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Ab wann dürfen Babys Obst essen? +16 geeignete Fruchtsorten fürs 1. Jahr

Obst ist gesund, das weiß jedes Kind. Für die meisten ist es auch lecker. Doch ab wann dürfen Babys eigentlich Obst essen? Dürfen sie mit süßen Früchten starten oder doch lieber erst Gemüse? Und welches Obst eignet sich gut für Babys? Antworten findest Du in diesem Artikel.

Welches Obst ab wann für Breibabys?

Für Babys, die ganz klassisch mit Brei an die Beikost herangeführt werden, gibt es konkrete Empfehlungen, welches Obst ab welchem Monat geeignet ist. Außerdem wird geraten, immer nur ein Obst auf einmal einzuführen und dann einige Tage dabei zu bleiben.

Solltest Du Dich wohler fühlen, auch mit Baby Led Weaning bei diesem Schema zu bleiben, spricht absolut nichts dagegen. Hier die Empfehlungen:

Ab dem 5. Monat

Bb dem 7. Monat

Ab dem 9. Monat

Ab dem 11. Monat

ab 1 Jahr

Welches Obst ab wann für Babys bei Baby Led Weaning?

Hier gibt es keine Vorgaben. Denn Baby Led Weaning basiert darauf, dass Babys relativ früh ganz normal vom Familientisch mitessen – in leicht angepasster Weise.

Das bedeutet, dass es einige gefährliche Nahrungsmittel für Babys und Kleinkinder gibt, die Du meiden solltest.

Weiterhin müssen BLW-Eltern sensibel dafür sein, wenn ihr Kind etwas nicht verträgt, also allergisch reagiert oder Bauchschmerzen bekommt.

Weil einige Obstsorten viel Säure und Allergene enthalten, lohnt es sich, beim Anbieten von Obst genauer hinzuschauen. Die meisten Eltern fangen darum mit weichen, milden Obstsorten wie Banane, Melone oder Birne an. Meist hängt die Auswahl der Anfangs-Obstsorten fürs Baby auch davon ab, was die Eltern bzw. Geschwisterkinder selbst essen. Denn davon wird auch das Baby bevorzugt probieren wollen.

Was Du bei Obstsorten fürs Baby bei Baby Led Weaning sonst noch wissen solltest:

  1. Saisonales bzw. regional angebautes Bio-Obst eignet sich am besten fürs Baby. Denn damit vermeidest Du Pestizide und Düngemittel, die den Organismus Deines Kindes belasten würden. Vor allem Beeren sind aus herkömmlichem Anbau fast immer stark belastet.
  2. Außerdem sorgen die kurzen Transportwege dafür, dass das Obst reif geerntet werden kann und nicht lange gelagert werden muss, bis es zu euch auf den Tisch kommt. Auf diese Weise bleiben viel mehr wertvolle Vitamine und Nährstoffe im Obst erhalten.
  3. Tropische Früchte haben nicht nur lange Transportwege zurück gelegt, sie haben auch häufig ein erhöhtes Energiepotential. Verboten sind sie trotzdem nicht.
  4. Wenn Du Dein Baby ein neues Obst probieren lässt, fang mit kleinen Mengen an und beobachte es in den Stunden danach. Wenn es Durchfall, Blähungen bzw. Bauchschmerzen, Hautrötungen oder einem wunden Po bekommt, könnte das am Obst liegen. Warte, bis die Symptome abklingen und versuche es dann noch ein zweites Mal. Wenn die Reaktion dieselbe ist, solltest Du diese Obstsorte eine Weile meiden.
  5. Prophylaktisches, also vorsorgliches Vermeiden von allergenen Obstsorten und anderen Lebensmitteln macht keinen Sinn. Dadurch verringerst Du nachweislich das Allergierisiko nicht. Womöglich wird es durch das vermeiden solcher Nahrungsmittel sogar erhöht.
  6. Die richtige Form macht den Unterschied: Weil bei Baby Led Weaning nicht gefüttert, sondern nur angeboten wird, muss Dein Baby die Obststücke gut greifen können. Um zum Beispiel Johannisbeeren essen zu können, muss ein Kind bereits den Pinzettengriff beherrschen oder sehr geschickt aus der Faust essen können. Besser eignet sich also Obst in Stick-Form oder anderen großen Stücken.
  7. Kleine, runde Früchten mit glatter Oberfläche, z.B. Weintrauben oder Blaubeeren, sind im Mund sehr flutschig. Ungeübte Esser könnten sich verschlucken. Sicherheitshalber kannst Du die Früchte darum schälen oder halbieren, sodass die kleine Zunge besser damit zurecht kommt.
  8. Du kannst Obst frisch, gedünstet oder halb gefroren anbieten. Auf Obstkonserven würde ich allerdings verzichten. Sie enthalten meist viel Zucker und der ist nicht gut für Babys (auch nicht für größere Kinder oder Erwachsene!).

