Ab wann dürfen Babys Ananas essen?

Hast Du schon mal eine ganze Ananas auf einmal gegessen? Wenn ja, weißt Du wahrscheinlich, was dann passieren kann: Von dem Übermaß an Fruchtsäure löst sich die äußerste Schicht der Mundschleimhaut in den folgenden Tagen ab. Die enthaltene Fruchtsäure ist auch der hauptsächliche Grund, warum Ananas nicht als Anfänger-Obst für Babys empfohlen wird. Doch ab wann dürfen Babys Ananas essen?

Die Meinungen gehen da weit auseinander. Ab dem 9. Monat, ab dem 11. Monat, ab 1 Jahr – wenn Kinder normal vom Familientisch mitessen dürfen. Ich habe aber auch Berichte gefunden von Müttern, die ab dem Beikoststart Ananas gegeben haben und sie wurde gut vertragen. Weil sie definitiv kein gefährliches Lebensmittel für Babys ist, würde ich sagen, Du kannst Ananas ab dem 7. Lebensmonat geben – wenn Dein Baby sie verträgt und mag.

Macht Ananas einen wunden Po bei Babys?

Denn auch wenn Ananas keine Zitrusfrucht ist, ist sie doch sehr säuerlich – das heißt, sie hat viel Fruchtsäure. Ein wunder Po, Hautausschläge oder Verdauungsprobleme können die Folge sein. Denn der Magen-Darm-Trakt bei Säuglingen ist noch nicht voll ausgebildet und darum oft noch überladen mit größeren Mengen Fruchtsäure.

Um herauszufinden, wie Dein Baby Ananas verträgt, solltest Du darum in kleinen Mengen starten und die Reaktion beobachten. Denn hier gilt ganz klar: Die Menge macht das Gift. Während die wenigsten Babys von einem kleinen Eck Ananas gleich einen Ausschlag bekommen werden, kommt bei einer größeren Menge vielleicht doch der Punkt, wo sie Probleme haben.

Kann ein Baby auf Ananas allergisch reagieren?

Tatsächlich haben Ananas als Zitrusfrüchte auch ein hohes Allergiepotential. Das heißt, Dein Baby könnte auf Ananas allergisch reagieren. Auch deshalb solltest Du die Reaktion bei den ersten Malen beobachten. Allerdings ist zum Thema Allergien wichtig zu wissen:

  1. Eine Allergie entsteht erst, wenn das Immunsystem mit einer neuen Substanz in Kontakt tritt. Beim ersten Mal Ananas essen ist es darum unwahrscheinlich, dass ein Kind gleich allergisch reagiert. Erst bei wiederholtem Verzehr würde sich eine Allergie zeigen.
  2. Das Vermeiden von Lebensmitteln mit hohem Allergiepotiential im Babyalter verringert nicht das Risiko, dass das Kind eine Lebensmittelallergie entwickelt. Zwar dachte man das früher, doch mittlerweile gehen Wissenschaftler vom Gegenteil aus. Ein Baby sollte zur Allergieprävention allergene Lebensmittel auch schon früh kennen lernen.
  3. Viele allergische Reaktionen im Babyalter „verwachsen“ sich. Wenn Dein Baby auf ein Lebensmittel allergisch reagiert, lass es darum erst einmal weg. Sollte die Reaktion stark ausfallen, würde ich einen Arzt aufsuchen und das weitere Vorgehen besprechen.

Eignet sich Ananas als Anfänger-Obst?

Ananas ist meist sehr fasrig und lässt sich darum ohne Zähne nur schwer zerkleinern. Wenn Du sie von Anfang an anbieten möchtest, würde ich sie darum kochen oder pürieren.

Allerdings ist Ananas eine Südfrucht und darum aus mehreren Gesichtspunkten problematisch. So werden tropische Früchte meist grün, also unreif geerntet und haben so weniger wertvolle Inhaltsstoffe als eine vollreif geerntete Frucht. Auf dem langen Transportweg reifen sie zwar nach, Vitamine können sie aber keine mehr aufbauen. Durch die lange Lagerung bauen sie sogar zusätzlich wertvolle Inhaltsstoffe ab. Außerdem schadet der Transport unserer Umwelt. Nicht zu guter Letzt sind die Standards bezüglich Insektenvernichtungsmittel, Kunstdüngemittel etc. in den Herkunftsländern der Ananas meist weniger streng. So könnte sie mit Pestiziden belastet sein, die der Organismus Deines Babys nur schwer abbauen kann.

Wenn Du trotzdem Ananas geben möchtest, ist eins wichtig: Nicht aus der Dose! Denn Dosen-Ananas ist zwar weniger sauer und auch weicher, aber in Zucker oder Glucosesirup eingelegt. Zuckerzusätze haben in der Ernährung von Babys nichts verloren.

Wie viel Ananas darf ein Baby essen?

Damit es Deinem Baby nicht geht, wie mir einst, als sich meine Mundschleimhaut einmal erneuern musste, sollte die Portion angemessen sein. Eine Obstportion ist etwa eine Hand voll – in diesem Fall eine Kinderhand voll.

Nährstoffe und Eigenschaften der Ananas

Auch wenn ich sie also nicht unbedingt explizit für den Beikoststart empfehlen würde, ungesund ist eine Ananas natürlich nicht. Im Gegenteil. Sie enthält wertvolle Enzyme, die Verdauung des Menschen unterstützen. Darum wird sie von Erwachsenen auch häufig bei Diäten eingesetzt. Außerdem hat Ananas Vitamin A, Vitamin C, Vitamin B1, B2 und B3, sowie Folsäure (Vitamin B9). Auch die Mineralien Kalium, Phosphor, Magnesium, Eisen, Natrium und Kalzium sind enthalten.

Eine Ananas für Babys kann also durchaus zu einer ausgewogenen Ernährung beitragen – solange sie eben nicht gleichzeitig zu unangenehmen Begleiterscheinungen führt.

In meiner Lebensmittel-Fibel für Babys findest Du zahlreiche Infos zu verschiedenen Lebensmitteln. Wenn Du eines nicht findest, schreib mir unbedingt einen Kommentar oder eine Nachricht, damit ich das ergänzen kann!

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Bild: bigstockphoto - zzzdim

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