Ab wann dürfen Babys Linsen essen?

Vor allem in der vegetarischen oder veganen Babyernährung sind Hülsenfrüchte als Eiweiß- und Nährstofflieferung ungemein wichtig. Linsen werden von Babys meist am besten vertragen und können darum recht früh in die Babyernährung integriert werden. 

Wann darf Baby Linsen essen?

In klassischen Brei-Ratgebern sind Linsen meist ab einem Alter von 8-9 Monaten „erlaubt“. Dann, so die Theorie, sei die Verdauung weit genug ausgereift, um die Ballaststoffbomben gut verdauen zu können. In der breifreien Beikosteinführung (Baby Led Weaning) gibt es solche Regeln selten. Ein Baby darf Linsen essen, sobald es diese problemlos verdauen kann. Weil das Kind bei BLW erst dann festes Essen erhält, wenn es alle Beikostreifezeichen erfüllt, starten viele Kinder erst mit 6 oder mehr Monaten. Auch essen die meisten nicht sofort nennenswerte Mengen, denn im Gegensatz zur Ernährung mit Brei ist es nicht das Ziel, möglichst schnell ganze Milchmahlzeiten zu ersetzen und so abzustillen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Linsen bei Baby Led Weaning von Anfang an gut vertragen werden, ist darum hoch. 

Machen Linsen beim Baby Blähungen?

Natürlich kann es aber sein, dass ausgerechnet Dein Baby von Linsen Blähungen bekommt. Dann solltest Du wissen, dass Blähungen an sich absolut ungefährlich sind, aber für Kinder mitunter sehr unangenehm bis schmerzhaft. Wenn Dein Kind sich also nach dem Verzehr von Linsen unwohl fühlt, warte ein paar Wochen, bis Du sie das nächste Mal anbietest. Wenn Du bereits weißt, dass Dein Baby eine sensible Verdauung hat, wirst Du ohnehin umso vorsichtiger vorgehen. Du kennst Dein Kind am allerbesten. 

Gut zu wissen ist außerdem, dass die Blähungen durch Hülsenfrüchte mit der Zeit besser werden, bei Babys wie bei Erwachsenen. Denn es gibt einen gewissen Gewöhnungseffekt an die gesunden Ballaststoffe, die diese Blähungen verursachen. Wenn Du Dir weiter unten durchliest, warum Linsen so gesund sind, wirst Du verstehen, dass es sich auf jeden Fall lohnt, sie in die Ernährung zu integrieren. 

Rote, schwarze oder grüne Linsen für Babys?

Die Bandbreite an Linsensorten im Supermarkt oder Biomarkt scheint riesig. Rote Linsen, gelbe Linsen, schwarze Linsen, Belugalinsen, Berglinsen, braune Linsen, Tellerlinsen, Albleisalinsen und wie sie alle heißen. Der Unterschied liegt oft in der Kochzeit – manche Linsen sind in zehn Minuten fertig, andere kochen 40 Minuten – und in der Konsistenz. Denn während zum Beispiel Berglinsen auch nach dem Kochen recht fest bleiben, werden andere wie die roten Linsen schnell sehr breiig und matschig. 

Ab wann Du welche Linsensorte geben möchtest, ist letztendlich natürlich euch überlassen. Du solltest allerdings wissen, dass die roten, geschälten und halbierten Linsen am besten verdaulich sind. Sie sind geschält, d.h. die Ballaststoffreiche Hülle wurde entfernt. Ich würde darum mit roten Linsen anfangen. 

Ab wann dürfen Babys Linsensuppe essen?

Ein recht bekanntes deutsches Gericht ist die Linsensuppe. Wenn Du Dich fragst, ab wann diese auch fürs Baby geeignet ist, dann lautet die Antwort: Es kommt auf die Zubereitungsart an.

Grundsätzlich lässt sich von der gekochten Linsensuppe ganz einfach etwas (mit weniger Suppenanteil) wegnehmen und zu Brei verarbeiten. Auch breifrei und Suppe schließen sich nicht aus. Allerdings musst Du es Deinem Kind, das unter 12 Monaten vermutlich noch nicht mit einem Löffel umgehen kann, ermöglichen, sie auch essen zu können. Das klappt zum Beispiel mit Brot zum Dippen oder indem Du pürierte (!) Linsensuppe aus einem Becher trinken lässt.

Manche Eltern üben auch Löffeln mit ihren Kindern, indem sie den Löffel füllen und dann an das Kind weiterreichen oder auf das Esstablett legen. Das geht natürlich nur mit sehr zähflüssigen Suppen. Wichtig ist hier natürlich auch, dass die Suppe keinesfalls zu heiß serviert werden darf! 

Was die Zubereitungsart angeht, so haben folgende Bestandteile in einer Linsensuppe für Babys nichts zu suchen: 

  • Gemüsebrühe mit Salz, Zucker oder Hefeextrakt (Geschmacksverstärker)
  • scharfe Gewürze
  • Würstchen

Nährstoffe und Inhaltstoffe von Linsen

Linsen stehen bei den Menschen seit vielen tausend Jahren auf dem Speiseplan. Kein Wunder, denn die kleinen, tellerförmigen Hülsenfrüchte sind wahre Energiewunder. Sie enthalten

  • viel pflanzliches Eiweiß
  • Eisen
  • andere Mineralstoffe wie Magnesium
  • B-Vitamine
  • Ballaststoffe und langkettige Kohlenhydrate

Es gibt einen Zusammenhang, den Du vielleicht noch nicht kanntest, zwischen langkettigen Kohlenhydraten und Darmgesundheit. Weil die Kohlenhydrate recht lang brauchen, um aufgespalten zu werden, sättigen sie nicht nur lange und treiben den Blutzuckerspiegel wenig in die Höhe, sie fördern auch eine gesunde Besiedelung des Dickdarms. Denn während die kurzkettigen Kohlenhydrate (Zucker, Weißmehl) schon früh im Darm von den weniger hilfreichen Darmbewohnern abgebaut werden, erreichen die langkettigen eben jene Bakterienkulturen, die als hilfreich für die menschliche Gesundheit gelten. 

Linsen Baby Rezepte

Wenn Du jetzt Lust bekommen hast, selbst ein Gericht  mit Linsen für Dein Baby zu kochen, schau Dir mal meine Rezeptvorschläge an – vor allem Linsenbratlinge (Linsen-Puffer) eignen sich gut für kleine Essanfänger, denn man kann sie super mit den Händen essen. Aber auch Linsenaufstrich für Babys, auf ein Stück Brot oder Toast gestrichen, klappt von Anfang an gut. 

Linsen-Puffer

Indischer Linsen-Eintopf

Kürbis mit Linsen

In meiner Lebensmittel-Fibel für Babys findest Du zahlreiche Infos zu verschiedenen Lebensmitteln. Wenn Du eines nicht findest, schreib mir unbedingt einen Kommentar oder eine Nachricht, damit ich das ergänzen kann!

Altersempfehlungen für andere Hülsenfrüchte