Führt Obst zur Prägung auf süßen Geschmack?

Ab wann dürfen Babys überhaupt Obst essen? Manchmal höre ich auch, dass Eltern Angst haben, gleich am Anfang Obst zu geben. Dadurch würde das Baby auf den süßen Geschmack geprägt und würde später mehr Obst und andere zuckerhaltige Sachen essen, statt Gemüse und „herzhaften“ Speisen. So liest man es auch in dem ein oder anderen Ratgeber.

Ich habe noch keine Untersuchung oder Studie gefunden, die sich speziell mit diesem Thema befasst. Alle Antworten auf die Frage sind also Mutmaßungen bzw. eine Kombination aus bekannten Fakten. Die will ich hier einmal zusammen tragen:

  1. Fakt ist, dass Menschenkinder mit einer Vorliebe für Zucker zur Welt kommen. Das ist nicht zuletzt darum sinnvoll, weil Muttermilch viel Milchzucker enthält und dadurch süß ist.
  2. Außerdem ist die Vorliebe für Süßes eine Art Lebensversicherung. Denn ungenießbare und giftige Nahrungsmittel sind in der Natur fast immer bitter, sauer oder herb.
  3. In den ersten Lebensjahren, schon von der Zeit im Mutterleib an, wird der Geschmackssinn eines Menschen geprägt. So gewöhnt er sich an das Nahrungsangebot, das in der jeweiligen Gesellschaft zur Verfügung steht.
  4. Viele Obstsorten sind etwas säuerlich, weil sie Fruchtsäure enthalten – und darum gewöhnungsbedürftig.

Ich persönlich glaube darum nicht, dass ich durch Obst von Anfang an mein Baby dazu bringe, kein Gemüse zu essen. Obst kommt im natürlichen Nahrungsangebot des Menschen vor und enthält in der Regel viele wertvolle Inhaltsstoffe. Ab wann Du Deinem Baby Obst geben willst, musst Du am Ende (mit Deinem Partner) selbst entscheiden.

Was gibt es bei bestimmten Obstsorten zu beachten?

Apfel

Äpfel sind bei uns heimisch und problemlos das ganze Jahr über in Bio-Qualität erhältlich. Apfel schmeckt den meisten Babys und ist voller Vitamine und Ballaststoffe.

Es gibt verschiedene Apfelsorten. Die neueren Züchtungen haben ein höheres Allergiepotential. Wenn Dein Baby als Pink Lady nicht verträgt, könnte es gut sein, dass ihr mit Braeburn mehr Glück habt.

Anfangs solltest Du Apfel schälen, denn die Schale behalten Babys sonst ziemlich lang im Mund, ohne sie zerkleinern zu können. Auch im Babybrei zerkleinert ist Schale bis etwa zum 8. Monat schwer verdaulich.

Viele Eltern haben auch Angst, dass sich Babys an kleinen Apfelstückchen verschlucken könnten und dünsten den Apfel daher anfangs.

Geriebener Apfel wirkt stuhleindickend, gekocht und als Apfelbrei kann er dagegen auflockernd wirken, weil er viel Fruchtzucker enthält.

Alle Empfehlungen sind sich einig, dass man Apfel von Anfang an geben kann.

Birne

Auch Birne darfst Du auf jeden Fall von Anfang an anbieten. Die meisten Birnensorten sind etwas weicher und süßer als Äpfel, sie enthalten weniger Säure und mehr Fruchtzucker. Dadurch können auch Breifrei-Babys sie besser essen und die Gefahr, sich an kleinen Stückchen zu verschlucken, ist geringer.

Wenn die gekaufte Birne noch etwas hart ist, kann man sie einfach ein paar Tage liegen lassen, bis sie richtig weich ist.

Auch Birnen sind gut für die Verdauung und voller Vitamine und Ballaststoffe.

Banane

Wir haben jedem unserer beiden Kinder von Anfang an Banane gegeben und beide kamen gut damit zurecht. Der Vorteil von Banane ist, dass sie so weich ist, dass auch kleine Babys sie super essen können.

