder Kartoffeln sind ein guter Lieferant.

Andererseits spricht nichts dagegen, Deinem Baby ab Beikoststart Zitrusfrüchte probieren zu lassen. Allerdings würde ich dann mit kleinen Mengen anfangen und beobachten, wie Dein Säugling reagiert.

Vor dem 7. Lebensmonat sollten Babys keine Zitrusfrüchte essen – genauso wenig wie andere feste Nahrungsmittel. Die WHO empfiehlt, Babys die ersten sechs Lebensmonate voll zu stillen oder ersatzweise Säuglingsnahrung aus industrieller Herstellung (PRE-Milch) zu geben. Danach sollte ein Baby bis zum Ende des zweiten Lebensjahres oder länger weiter gestillt werden und zusätzlich geeignete Beikost erhalten.

Nährstoffgehalt von Zitrusfrüchten

Gute Gründe, Zitrusfrüchte in die Ernährung zu integrieren, gibt es auf jeden Fall. Denn die Früchte sind nicht nur lecker, sondern auch gesund – sie enthalten sehr viele wichtige Nährstoffe:

  • Die Vitamine A, B, und C kommen genauso in Zitrusfrüchten vor wie
  • die Mineralstoffe Kalium, Kalzium, Eisen, Phosphor und Magnesium.
  • Auch sind Zitrusfrüchte reich an Ballaststoffen und
  • liefern viel Flüssigkeit.

Kiwis zum Beispiel enthalten sogar Folsäure (Vitamin B9). Folsäure braucht vor allem ein sich entwicklender Organsimus für den Aufbau des zentralen Nervensystems, zu dem auch das Gehirn gehört. Deshalb ist die Einnahme von Folsäure bereits in der Schwangerschaft wichtig. Auch in der Stillzeit sollten Mütter auf eine ausreichende Zufuhr von Folsäure achten. Das kann in Form von Nahrungsergänzungsmitteln sein, oder durch eine ausgewogene, frische Ernährung. Sehr viel Folsäure steckt in grünen Gemüsesorten wie Salat oder Kohl.

Eine Orange zum Beispiel deckt 75% unseres täglichen Bedarfs an Vitamin C und über 10% unseres Ballaststoffbedarfs!

Zu Zitrusfrüchten zählen Kiwi, Orange, Mandarine, Clementine, Zitrone, Limette, Pomelo, Grapefruit.

Nachteile der Zitrusfrucht

Säuregehalt

Leider haben Zitrusfrüchte aber nicht nur positive Auswirkungen. Sie enthalten verhältnismäßig viel Fruchtsäure, die für Säuglinge und ihr unreifes Verdauungssystem noch schwer abzubauen sind. Die Folge sind Ausschläge im Windelbereich oder Rötungen im Mundbereich – überwiegend dort, wo die Haut in Kontakt mit der Säure kommt. Aber auch Rötungen im Rest des Gesichts oder an anderen Stellen sind möglich. Wenn Dein Baby so auf Zitrusfrüchte reagiert, würde ich sie entweder vorerst nur in sehr kleinen Mengen geben, oder für einige Monate ganz weglassen. Denn bei Säure ist es wie so oft: Die Menge macht das Gift. So verschlimmern sich die Symptome, je mehr Zitrusfrüchte das Baby isst – während ein paar Bissen vielleicht gar keine Probleme verursachen.

Allergische Reaktion vor allem bei Kiwis

Auch wenn man dabei schnell an eine Allergie denkt, muss das nicht unbedingt sein. Ursache ist, wie gesagt, häufig der hohe Säuregehalt. Natürlich enthalten Zitrusfrüchte, besonders die Kiwis, auch Allergene. Auf Kiwis allerdings reagieren daher einige Menschen stark allergisch. Du solltest sie also besser in kleinen Mengen mit dem Kind ausprobieren. Wichtig zu wissen bei einer Allergie: Beim ersten Kontakt zeigt sich meist keine Reaktion, da das Immunsystem den Fremdstoff, den es fälschlicherweise bekämpft, erst kennen lernen muss. Frühestens beim zweiten Mal, vielleicht aber auch erst viel später, zeigt sich eine Allergie mit ihren Symptomen. Dann hat das Immunsystem entsprechende Antikörper gebildet.

Bei Babys und Kleinkinder „verwächst“ sich so eine Allergie in vielen Fällen. Wenn die allergische Reaktion sehr stark ausfällt, würde ich auf jeden Fall einen Arzt zu Rate ziehen. Ansonsten würde ich es einfach nach einiger Zeit wieder versuchen und hoffen, dass sich die Allergie erübrigt hat. Das hängt aber immer von Deinem Baby ab und ob es genetisch vorbelastet ist für Allergien.

Zitrusfrüchte sind Südfrüchte

In den wenigsten heimischen Gärten wachsen Orangen und Mandarinen – auch, wenn wir in diesem Jahr tatsächlich erstmals Kiwis vom eigenen Baum geerntet haben. Die meisten Zitrusfrüchte sind also aus wärmeren Ländern importiert. Das ist nicht aus verschiedenen Gesichtspunkten nicht unproblematisch.

  • Die langen Transportwege belasten die Umwelt.
  • Der Anbau in ärmeren Ländern erfolgt oft in Monokulturen und geht zu Lasten der Insekten und anderer Tiere.
  • Außerdem wird oft viel Wasser verbraucht.
  • Damit die Früchte den langen Transport überstehen, werden sie grün geerntet und reifen dann nach. Dadurch können weniger Vitamine und andere Nährstoffe gebildet werden.
  • Gleichzeitig werden bei langen Lagerungszeiten Vitamine abgebaut.
  • In den Herkunftsländern gelten oft andere Regeln zu Pestiziden und der Verwendung anderer Umweltgifte. Das schadet nicht nur den Böden und Lebewesen vor Ort, sondern führt auch zu Pestizidrückständen in den Früchten. So wird auf importierten Orangen und Mandarinen immer wieder das in Europa verbotene Insektenschutzmittel Chlorpyrifos nachgewiesen. Diese Chemikalie soll das Nervensystem von Kindern und Embryonen schädigen. Um die Schadstoffbelastung möglichst gering zu halten, solltest Du immer Bio-Früchte kaufen.

In meiner Lebensmittel-Fibel für Babys findest Du zahlreiche Infos zu verschiedenen Lebensmitteln. Wenn Du eines nicht findest, schreib mir unbedingt einen Kommentar oder eine Nachricht, damit ich das ergänzen kann!

Altersempfehlungen für andere Obstsorten

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