Viele Eltern geben Banane erst später, weil sie zu Verstopfung führen kann. Außerdem haben einige Eltern Bedenken, ihr Baby dadurch zu sehr an Süßes zu gewöhnen.

Bananen werden sehr flutschig, wenn man sie quetscht. Darum rutschen sie Essanfängern oft aus der Hand oder werden zu einer richtigen Matscherei. Dagegen hilft es, wenn Du nur einen Teil der Schale abschneidest und den Rest erst einmal an der Banane lässt.

Bananen sind Südfrüchte und werden grün geerntet und importiert. Aus herkömmlichem Anbau sind sie oft mit Pestiziden belastet. Greife darum unbedingt auf Bio-Bananen zurück, sie sind meist nicht merklich teurer.

Weintrauben

Weintrauben sind voller Antioxidantien, die wichtig für unsere Gesundheit sind. Allerdings sind sie häufig mit Pestiziden belastet. Achte darum auf Herkunft und Bio-Qualität.

Weintrauben solltest Du, bevor Du sie Deinem Baby anbietest, halbieren und eventuell große Kerne entfernen.

Pflaume

Auch bei Pflaumen gibt es verschiedene Unterarten. Die wenigsten reagieren allergisch auf Pflaumen, aber mein Mann tut es zum Beispiel (auf rohe Pflaume, nicht aber auf gekochte).

Pflaumen wirken, vor allem als Saft oder gedörrt, abführend. Du kannst sie also einsetzen, wenn Dein Baby Verstopfung hat.

Heidelbeeren / Blaubeeren

Weil Heidelbeeren keine echten Beeren sind, werden sie von den meisten Babys gut vertragen. Sie sind säure- und allergenarm.

Es gibt Wildheidelbeeren und Zuchtheidelbeeren. Die wilde Sorte erkennst Du an ihrem stark färbenden Blauton und ihrer kleinen Größe. Meist sind echte Heidelbeeren nur gefroren erhältlich, frische Heidelbeeren sind meist Zuchtheidelbeeren.

Blaubeeren wirken stuhleindickend und färben den Stuhl schwarz (wenn echte Heidelbeeren).

Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren

Beeren, insbesondere die Erdbeere (die eigentlich zur Familie der Nüsse gehört), haben ein hohes Allergiepotential. Das bedeutet nicht, dass Du sie meiden solltest, sondern dass Du Dich vorsichtig herantasten solltest. Weil Beeren aus herkömmlichem Anbau stark mit Pestiziden belastet sind, gib Deinem Baby unbedingt Bio-Beeren aus regionalem Anbau oder aus der Tiefkühltruhe.

Zitrusfrüchte

Orangen, Mandarinen, Zitronen, Kiwis, Ananas. Zitrusfrüchte stehen oft im Verdacht, einen wunden Po zu verursachen oder Allergien auszulösen. Tatsächlich sind die Produkte fast immer importiert und darum nicht unbedingt zum häufigen Verzehr zu empfehlen.

Trotzdem spricht nichts dagegen, auch einen Essanfänger mal probieren zu lassen. Immerhin haben Zitrusfrüchte besonders viel Vitamin C.

Manchen Babys ist es lieber, wenn Orangen oder Mandarinen gehäutet werden, andere haben Spaß daran, sie auszulutschen.

Fazit: Obst fürs Baby ist Geschmackssache

Wann Du Deinem Baby welches Obst geben möchtest, hängt also ganz von euren familiären Essgewohnheiten und von der körperlichen Reaktion Deines Babys ab. Wenn in der Familie häufig Allergien auftreten oder Dein Baby schon auf andere Lebensmittel reagiert hat, würde ich langsam und vorsichtig vorgehen. Solange es dem kleinen Esser gut geht, spricht aber nichts gegen Obst jeder Sorte – solange die Qualität stimmt.

Quellen:

  • Dr. med. Matthias Riedl: Das Kochbuch der ersten 1000 Tage. GU, 2020.
  • Herbert Renz-Polster: Kinder verstehen: Born to be wild: Wie die Evolution unsere Kinder prägt. Kösel, 2012.
  • Gill Rapley & Tracey Murkett: Baby-led Weaning – Das Grundlagenbuch: Der stressfreie Beikostweg. Köseln, 2013.

In meiner Lebensmittel-Fibel für Babys findest Du zahlreiche Infos zu verschiedenen Lebensmitteln. Wenn Du eines nicht findest, schreib mir unbedingt einen Kommentar oder eine Nachricht, damit ich das ergänzen kann!